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Sie ist gefeiert worden als "literarische Senkrechtstarterin", als "Stimme Oberschwabens" und als Chronistin einer schwindenden bäuerlichen Lebenswelt. Am 8. Oktober wäre Maria Beig 100 Jahre alt geworden.

Maria Beig war zeitlebens keine, die sich wichtig nahm. Am 8. Oktober 1920 wurde sie in dem oberschwäbischen Weiler Senglingen geboren, als siebtes von mehr als einem Dutzend Kindern einer bäuerlichen Großfamilie. Sie starb 2018 im Alter von 97 Jahren. Maria Beig war Hauswirtschaftslehrerin, Ehefrau und Mutter und sie ließ sich mit 57 Jahren vorzeitig pensionieren, um schreiben zu können - feinsäuberlich in Druckbuchstaben in Schulhefte.

Im Alter sagte Maria Beig über ihr Schreiben: "Auf einmal ist es da, aus einem heraus kommt es."

Maria Beig schrieb über die Schwestern, die Menschen auf den Höfen im Dorf, später über die Nachbarn in einer Reihenhaussiedlung in Friedrichshafen - in lakonischen Sätzen, schlicht und treffend. "Rabenkrächzen" hieß ihr Erstlingswerk. Zum ersten Mal las Maria Beig aus dem Manuskript auf dem Literarischen Forum Oberschwaben in Wangen. Später erinnerte sich die Autorin und Journalistin Gisela Linder, Maria Beig habe schüchtern und mit zitternder Stimme gelesen. Anschließend habe Martin Walser laut nach einem Verleger für das Werk gerufen. "Rabenkrächzen" erschien 1982.

Zum 100. Geburtstag der oberschwäbischen Autorin sendet der SWR zwei Hörspiele: "Rabenkrächzen" und "Ein Lebensweg".

Zum 100. Geburtstag von Maria Beig Zwei Hörspiele in der Reihe SWR4 Mundart und Musik

Maria Beig wurde am 8. Oktober 1920 im oberschwäbischen Senglingen geboren, nun jährt sich ihr 100. Geburtstag. Sie starb am 3. September 2018 in Friedrichshafen.  mehr...

SWR4 BW Mundart und Musik SWR4 Baden-Württemberg

Bis zu ihrem Tod 2018 schrieb Maria Beig mehrere Romane und Erzählungen, darunter "Hochzeitslose" (1983), "Hermine. Ein Tierleben" (1984) und "Buntspechte" (2002). Ihr autobiografischer Roman "Ein Lebensweg" wurde im Juni 2009 auf den ersten Platz der SWR2 Bestenliste gewählt.

Mit Literaturpreisen und Gesamtausgabe geehrt

Für ihr umfangreiches Werk erhielt Maria Beig unter anderem den Alemannischen Literaturpreis, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, den Literaturpreis der Stadt Stuttgart sowie den Johann-Peter-Hebel-Preis. Zu ihrem 90. Geburtstag erschien ihr Gesamtwerk in fünf Bänden.

An die "Stimme Oberschwabens" erinnert SWR-Redakteurin Thea Thomiczek in einem Hörfunkbeitrag, der hier nachgehört werden kann:

SWR-Redakteur Thomas Hagenauer hat sich anlässlich des 100. Geburtstags von Maria Beig mit Schauspielerin Dietlinde Ellsässer und Regisseurin Felicitas Ott über die oberschwäbische Autorin, ihre Werke und ihre Bedeutung unterhalten.

Anna Maria Hepp ist eine Frau Mitte Sechzig, hat ein arbeitsreiches Leben gelebt, eine Familie gegründet, sich in Äpfingen (Kreis Biberach), ihrem Heimatdorf engagiert. Und doch ist da etwas, was in ihrem Leben fehlt, sagt sie: Sie konnte nie einen Beruf ergreifen. Denn auf dem Bauernhof ihrer Eltern wurde jede Hand gebraucht, da war keine Zeit für große Ziele. Bauernleben war hart, und Kinder nicht gerade verwöhnt. Anna Maria Hepp ist auf gewisse Art eine wie Maria Beig.  Auch Frau Hepp stammt vom Land, sie schreibt über die Gegend zwischen Donau und Bodensee.

Hier können Sie die Hörspiele anhören:

Hör-Monolog Ein Lebensweg

Hör-Monolog nach dem gleichnamigen Roman von Maria Beig. Hörspielbearbeitung und Regie: Felicitas Ott, ins Schwäbische übersetzt und gesprochen von Dietlinde Ellsässer.  mehr...

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Mundarthörspiel "Rabenkrächzen"

Maria Beigs "Rabenkrächzen" ist die Chronik einer Bauernfamilie im 20. Jahrhundert – ihr erster Roman, der 1982 zum literarischen Ereignis wurde – nun als Hörspiel.  mehr...

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