Ein Haus und Bäume sind von Wasser umgeben.  (Foto: SWR)

Überschwemmungen im Landkreis Biberach Fehlender Hochwasserschutz

In vielen Gemeinden im Landkreis Biberach ist nach dem verheerenden Hochwasser vor zwei Jahren noch nicht viel passiert. In manchen Orten aber ist das Problem akut und die Zeit drängt.

Regnet es besonders stark, schießt das Wasser durch Degernau. Das Problem des kleinen Ortsteils von Ingoldingen im Landkreis Biberach ist seine Lage. Er liegt direkt unterhalb eines Hanges. Der Jahrhundertregen 2016 hatte diesen Ort stark getroffen und wurde danach noch zwei weitere Male überschwemmt. Insgesamt hatte das Hochwasser vor zwei Jahren im Landkreis Biberach einen Schaden in Höhe von 75 Millionen Euro angerichtet. Seitdem warten die Menschen auf Schutzwälle.

Panne bei der Landesregierung

Die Anlagen zum Schutz vor Hochwasser sind allerdings so teuer, dass Ingoldingen und viele andere Gemeinden im Landkreis nicht ohne Zuschüsse vom Land auskommen. Die flossen bisher aber nicht. Denn die dafür notwendigen Anträge sind so umfangreich, dass die Gemeinden mit Unterstützung von Ingenieurbüros für die Bearbeitung viele Monate benötigen.
Hinzu kommt nach SWR Informationen eine Panne seitens der Landesregierung. Die im Dezember 2016 veröffentlichen neuen Fördervoraussetzungen für Hochwasserschutz waren so ungenau, dass die Behörden ein halbes Jahr nicht wussten, wie sie auszulegen waren.

Ingoldingen ist die erste von zehn Gemeinde, die den Antrag nach den neuen Richtlinien fertig gestellt und abgegeben hat. Im kommenden Jahr könne gebaut werden, so Bürgermeister Jürgen Schell. Und er hofft, dass bis dahin ein Hochwasser ausbleibt.

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