Junge Frau mit Spenderniere aus Allensbach-Hegne

Niere durch EHEC-Infektion geschädigt

Junge Frau aus Allensbach lebt seit Jahren mit einer Spenderniere

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild
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Hildegard Eichenhofer
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Die 18-jährige Stella Mangold aus Allensbach-Hegne wurde als Kind mit dem EHEC-Bakterium infiziert und lebt seit sieben Jahren mit einer Spenderniere. Doch bald wird sie ein neues Organ brauchen.

Stella Mangold ist erst 18 Jahre alt und lebt bereits seit sieben Jahren mit einer Spenderniere. Als Kind hat sie sich mit EHEC infiziert, wodurch ihre Niere stark geschädigt wurde. Aus der Familie kam nur die Mutter als Spenderin infrage. Die Mutter spendete ihrer Tochter das überlebenswichtige Organ. Doch es ist absehbar, dass Stella Mangold in einigen Jahren eine neue Niere benötigt.

In Deutschland warten derzeit 8.400 Menschen auf eine Transplantation, die meisten von ihnen benötigen eine Niere. Das zeigen die Zahlen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO). Davon hoffen allein in Baden-Württemberg nahezu 1.000 Patientinnen und Patienten auf eine baldige Spende. Im Jahr 2022 etwa sind deutschlandweit 743 Menschen verstorben, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten haben.

Zustimmung zur Spende ist gesetzlich geregelt

Deutschland gehört zu den Ländern in Europa, in denen vergleichsweise wenig Organe gespendet werden. Hier gilt die Entscheidungslösung. Das heißt, dass Organe von Verstorbenen nur dann entnommen werden dürfen, wenn die Person zu Lebzeiten der Entnahme zugestimmt hat. Falls keine Entscheidung vorliegt, müssen die Angehörigen entscheiden.

Widerspruchslösung könnte für mehr Spenden sorgen

In den meisten Ländern Europas gilt die Widerspruchslösung. Dort zeigt sich in der Regel eine höhere Bereitschaft zur Organspende. Bei der Widerspruchslösung wird davon ausgegangen, dass jede und jeder grundsätzlich nach dem Tod zu Organspende bereit ist, vorausgesetzt sie oder er hat zu Lebzeiten nicht aktiv widersprochen. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha vertritt die Meinung, dass die Widerspruchslösung ein wichtiger Schritt hin zu mehr Organspenden auch bei uns wäre.

Die Entscheidung zur Organspende ist eine, die Leben retten kann. Es kann jeden von uns unerwartet treffen. Niemand sollte sterben müssen, nur weil es hierzulande zu wenig Organspende gibt.

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Stella Mangold wird in ein paar Jahren eine neue Niere benötigen. Die Medikamente, die sie gegen die Abstoßung der Niere nehmen muss, schädigen gleichzeitig das Organ. In Deutschland muss sie acht bis neun Jahre auf ein Spenderorgan warten. In Österreich betrugen 2022 laut "Transplant-Jahresbericht" die Wartezeiten für eine Spenderniere durchschnittlich zwischen 14 und 36 Monate.

Stella Mangold ist 18 Jahre und lebt in Allensbach-Hegne. Seit sieben Jahren lebt sie mit der Spenderniere ihrer Mutter
Stella Mangold überlegt sich, ins europäische Ausland zu ziehen, damit sich ihre Chancen auf eine Spenderniere erhöhen.

In anderen Ländern sind die Wartezeiten teils erheblich kürzer

Für Stella ist es deshalb denkbar, ins europäische Ausland, etwa nach Österreich, zu ziehen, damit sich ihre Chancen auf ein Spenderorgan erhöhen.

Am meisten sorgt mich, dass es zu lange dauert, bis ich ein Organ bekomme. Und dass mein Körper dann so lange an der Dialyse war, dass er so kaputt ist, dass ich es vielleicht gar nicht mehr bis zu einer Transplantation schaffe.

Für eine Organspende gelten jeweils die Gesetze des Landes, in dem man lebt und nicht die des Herkunftslandes. Wer in Österreich lebt, unterliegt somit der Widerspruchslösung. Das heißt, dass im Todesfall grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass Organe der verstorbenen Person gespendet werden können, sollte kein Widerspruch vorliegen. Für Patienten, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind, bedeutet es umgekehrt auch eine schnellere Transplantation.

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