Das Archäologische Landesmuseum Konstanz, ALM, wird 30 Jahre alt. (Foto: SWR, Fiehler)

Neue Sonderausstellung "Mittelalter am Bodensee"

30 Jahre Archäologisches Landesmuseum in Konstanz

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Friederike Fiehler

Das Archäologische Landesmuseum in Konstanz wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Am Samstag gab es einen Festakt, zudem wurde eine neue Sonderausstellung eröffnet.

Das Archäologische Landesmuseum Konstanz (ALM) gehört zu den bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. Es zeigt Grabungsfunde von den Pfahlbauten über die Römerzeit bis zum Mittelalter.

"Wir verstehen und als Schaufenster der Landesarchäologie und wir möchten den Bewohnern von Baden-Württemberg ihre Geschichte, die nicht über Schriftquellen überliefert ist, näherbringen."

Im März 1992 wurde das ALM ursprünglich als Außenstelle in Konstanz eröffnet. Geplant war, die offizielle Zentrale in Stuttgart anzusiedeln, doch dazu kam es nie. Seit 2010 ist das Museum in Konstanz offiziell Hauptstandort. Mittlerweile gibt es sieben Zweigstellen im ganzen Land, unter anderem das Federseemuseum in Bad Buchau (Kreis Biberach) und das Limesmuseum Aalen (Ostalbkreis). 160.000 Besucherinnen und Besucher locken alle acht Museen im Jahr gemeinsam an, 30.000 kommen in der Regel nach Konstanz.

SWR-Reporterin Friederike Fiehler hat sich mit der stellvertretenden Museumsdirektorin Barbara Theune-Großkopf und dem Mittelalter-Experten Ralph Röber über 30 Jahre ALM unterhalten:

Dieser Bericht von Wolfgang Klaus lief zur Eröffnung des Museums 1992 in der Abendschau des SWF. Zu sehen ist die damalige Museumsleiterin Judith Oexle:

Prachtstück des Museums: Ein Lastensegler

Eines der größten Highlights für das ALM in den vergangenen 30 Jahren war ein gläserner Anbau im Jahr 2000. Er wurde eigens für eines der Prachtstücke des Museums gebaut: Einen über 600 Jahre alten Lastensegler, der auf dem Grund des Bodensees gefunden wurde. Er ist über 20 Meter lang, fast komplett erhalten und der einzige seiner Art.

Das Archäologische Landesmuseum Konstanz, ALM, wird 30 Jahre alt. (Foto: SWR, Fiehler)
Die Zentrale des Archäologischen Landesmuseums in Konstanz. Zum Museum gehören sieben Zweigstellen im ganzen Land. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 2000 bekam das Museum einen Anbau. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Darin zu sehen ist eines der Prachtstücke des Museums: Ein über 600 Jahre alter, fast komplett erhaltener Lastensegler. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Bekannt ist das Museum auch für seine Playmobil-Ausstellungen: Seit viele Jahren werden dort große geschichtliche Epochen spielerisch mit kleinen Playmobil-Figuren inszeniert. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Im ALM wird am Samstag eine neue Sonderausstellung eröffnet. Sie trägt den Titel "Mittelalter am Bodensee - Wirtschaftsraum zwischen Alpen und Rheinfall". Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Für die internationale Wanderausstellung haben sich zwölf Museen und archäologische Fachstellen aus der Vierländerregion Bodensee zusammengeschlossen. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Ausgestellt werden 150 zum Teil nie gezeigte archäologische und historische Exponate. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Ein besonderes Exponat ist der Riedlinger Münzvertrag von 1423. Er regelte ein einheitliches Währungssystem am Bodensee. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Zur Ausstellung gehört auch ein sogenannter "Escape Room". Dort können spielerisch mittelalterliche Rätsel gelöst werden. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen

Playmobil-Ausstellungen im Winter

Bekannt ist das Museum auch für seine Playmobil-Ausstellungen. Seit vielen Jahren werden dort große geschichtliche Epochen spielerisch mit kleinen Playmobil-Figuren inszeniert. Aktuell zeigt die Playmobil-Ausstellung, wie sich Burgen im Laufe der Zeit verändert haben - von der keltischen Heuneburg bis zur spätmittelalterlichen Adelsburg.

Eröffnung Sonderausstellung "Mittelalter am Bodensee"

Am Samstag eröffnete zudem die neue Sonderausstellung "Mittelalter am Bodensee – Wirtschaftsraum zwischen Alpen und Rheinfall". Sie beschäftigt sich damit, wie die Menschen rund um den Bodensee vor über 500 Jahren gelebt und gearbeitet haben.

"Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem Handwerk, auf der Wirtschaft und auf den Rohmaterialien der Bodenseeregion. Das ist mal ein anderer Blickpunkt, den finde ich besonders schön.“

Für die Ausstellung haben sich 12 Institutionen rund um den Bodensee zusammengetan und über 150 mittelalterliche Funde zusammengetragen. Zur Ausstellung gehört außerdem ein sogenannter "Escape Room". Dort können spielerisch mittelalterliche Rätsel gelöst werden.

SWR-Reporterin Friederike Fiehler hat die neue Sonderausstellung vorab besucht:

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