Zwei Klimaforscher sind mit einem Schlauchboot unterwegs zu einer Mini-Bohrinsel im Stahringer See. Dort entnehmen sie Proben aus dem Seeboden. (Foto: SWR, SWR - Max Rauner)

Muss das Forschungsprojekt abgesagt werden? Bohrungen im Bodensee gestoppt

Bei den Bohrungen im Bodensee von einer Plattform vor Hagnau ist es zu Problemen gekommen. Das Forschungsprojekt der Technischen Universität Braunschweig wurde vorerst gestoppt. Heute soll sich entscheiden, ob es weiter geht.

Zwei Wochen lang haben Wissenschaftler von einer schwimmenden Plattform aus Proben aus dem Untergrund des Bodensees entnommen. Dabei waren sie bis in 20 Meter Tiefe vorgedrungen. Geplant war eigentlich, hundert Meter tief zu bohren. Doch dann war vergangenen Woche vorerst Schluss. Es hatte sich so viel Sand in dem neuartigen Bohrgerät abgesetzt, dass das Kolbensystem blockiert wurde.

Bohrinsel verschieben oder Projekt absagen?

Die Forscher überlegen nun, die Bohrinsel auf dem Bodensee vor Hagnau ein paar hundert Meter zu verschieben. Sie hoffen, dort einen weniger sandigen Untergrund zu finden. Möglicherweise könnte das Projekt auch ganz abgesagt werden.

Der Plan: Bohrungen in 100 Metern Tiefe

Für die Bohrungen im Bodensee wurde ein neuartiges Bohrsystem getestet. Es war von der Technischen Universität Braunschweig im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft entwickelt worden. Auch das Institut für Seenforschung Langenargen ist an dem Projekt beteiligt. Mit dem Bohrer wollten sie Proben in den Sedimentschichten des Bodenseegrunds in bis zu hundert Metern Tiefe entnehmen.

Das Ziel: Erkenntnisse über den Bodensee und den Klimawandel

Aus der Art der Ablagerungen können die Forscher Rückschlüsse auf die Klimasituation vor mehr als hundert Jahren schließen. Aus Sedimentproben könne man beispielsweise herauslesen, welche Organismen zu bestimmten Zeiten vorkamen oder welche Nährstoffe es gegeben habe, so die Projektleiterin Antje Schwalb von der Technischen Universität Braunschweig. Darüber erhoffen sie sich Erkenntnisse für die heutige Klimaforschung. Nebenbei könnte dabei auch neues Wissen über den Bodensee gewonnen werden.

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