Ein Albino-Wels schwimmt im Bodensee. (Foto: Fischereiforschungsstelle FFs)

Fischzählung im Bodensee abgeschlossen Albino-Wels in Bodensee gefunden

Forscher haben im Bodensee 29 Fischarten nachgewiesen - eine mehr als vor fünf Jahren. Das ergab eine repräsentative Stichprobe im Rahmen des internationalen Großprojektes "SeeWandel".

Zwischen Mitte September und Mitte Oktober untersuchten Mitarbeiter der Fischereiforschungsstelle Langenargen und der Fischereiverwaltung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Schweizer Forschern den Fischbestand des Bodensees. Mittels zahlreicher Kiemennetze mit verschiedenen Maschenweiten und Elektrofischerei rund um den See sammelten sie eine repräsentative Stichprobe der Fische.

Keine Art verloren gegangen

Positiv sei, dass in den letzten fünf Jahren keine Art verschwunden sei, es wurde sogar eine Fischart mehr gefunden als noch 2014, so Alexander Brinker, der Leiter der Fischereiforschungsstelle. Welche das ist, sei aber gar nicht so einfach zu bestimmen, sagt der Fachmann. Denn es wurden zwei Arten zusätzlich gefunden, eine andere Art aber dieses Mal nicht festgestellt. Das sei bei seltenen Fischen so, dass man die selbst mit so einem großen Aufwand nicht immer fangen kann, so Brinker. Die häufigste Art war der Barsch. Deutlich häufiger als noch vor fünf Jahren wurde der Wels registriert - er profitiert von den ansteigenden Wassertemperaturen. Wieder regelmäßig zu finden war der Tiefensaibling - er galt noch bis vor einigen Jahren als verschollen.

Seltene und geschützte Fische ins Netz gegangen

Bei der Zählung wurden viele seltene und schützenswerte Fischarten gefangen. Ein besonders exotischer Fang war ein schneeweißer Albino-Wels. Den haben die Forscher im Untersee gefunden. Es gab aber auch weitere seltene Fänge, etwa den besonders stark gefährdeten Bitterling oder die Mühlkoppe, die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt ist. An der tiefsten Stelle des Sees in 245 Meter Tiefe konnten die Wissenschaftler eine Trüsche fangen. Das ist die einzige Dorschart, die auch im Süßwasser vorkommt.

Ein Bodenseefelchen wurde mit einem Bodennetz gefangen. (Foto: Fischereiforschungsstelle FFs)
Zwei Bodenseefelchen werden aus 45 Meter Wassertiefe eingeholt. Fischereiforschungsstelle FFs

Ökosystem verändert sich stark

Der Bodensee ist laut Alexander Brinker insgesamt in einem guten Zustand. Auch die Gewässerqualität sei gut. Doch invasive Arten wie die Quagga Muschel oder der Stichling setzten dem Ökosystem zu, so Brinker. Auch dass die Nährstoffe im Gewässer zurückgehen, sei schlecht für die Tiere. Man könne derzeit noch nicht sagen, wo das hingeht, so Brinker. Deshalb seien die regelmäßigen Zählungen und Messungen durch das "SeeWandel"-Projekt wichtig. Jetzt müssen die riesigen Datenmengen noch analysiert und ausgewertet werden. Das werde einige Zeit dauern, so Alexander Brinker.

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