Bundespräsident Steinmeier bei der Eröffnungsfeier von "Religions for Peace" in Lindau (Foto: SWR, Alfred Knödler)

"Kein Krieg im Namen der Religionen" "Religions for Peace" - Steinmeier eröffnet Welttreffen in Lindau

In Lindau hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Welttreffen der Religionen "Religions for Peace" eröffnet. Er rief die Religionsgemeinschaften auf zu einer gemeinsamen Haltung gegen Hass und Gewalt.

"Wir mögen unterschiedlich sein in unserem Glauben. Vereinen muss uns die gemeinsame Haltung: Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt sein", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Eröffnungsrede am Mittwoch in der Lindauer Inselhalle.

"Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt sein. Die gemeinsame Botschaft von Lindau muss lauten: Kein Krieg darf geführt werden im Namen der Religion!"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Dauer

Vertreter der Evangelischen und Katholischen sprechen gemeinsam in Lindau

Hauptthema der Weltversammlung der Religionen ist Frieden. Vertreter von 17 Religionen sprechen bis Freitag in Lindau darüber, wie Religionen Frieden stiften können. Sie wurden in der Stadt am Bodensee mit einem großen Friedens-Symbol am Lindauer Mangturm begrüßt. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sprach bei der Eröffnungsfeier. Er forderte, dass die Religionsgemeinschaften dafür eintreten, dass "dringend notwendige politische Wechsel passieren".

"Rassismus, Hass und Gier sind keine natürlichen Eigenschaften, sie können überwunden werden durch Empathie, Liebe und Freundlichkeit. Dafür steht "Religions for Peace" und deswegen ist dieses Treffen so wichtig."

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Ev. Kirche

Direkt im Anschluss sprach Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Der katholische Erzbischof stimmte seinem Vorredner zu. Er betonte, dass Religionen nicht das Problem, sondern die Lösung sein sollen für mehr Frieden, Dialog und Respekt auf der Welt.

"Wir haben einen Schöpfer. Wir haben unsere Unterschiede, aber die verwenden wir nicht gegeneinander, es sind keine Kriegsinstrumente."

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Peace-Zeichen am Mangturm in Lindau (Foto: Pressestelle, Lindau Tourismus)
Lindau begrüßt die Religionsvertreter mit einem großen Peace-Zeichen am Mangturm. Pressestelle Lindau Tourismus

Die Weltversammlung "Religions for Peace" in Lindau ist die zehnte weltweit und findet zum ersten Mal in Deutschland statt.

"Religions for Peace" in Lindau soll globale Wirkung haben

Mit der Konferenz wolle man eine globale Wirkung erzielen, so Ulrich Schneider, Geschäftsführer der Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft. Unter anderem gehe es darum, Frauen besser vor sexueller Gewalt zu schützen. Außerdem soll darüber diskutiert werden, religiöse Stätten wie Tempel, Synagogen, Moscheen oder Kirchen in einer völkerrechtlich verbindlichen Form zu schützen. Weitere Themen sind laut Schneider, wie Religionen sich für den Klimaschutz und den Schutz von Minderheiten und Flüchtlingen einsetzen können.

Gemeinsames Abendessen für alle in Lindau

Es gibt auch öffentliche Veranstaltungen bei dem Religionstreffen in Lindau. Am Mittwochabend findet ein gemeinsames Abendessen auf dem Kirchplatz statt. Um 19 Uhr wird es eine lange Tafel zwischen zwei Kirchen geben, an der mitgebrachte Speisen miteinander geteilt werden sollen. Jeder sei eingeladen, egal welchen Glaubens. Es gehe um den Dialog zwischen Religionen und Kulturen, heißt es auf der Veranstaltungsseite von "Table between churches".

Ring for Peace - Kunstwerk von Gisbert Baarmann. Eine runde Skulptur aus Holz steht auf einer Wiese in Lindau. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Carolin Gißibl/dpa)
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Neues Kunstwerk als Friedenssymbol in Lindau

Anlässlich der Weltversammlung der Religionen entstand ein Kunstwerk in Lindau (siehe Bild oben). Bildhauer Gisbert Baarmann erschuf ein hölzernes Friedenssymbol. Der "Ring for Peace" ist über sieben Meter hoch und steht im Lindauer Luitpoldpark.

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