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Unter dem Dach der Kirche Ein Schweizer im Osten

Der Thurgauer Arne Engeli, heute 83, reist im Oktober 1989 im Rahmen eines ökumenischen Austauschs in die DDR. In Leipzig geht er bei der Montagsdemonstration gemeinsam mit tausenden Ostdeutschen auf die Straße.

Einen ganz unmittelbaren Einblick in die Geschehnisse kurz vor dem Mauerfall in der DDR hat der heute 83-jährige Schweizer Arne Engeli aus Rorschach erhalten. In Rorschach war er 20 Jahre lang Leiter der Evangelischen Akademie im Schloss Wartensee. Zwischen 1985 und 1990 besuchte er fünfmal im Rahmen eines ökumenischen Austauschs die DDR.

"Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, dass die Menschen in den Kirchgemeinden, in den Akademien und Friedensseminaren nicht isoliert sind, sondern Kontakt haben mit Menschen aus dem Westen. Unsere Besuche waren für sie wichtig. Und umgekehrt war es für uns auch wichtig, aus erster Hand Informationen zu bekommen über die Situation in der DDR"

Arne Engeli

Auch im Oktober 1989 reist Arne Engeli nach Zwickau, Leipzig und Dresden. Die Kirche, das merkt er immer wieder, ist in der DDR der einzige Ort, an dem sich die Menschen frei versammeln und reden können. Er wird Zeuge der friedlichen Wende der DDR. So besucht er am 16. Oktober das Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche und geht anschließend mit tausenden Ostdeutschen auf die Straße während der sogenannten Montagsdemonstration. Er ist beeindruckt vom Mut der Ostdeutschen und bewegt von ihren lauten Rufen: "Wir sind das Volk!", "Keine Gewalt", "Schließt Euch an!", "Neues Forum zulassen!", "Wir bleiben hier!", "Freie Wahlen!", "Gorbi".

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Und wie war Ihr 9. November 1989?

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Eindrücke aus der DDR im Oktober 1989

Ein Schweizer im Osten

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Der Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen" wird zum Symbol der Friedensbewegung der DDR. 1980 hat es der sächsische Jugendpfarrer Harald Bretschneider entwickelt. Es wird zum Symbol einer oppositionellen Haltung. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Arne Engeli war am 16. Oktober auf einer der Montagsdemonstrationen in Leipzig dabei. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Unter dem Dach der Kirche entwickeln sich viele Friedens- und Umweltgruppen. Kirchliche Gruppen bieten den einzigen Raum für eine zweite Öffentlichkeit. Privat Bild in Detailansicht öffnen
In der Leipziger Nikolaikirche fanden die Friedensgebete statt. Daran schlossen sich die Montagsdemonstrationen an, die die friedliche Wende in der DDR einleiteten. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Der Leipziger Maler und Graphiker Matthias Klemm verarbeitet den Mauerfall auf seine Art und Weise. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Der Leipziger Künstler Matthias Klemm ist ein Freund von Arne Engeli. Er zieht die Parallele zu Marias Lobgesang: "Er stösst die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen" Privat Bild in Detailansicht öffnen
Auch der Leipziger Künstler Matthias Klemm freut sich über die neu gewonnene Freiheit. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Die damals achtjährige Tochter der Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe zeichnet ihr eigenes Bild von den Montagdemonstrationen. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Umweltschutz in DDR: eine Baumpflanzaktion. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Die DDR ist nicht so bunt wie die Schweiz, sondern oft grau und trist. Privat Bild in Detailansicht öffnen
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