Der Stern einer Synagoge der Jüdischen Gemeinde.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Reaktionen auf Terroranschlag in Halle Jüdische Gemeinde in Konstanz erschüttert

Die jüdischen Gläubigen in Konstanz hat der Anschlag in Halle tief getroffen. In der Universitätsstadt wird in einem Monat eine neue Synagoge eröffnet.

Es habe ihn sehr erschüttert, so eine Situation in Deutschland zu erleben, erklärt Arthur Bondarev, Mitglied der Synagogengemeinde Konstanz und Delegierter zum Oberrat der Juden in Baden im SWR. Der Angriff sei nicht nur ein Angriff auf eine jüdische Einrichtung, sondern auf die gesamte Gesellschaft.

"Das lässt einen schon darüber nachdenken, wo und wie offen man seine Kippa trägt."

Arthur Bondarev, Mitglied der Synagogengemeinde Konstanz

Synagogengemeinde in Konstanz gut gesichert

In Konstanz wird in einem Monat die neue Synagoge in der Altstadt eröffnet. Die alte sowie die neue jüdische Gemeinde seien aber sehr gut gesichert, so Bondarev. Die neue Synagoge sei so konzipiert, dass Unbefugte keine Möglichkeit hätten hineinzukommen.

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Politiker fordert mehr Aktion gegen Rechtsextremismus

Der Ravensburger FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser forderte ein entschiedeneres Vorgehen gegen Rechtsextremismus. Es sei erschreckend, wo Deutschland im Moment in Sachen Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus stehe. Die Politik müsse Rechtsextremismus ganz entschlossen ins Visier nehmen und bekämpfen. Strasser ist Mitglied in der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag.

Ulmer Rabbi will mehr Sicherheit

Der Terroranschlag von Halle war am Mittag auch Thema beim sogenannten "Business-Forum" in Friedrichshafen, einer Veranstaltung der "Schwäbischen Zeitung". Dort sollten Experten eigentlich über das Miteinander der Weltregionen diskutieren. Mit dabei war auch der Orts-Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Ulm. Er nutzte die Gelegenheit, um mehr Sicherheit für die jüdischen Gemeinden einzufordern. Der Vortrag des Rabbiners begann mit einer Schweigeminute für die Opfer und Menschen in Halle.

"Wir haben einen starken Wunsch nach Sicherheit, nicht nach Polizeipräsenz. Polizeipräsenz ist leider in manchen Situationen notwendig, aber nicht unser Ziel."

Shneur Trebnik, Rabbiner in Ulm
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