Thomas Walther (links) bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Wangen im Allgäu (Foto: SWR)

Er kämpfte gegen NS-Verbrecher Bundesverdienstkreuz für Allgäuer Richter

Dem früheren Richter und Staatsanwalt Thomas Walther aus dem württembergischen Allgäu ist in Wangen das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Die Bundesrepublik Deutschland würdigt damit seine Verdienste um die Aufarbeitung von Nazi-Verbrechen.

Thomas Walther machte sich vor allem im Rahmen 2009 des Prozesses gegen den KZ-Aufseher Demjanjuk einen Namen. Er bereitete die Anklage vor. Damit wurde erstmals in Deutschland ein KZ-Wachmann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, ohne dass ihm eine konkrete Tat nachgewiesen werden konnte.

Richtungsweisendes Urteil

Die Richter gingen damals davon aus, dass Demjanjuk als KZ-Aufseher automatisch ein Mordhelfer war. Es war ein richtungsweisendes Urteil in der deutschen Rechtsprechung, wie es das Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem lobte. Thomas Walther war Richter und Staatsanwalt in der bayerischen Justiz, ab 2006 arbeitete er für die Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg.

Zu der Verleihung des Bundesverdientskreuzes in Wangen im Allgäu an Thomas Walther kamen auch Holocaust-Überlebende. Wie wichtig die Arbeit des früheren Richters und Staatsanwalts für sie war, ist im Audio zu hören.

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