Ein Mann in Arbeitskleidung steht vor einem großen Motor in einer Produktionshalle. Rolls-Royce baut in Friedrichshafen unter der Marke MTU unter anderem Dieselmotoren für Schiffe. (Foto: Pressestelle, Rolls-Royce Power Systems)

Außerplanmäßige Betriebsversammlung in Friedrichshafen Stellenabbau bei Rolls-Royce Power Systems?

Bei Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen könnten im kommenden Jahr 500 Stellen abgebaut werden. Das wurde am Donnerstag auf einer außerplanmäßigen Betriebsversammlung bekannt.

Der Mutterkonzern von Rolls-Royce in England will Stellen streichen, erklärte der Vorsitzende des Betriebsrats, Thomas Bittelmeyer, am Donnerstag gegenüber dem SWR. Es gebe Aussagen, denen zufolge auch am Standort Friedrichshafen Stellen abgebaut werden sollen. Dort werden unter der Marke MTU Motoren gefertigt.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

In den vergangenen Jahren wurden bei Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen bereits knapp 500 Stellen abgebaut, indem sie nicht nachbesetzt wurden. Der erfolgreiche Standort am Bodensee werde dadurch empfindlich geschwächt, sagte Bittelmeyer. Der Betriebsrat wolle gegen einen weiteren Stellenabbau kämpfen.

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Konzern dementiert Stellenabbau

Der Konzern hat einen geplanten Stellenabbau im kommenden Jahr gegenüber dem SWR nicht bestätigt. Das Unternehmen verwies auf die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung bei Rolls-Royce Power Systems und der MTU Friedrichshafen. Sie sieht vor, dass es bis zum Jahr 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.

"Wir haben einen bestehenden Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag und den planen wir auch einzuhalten."

Christoph Ringwald, Sprecher von Rolls-Royce Power Systems

Zudem sei die Auftragslage derzeit äußerst positiv, so dass man eher mit dem möglichen Aufbau weiterer Kapazitäten beschäftigt sei, hieß es in einer früheren Mitteilung. Belastend für das britische Unternehmen ist aber der drohende Brexit, heißt es von Beteiligten.

Reaktion der örtlichen CDU

Ein Stellenabbau sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar, erklärte die CDU Bodenseekreis in einer Mitteilung.

"Der Standort Friedrichshafen mit der Kernmarke MTU ist derzeit der einzige positiv wirtschaftende Teil des Konzerns."

Volker Mayer-Lay, CDU-Kreisvorsitzender

Das aktuelle Umsatzwachstum der Firma sei hauptsächlich in Friedrichshafen erwirtschaftet worden, so der CDU-Kreisvorsitzende Volker Mayer-Lay. Eine Sanierung des Gesamtunternehmens auf Kosten des Standorts Friedrichshafen sei daher nicht akzeptabel.

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