Vertreter des Petitionsausschusses hören Bauherren an in Biberach (Foto: SWR, Heiner Vaut)

Streit um insolventen Bauträger in Biberach Petitionsausschuss hört Betroffene an

Vertreter des Petitionsausschusses des Landtags haben am Montag in Biberach sechs Bauherren angehört. Diese sind wegen eines von der Stadt empfohlenen Bauträgers in Finanznot geraten.

Etwa 50 Interessierte verfolgten die Sitzung in einem Nebenraum der Stadthalle. Die Stadt Biberach hatte den sechs Familien im April 2016 Grundstücke für den Hausbau unter der Voraussetzung verkauft, dass sie den von der Verwaltung ausgesuchten Bauträger mit dem Hausbau beauftragen. Die sechs Häuser sollten dadurch für alle billiger werden.

Jedes Haus 100.000 Euro teurer

Die ersten Probleme mit dem Bauträger habe es schon nach wenigen Monaten gegeben, so Andreas Kopf, einer der Bauherren. Ende 2017 habe der Bauträger die Arbeiten ganz eingestellt. Die Familien machen seitdem der Stadt Biberach schwere Vorwürfe. Die Stadt habe den Bauträger nicht sorgfältig genug geprüft. Ihren finanziellen Verlust bezifferten sie auf mindestens 100.000 Euro pro Familie. Die Stadt Biberach erklärte, sie fühle sich zwar rechtlich nicht verantwortlich, aber moralisch.

Zwei Mitglieder des Petitionsausschusses sollten bei dem Vororttermin in Biberach versuchen zu erreichen, dass die Stadt Biberach sich stärker für die in Schwierigkeiten geratenen Bauherren einsetzt. Andreas Kopf hatte den Ausschuss angerufen.

Die Stadt Biberach solle die Mehrkosten für die Häuser übernehmen, fordern die betroffenen Familien. Als letzte Möglichkeit sehen sie den Gang vor Gericht. Nach ihrer Aussage ist der Fall bundesweit einzigartig.

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