Gefahrenstoff entdeckt in Konstanz (Foto: SWR, Eichenhofer)

Großeinsatz wegen Explosionsgefahr Explosive Pikrinsäure in Konstanz

In einer Apotheke in Konstanz haben Mitarbeiter am Donnerstagabend getrocknete Pikrinsäure gefunden. In trockenere Form kann die Substanz explodieren. Sprengstoffexperten rückten an. Das Gebäude wurde evakuiert.

Mitarbeiter der Apotheke in Konstanz hatten eine Bestandsaufnahme im Lager gemacht und dabei ein kleines Gefäß mit der Aufschrift "Pikrinsäure" gefunden. Sie meldeten den Fund der Feuerwehr. Die rückte mit dem Gefahrgutzug an, denn in getrocknetem Zustand kann Pikrinsäure explodieren. Etwa 15 Menschen mussten laut Feuerwehr ihre Wohnungen verlassen. Eine angrenzende Straße wurde gesperrt.

Pikrinsäure in Konstanz wurde entsorgt

Der sogenannte Entschärferdienst des Landeskriminalamtes wurde informiert. Dieser schickte Experten zum Fundort in Konstanz, die die Pikrinsäure sicherten und entsorgten.

Gefahrenstoff-Alarm in Konstanz (Foto: SWR, Eichenhofer)
Eichenhofer

Früher mussten Apotheken Pikrinsäure vorrätig halten. Sie wurde zum Beispiel im Labor zur Analyse von Stoffwechselprodukten eingesetzt. In Schulen wurde die Chemikalie früher zum Mikroskopieren benutzt. In der Industrie verwenden Hersteller Pikrinsäure als Färbemittel für Stoffe.

Schlimme Explosion durch Pikrinsäure vor Kanada

1917 detonierten bei der sogenannten Halifax-Explosion 2.300 Tonnen Pikrinsäure. Damals kollidierten vor der kanadischen Ostküste im Hafen der Stadt Halifax zwei Frachtschiffe. Beide hatten hochexplosive Ladung an Bord: Das eine Pikrinsäure, das andere TNT. 

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