Ministerium erwägt andere Standorte Verliert Friedrichshafen die "Landshut"?

Für das Wrack der Lufthansa-Maschine "Landshut" wird ein alternativer Standort außerhalb von Friedrichshafen gesucht. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien dem SWR. 

Das Ministerium für Kultur und Medien in Berlin sucht nach einem alternativen Standort für das Flugzeugwrack "Landshut", das in einem Hangar in Friedrichshafen lagert. Die Bundesregierung und Vertreter der Dornier-Stiftung konnten sich nicht auf eine Regelung der Kostenübernahme für die geplante Ausstellung einigen. Deshalb suche man nach einem Alternativstandort, an dem die Finanzierung sichergestellt sei, so ein Sprecher der Bundesbeauftragten.  Darüber berichtete zuerst die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Wochenende.

angeschmutztes weißes Flugzeug wird aus einem Großraumflieger ausgeladen. Im Hintergrund zwei gelbe Krane. (Foto: SWR)
Die Landshut stand zuletzt in Brasilien und sollte künftig im Dorniermuseum in Friedrichshafen ausgestellt werden.

Zu hohe Betriebskosten

Die Dornier-Stiftung will die jährlichen Betriebskosten von rund 300.000 Euro nicht bezahlen, heißt es. Voraussetzung für die Realisierung des Projekts durch die Dornier-Stiftung am Bodensee sei aber die "vollständige Finanzierung der Kosten für den laufenden Betrieb der 'Landshut'-Ausstellung durch die Stiftung sowie der Fortbestand des Museums über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren", zitiert die Zeitung die Ministeriumssprecherin. Als möglichen alternativen Standort nennt der Bericht unter anderem das Mehrzweckgebäude in Stuttgart-Stammheim. Darin waren die RAF-Terrorprozesse verhandelt worden. Es soll den Plänen des baden-württembergischen Justizministers Guido Wolf (CDU) nach abgerissen werden.

Langer Streit um Finanzierung

Die Finanzierung der Dornier-Ausstellung rund um das Flugzeug hatte immer wieder zu Diskussionen geführt. So weigert sich bislang die Stadt Friedrichshafen, das Vorhaben des Museumsdirektors David Dornier finanziell zu unterstützen.

Die Maschine war 1977 von Terroristen entführt worden, die Mitglieder der "Roten Armee Fraktion" (RAF) aus dem Gefängnis freipressen wollten. Die Spezialeinheit GSG9 befreite die Geiseln in Mogadischu. Der historische Flieger wurde mit großem Aufwand im Herbst 2017 aus Brasilien nach Friedrichshafen geholt. Er musste dafür komplett zerlegt werden.

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