Tor zum ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen mit der Aufschrift "Arbeit macht frei". (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa)

AfD-Besuchergruppe aus dem Wahlkreis Bodensee Volksverhetzung in KZ-Gedenkstätte kommt vor Gericht

Der Mann aus dem Raum Bodensee-Oberschwaben, der in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in Brandenburg den Holocaust geleugnet haben soll, hat gegen den Strafbefehl Widerspruch eingelegt.

Der Fall hatte im vergangenen Sommer für Aufsehen gesorgt. Eine AfD-Besuchergruppe aus dem Wahlkreis Bodensee hatte in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen mit rechter Hetze provoziert. Einige der Teilnehmer hatten eine Führung in der Gedenkstätte anhaltend gestört, bis sie abgebrochen wurde.

Strafbefehl erlassen

Nun hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen einen Mann dieser Besuchergruppe einen Strafbefehl beim Amtsgericht Oranienburg beantragt, er soll eine Geldstrafe bezahlen. Der Mann soll den Holocaust geleugnet haben, so die Staatsanwaltschaft Neuruppin. Ihm werden auch Volksverhetzung und Störung der Totenruhe vorgeworfen. Der Betroffene habe dagegen jedoch Einspruch eingelegt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Daher kommt es nun zum Prozess vor dem Amtsgericht.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Teilnehmer der Gruppe seien mangels Beweise eingestellt, so die Staatsanwaltschaft. Die Gruppe war im Juli vergangenen Jahres von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel eingeladen worden. Die Politikerin sitzt für den Wahlkreis Bodensee im Bundestag. Weidel war bei dem Besuch der KZ-Gedenkstätte nicht dabei. Laut AfD-Kreistagsfraktion im Bodenseekreis sind beide Männer keine Parteimitglieder.

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