Die Firmenzentrale von Hymer in Bad Waldsee (Foto: SWR, Wolfgang Wanner)

Nach Missständen bei Roadtrek Hymer darf Tochterunternehmen verkaufen

Die Familie Hymer in Bad Waldsee kann ihr Unternehmen "Roadtrek" in Kanada verkaufen. Ein Richter musste dem Verkauf zunächst zustimmen, weil es mit dem Hymer-Tochterunternehmen Probleme gab.

Das kanadische Unternehmen "Roadtrek" der Familie Hymer war insolvent. Ein kanadisches Gericht musste erst das OK geben. Dies sei nun passiert, so ein Sprecher der Hymer-Familie gegenüber dem SWR. Jetzt kann das Unternehmen an den französischen Wohnmobil-Hersteller "Rapido" verkauft werden.

Gekündigte Mitarbeiter sollen wieder eingestellt werden

Das Gericht war die letzte Instanz, die dem Deal noch zustimmen musste. Zuvor hatten der Insolvenzverwalter von "Roadtrek" sein Einverständnis gegeben, sowie die Familie Hymer und der französische Wohnmobil-Hersteller "Rapido". Dieser will die Produktion in Kanada wieder aufnehmen. 200 der 900 gekündigten Mitarbeiter sollen zurückgeholt werden. Über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen.

Bilanzen bei "Roadtrek" wurden gefälscht

"Roadtrek" in Kanada war eine von über 20 Fahrzeug-Marken, die die Erwin Hymer Group an den US-Wohnmobil-Hersteller "Thor Industries" verkaufen wollte. Als Anfang des Jahres bekannt wurde, dass Manager bei "Roadtrek" Bilanzen gefälscht hatten, wurde das Unternehmen vom Verkauf ausgeschlossen. Daraufhin wurden Manager suspendiert, 900 Mitarbeiter entlassen und vier Werke in Kanada geschlossen.

"Thor Industries" kaufte schließlich für 1,9 Milliarden Euro nur die übrigen Marken. Das insolvente Unternehmen "Roadtrek" blieb deshalb zunächst im Besitz der Familie Hymer.

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