Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Stockacher Narrengericht (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Verhandlung vor dem Fasnets-Gericht AKK muss Stockacher Narrengericht drei Eimer Wein zahlen

Drei Eimer Wein à 60 Liter: Dazu hat das Stockacher Narrengericht die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verurteilt. Diese ließ sich nicht einschüchtern - und teilte kräftig aus.

Dauer

"Entmannung der CDU" und "Thronraub durch Verführung Minderjähriger", weil sie die Wahl um den CDU-Sitz nur mit Hilfe der Jungen Union gewonnen habe - damit habe sich die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer schuldig gemacht, so das Narrengericht in Stockach (Kreis Konstanz). Jetzt muss die Politikerin drei Eimer Wein an die Fastnachts-Richter zahlen. Ein Eimer Strafwein entspricht 60 Litern. Kramp-Karrenbauer wurde in zwei von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen. Der Vorwurf, dass sie die Republik mit saarländischer Leitkultur unterwandere, überzeugte die Richter dagegen nicht. 

Die CDU-Bundesvorsitzende konterte gekonnt: "Wann jemals in der Geschichte der Menschheit ist etwas Vernünftiges dabei herausgekommen, wenn zwanzig Männer ohne Beteiligung einer Frau zusammen etwas beraten haben? Noch nie!"

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) steht vor dem Narrengericht in Stuttgart (Foto: SWR)
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) muss sich vor dem Narrengericht in Stockach verantworten.

AKK: "Frauen an die Macht!"

Bei der Wahl zur CDU-Parteivorsitzenden hatte sich Annegret Kramp-Karrenbauer gegen zwei Männer durchgesetzt. Beim Stockacher Narrengericht stand sie nun 20 Männern gegenüber. Einschüchtern ließ sie sich nicht. Sie zog alle Register, forderte selbstbewusst "Frauen an die Macht!" und bezeichnete die Mitglieder des Narrengerichts als "Mumien". Die Unterstützung der Frauen im Saal war ihr sicher. Kramp-Karrenbauer hatte zuvor im SWR bereits angekündigt, dass sie anreisen werde, um endlich mal Wind unter die Talare des rein männlichen Stockacher Gerichts zu blasen.

Das älteste Narrengericht

Das Stockacher Narrengericht ist das älteste seiner Art und geht zurück bis ins Jahr 1351. Seine Sitzungen gehören zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Jedes Jahr werden Prominente angeklagt. Chefankläger war dieses Jahr Wolfgang Reuther.

Wolfgang Reuther vom Stockacher Narrengericht mit Narrenkappe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Patrick Seeger)
Wolfgang Reuther ist neuer Chefankläger beim Stockacher Narrengericht. Patrick Seeger
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