Spirituelle Zeremonie bei der Weltversammlung "Religion for Peace" in Lindau (Foto: Pressestelle, Ring for Peace)

Zum Abschluss des Religionsgipfels am Bodensee "Religions for Peace" in Lindau: Mehr Schutz für religiöse Stätten

Mehr als 900 Religionsvertreter haben in Lindau in den vergangenen Tagen über Lösungen für Konflikte in der Welt beraten. Die Teilnehmer von "Religions for Peace" einigten sich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung.

Mehr Schutz für religiöse Stätten. Das fordern die rund 900 Delegierten beim zehnten Religionsgipfel in Lindau in ihrer Abschlusserklärung. In religiös motivierten Konflikten kommt es immer wieder zu Angriffen auf Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Deshalb will sich die Organisation "Religions for Peace" bei den Vereinten Nationen für eine Vereinbarung stark machen, wonach religiöse Stätten Schutzstatus erhalten.

"Es ist höchste Zeit!" - "Religions for Peace" fordert Schutz für Arme und Umwelt

Die nach eigenen Angaben größte Allianz religiöser Gemeinschaften forderte auch mehr Schutz für Arme, Flüchtlinge, Frauen, Jugend und die Umwelt. Außerdem wolle die Organisation "als vollwertiger Partner die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen zu unterstützen". Es sei höchste Zeit. "Wir sind zu sofortigem Handeln aufgerufen", heißt es in der Erklärung. Zehn Prozent der Menschheit lebten in bitterer Armut, 70 Millionen Menschen seien auf der Flucht, es gebe ein neues Wettrüsten. Regenwälder würden abgeholzt, Meere vergiftet.

Steinmeier in Lindau: "Kein Krieg im Namen der Religionen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Versammlung am Dienstag eröffnet. Er mahnte in seiner Rede, Religionen dürften kein Anlass für Unfrieden und Krieg, sondern müssten "Werkzeuge des Friedens" sein. Auch die Religionsvertreter sprachen in den vergangenen Tagen darüber, wie Religionen Frieden stiften können. Sie versuchten unter anderem, einen Konflikt in Myanmar zu entschärfen. Dort wurden zuletzt etwa eine Million muslimische Rohingya vertrieben. Mehr dazu ist im Audiobeitrag zu hören.

Dauer

Hindus, Juden, Muslime und Christen vereint in Lindau

Die vielen unterschiedlichen Vertreter großer und kleiner Weltreligionen machten aus der kleinen Stadt Lindau am Bodensee einen bunten Ort der Begegnung und des Dialogs. Höhepunkt des Treffens war für viele das gemeinsame Abendessen mit Lindauer Bürgern. Dafür wurde eine lange Tafel unter freiem Himmel aufgestellt. An dieser teilten sich die Besucher mitgebrachte Speisen. Ein Bild mit Symbolkraft.

Viele Menschen sitzen an einer langen Tafel auf dem Kirchplatz in Lindau zum Friedensdialog. (Foto: Pressestelle, Ring of Peace)
Zwischen der evangelischen und katholischen Kirche in Lindau wurde eine lange Tafel für ein interreligiöses Abendessen aufgestellt. Es kamen etwa 1.000 Menschen - viel mehr als erwartet. Pressestelle Ring of Peace

"Religions for Peace" zum ersten Mal in Deutschland

Die Weltversammlung "Religions for Peace" gibt es etwa alle fünf Jahre. Sie fand erstmals in Deutschland statt. Seit 1973 ist das Bündnis von den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation anerkannt. Es vermittelte in Konflikten wie in Bosnien-Herzegowina, in Ruanda, im Kongo, im Irak und in Syrien.

Weltkonferenz der Religionen am Bodensee Religion ohne Grenzen - Gemeinsame Zeremonie in Lindau

Spirituelle Zeremonie bei der Weltversammlung "Religion for Peace" in Lindau (Foto: Pressestelle, Ring for Peace)
Religionsverteter feierten in Lindau bei "Religions for Peace" eine gemeinsame Zeremonie. Pressestelle Ring for Peace Bild in Detailansicht öffnen
Vor der Skulptur "Ring of Peace" versammelten sich die Teilnehmer. Der Ring steht als verbindendes Element, das nicht auf eine Religion festgelegt ist oder andere ausschließt. Pressestelle Ring for Peace Bild in Detailansicht öffnen
Vertreter von 17 unterschiedlichen Religionen nehmen an der Weltkonferenz in Lindau teil. Pressestelle Ring for Peace Bild in Detailansicht öffnen
Es geht ihnen darum, Frieden zu stiften. Pressestelle Ring for Peace Bild in Detailansicht öffnen
"Wir sind unterschiedlich, aber wir haben einen Schöpfer", sagte Kardinal Marx in seiner Eröffnungsrede. Pressestelle Ring for Peace Bild in Detailansicht öffnen
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