Das alte Düsenflugzeug, die Lufthansa-Maschine Landshut, steht auf einem Rollfeld. Die Reifen sind platt, davor Arbeiter in Warnwesten. (Foto: SWR, Martina Treuter)

Bundesregierung prüft Ausstellungs-Alternativen "Landshut"-Projekt in Friedrichshafen vor dem Aus

Die Ausstellung der Lufthansa-Maschine "Landshut" am Bodensee steht vor dem Aus. Kulturstaatsministerin Grütters sieht keine Chance mehr für das Projekt.

Für die Bundesregierung komme eine Ausstellung im Dornier-Museum in Friedrichshafen derzeit nicht in Betracht, sagte ein Sprecher der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die "Landshut" wurde 1977 entführt und gilt als Symbol für den RAF-Terror. Seit 2017 ist die Maschine in Friedrichshafen.

Streit um die Finanzierung

Das Dornier-Museum wollte sie als Mahnmal ausstellen. Streit gab es jedoch um die Finanzierung. Die Dornier-Stiftung habe zwischenzeitlich erklärt, dass der Fortbestand des Museums in Friedrichshafen nicht über 2025 hinaus gesichert sei, heißt es in der Mitteilung der Kulturstaatsministerin. Das bedeute, dass das Museum die Betriebskosten für die "Landshut"-Ausstellung nicht tragen könne. Die Bundesregierung hat im Haushalt aktuell aber auch keine zusätzlichen Mittel eingeplant.

Flughafen Tempelhof als Ausstellungsort?

Die Bundesregierung prüfe jetzt aktiv Alternativen, so heißt es weiter. Grundsätzlich wolle man aber am Vorhaben festhalten, die "Landshut" auszustellen. Ein möglicher Standort könnte der ehemalige Berliner Flughafen Tempelhof sein. Das sei allerdings nicht zeitnah zu realisieren, so die Einschätzung der Bundesregierung. Welcher Standort sonst in Betracht käme, geht aus dem Statement nicht hervor. Das Dornier-Museum hat sich in einer ersten Reaktion überrascht gezeigt.

Bewegte "Landshut"-Geschichte

Die "Landshut" wurde nach der Entführung 1977 weiter als Passagier- und Frachtmaschine eingesetzt, darunter in Frankreich und Südamerika. Zuletzt befand sie sich in Brasilien, wurde dort 2008 ausgemustert und auf einem Flugfeld in Fortaleza abgestellt. Die deutsche Bundesregierung kaufte im Mai 2017 die "Landshut" für den Schrottwert von etwa 20.000 Euro. In einer spektakulären Aktion brachten zwei Transportmaschinen Rumpf und weitere Teile der "Landshut" im September 2017 zum Flughafen Friedrichshafen. Die Kosten wurden von der Bundesregierung getragen. Die Maschine kam dann in einen Hangar des Dornier-Museums in Friedrichshafen. Sie ist öffentlich nicht zugänglich.

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