Die Feuerwehr löscht nachts einen Brand in einem Einfamilienhaus in Hochdorf-Unteressendorf im Kreis Biberach (Foto: Thomas Warnack)

Brand in Einfamilienhaus in Hochdorf Sohn soll Mutter erschossen haben

Eine Woche nach dem Brand eines Hauses in Hochdorf-Unteressendorf bei Biberach mit zwei Toten hat die Polizei genauere Erkenntnisse. Sie geht nach wie vor von einem erweiterten Suizid aus.

Die Staatsanwaltschaft vermutet jetzt, dass der 44-jährige Sohn, der mit seiner 77-jährigen Mutter in dem Einfamilienhaus lebte, in der Nacht auf Dienstag als erstes das Feuer gelegt hat. Dazu habe er vermutlich Brandbeschleuniger verwendet, denn die Flammen breiteten sich rasant aus, teilte ein Sprecher auf SWR-Anfrage mit.

Nach der Brandstiftung soll der Sohn seiner im Bett liegenden Mutter mit einem Schrotgewehr ins Herz geschossen und sich anschließend mit einem Pistolenschuss in den Kopf selbst getötet haben.

Sohn in psychologischer Behandlung

Dass ein unbekannter Dritter für die Tat verantwortlich sein könnte, glaubt die Staatsanwaltschaft nicht. Denn im Schnee rings ums Haus gab es keine Spuren. Außerdem war die Haustür abgeschlossen. Der Sohn befand sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in psychologischer Behandlung.

Der 44-Jährige war legal im Besitz von Schusswaffen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Eine DNA-Analyse soll die Identität der beiden Opfer bestätigen.

Dauer

Großeinsatz der Feuerwehr

Das freistehende Haus wurde bei dem Brand am frühen Morgen des 26. März vollständig zerstört. Es steht in der Nähe der B465 bei Unteressendorf. Ein vorbeifahrender Autofahrer hatte gegen 2:30 Uhr das Feuer bemerkt und die Polizei angerufen.

Sehr viel Rauch am Dach eines Hauses in Hochdorf-Unteressendorf, die Feuerwehr ist im Einsatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Thomas Warnack)
Wegen Einsturzgefahr konnte die Feuerwehr das Gebäude zunächst nicht betreten. Thomas Warnack

110 Feuerwehrleute aus mehreren Gemeinden waren zur Stelle. Trupps mit Atemschutz suchten in dem Haus nach Überlebenden und fanden dabei die beiden Opfer. Das Feuer war nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle. Bei dem Brand entstand Sachschaden in Höhe von 300.000 Euro.

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