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Auslandsreisen gelten während der Corona-Pandemie als riskant. Was müssen Urlauber beachten? Was passiert etwa, wenn das Urlaubsziel zum Risikogebiet wird, was wenn man an Corona erkrankt? Ein Überblick.

Was muss ich bei der Reise an mein Urlaubsziel beachten?

Für Reisen in die meisten Länder der Europäischen Union gilt: Die weltweiten Reisewarnungen sind aufgehoben und die Grenzen geöffnet. In nahezu alle Urlaubsländer wie Italien, Frankreich, Spanien und Kroatien darf nun wieder frei eingereist werden. Jetzt gelten nur noch sogenannte Reisehinweise. Das heißt: das Land entscheidet selbst, wie und ob eingereist werden darf.

Auch für Schengen-assoziierte Staaten (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) sowie für Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstaat gilt keine Reisewarnung.

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen rät das Auswärtige Amt allerdings seit Dienstag (28.7.) von touristischen Reisen in mehrere Regionen Spaniens ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den "hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen". Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst.

Das Auswärtige Amt warnt außerdem seit 15. Juli vor nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen nach Luxemburg , da dort die Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten wurde. Für Reisen nach Kroatien wird empfohlen, ein Formular mitzuführen.

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Ansonsten gilt bis zum 31. August 2020 weiterhin eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Man kann dann zwar einreisen, wenn das Reiseland das erlaubt. Die Einreise erfolgt dann aber "auf eigene Gefahr". Bucht man beispielsweise eine Reise, obwohl man von der Reisewarnung weiß, und will sich dann vom Vertrag lösen, bekommt man sein Geld nicht mehr zurück. Vor Reisebeginn sollte man sich also unbedingt informieren, welche Corona-Regeln am Zielort gelten. Vielerorts gelten auch in Hotels Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Muss ich mich bei der Rückkehr auf Corona testen lassen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten verpflichtend machen. Die Regelung soll ab kommender Woche (3.8.) gelten. So will die Bundesregierung verhindern, dass Reisende andere anstecken und neue Infektionsketten auslösen. Die Tests sollen für Rückkehrer kostenfrei sein. Allerdings sind die Tests rechtlich umstritten. Eine Test-Pflicht für Reisende aus Nicht-Risikogebieten hat Spahn ausgeschlossen.

Meine Familie kommt aus einem Risikogebiet: Kann ich sie trotzdem besuchen?

Auch der Besuch der Familie gilt als Reise. Lebt die Familie in einem Risikogebiet im In- oder Ausland, gelten die jeweiligen Reisebestimmungen der Länder. Es ist aber nicht per se verboten, in Risikogebiete zu reisen. Dabei sollte aber die nachfolgende Quarantänezeit beachtet werden.

Der eigene Wohnort wird zum Risikogebiet, was passiert mit dem geplanten Urlaub?

Für Reisen innerhalb Deutschlands gelten die unterschiedlichen Regeln der Bundesländer. Niedersachsen fordert beispielsweise einen negativen Corona-Test. Der darf nicht älter als 48 Stunden sein. Bayern ist strenger: Je nach aktuellem Stand der Corona-Neuinfektionen darf unter Umständen auch gar nicht eingereist werden. So regelten das die Länder jüngst im Fall des Lockdowns im Kreis Gütersloh.

Für Reisen ins Ausland gilt das Recht des Urlaubslandes. Diese können bestimmen, ob und unter welchen Voraussetzungen - zum Beispiel einer Quarantänepflicht - eingereist werden darf. Ist der Urlaub bereits gebucht, besteht kein Rechtsanspruch, den Urlaub kostenfrei zu stornieren.

Was passiert, wenn das Urlaubsziel zum Risikogebiet erklärt wird?

Ist das gewünschte Urlaubsziel plötzlich ein Risikogebiet, sollte von der Einreise abgesehen werden. Die Gefahr besteht, dass dann nicht mehr ausgereist werden darf. Das bereits gezahlte Urlaubsgeld bekommt man aber nicht in jedem Fall wieder zurück.

Wer individuell bucht, also mehrere Verträge für seinen Urlaub abgeschlossen hat, muss sich informieren, unter welches Landesrecht der Vertrag fällt. Das entscheidet dann, ob der Reisende sein Geld zurückbekommt oder nicht.

Besser aber die Lage für Pauschalurlauber: Wer verschiedene Urlaubsleistungen im "Paket" gebucht hat, kann kostenlos stornieren, wenn zum Zeitpunkt der Buchung noch keine Reisewarnung für das Urlaubsziel vorgelegen hat. Der Grund liegt darin, dass der Vertragspartner auch aus Deutschland kommt. Für den gelten dann die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches. Eine Reisewarnung wird als "höhere Gewalt" bisher anerkannt. Vorsicht gilt aber auch hier: Wer seinen Urlaub bucht, obwohl das Zielland schon zu diesem Zeitpunkt als Risikogebiet gilt und eine Reisewarnung vorliegt, bekommt sein Geld nicht zurück.

Ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll?

Muss ein Urlauber die Stornokosten einer Reise selbst tragen, weil er wegen Krankheit oder aus ähnlichen Gründen seine Reise nicht antreten kann, dann springt die Reiserücktrittsversicherung ein. Erkrankt man an Corona, ist das genau ein solcher Fall. Nicht umfasst ist aber die bloße Angst, Corona zu bekommen. Muss man aber mit Quarantänemaßnahmen rechnen, weil man aus einen Risikogebiet kommt, kann das unter Umständen - je nach Versicherungsbedingung - von der Versicherung umfasst sein

Was passiert, wenn ich im Ausland an Corona erkranke?

Wenn eine Infektion festgestellt wird, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Oftmals werden Quarantänemaßnahmen angeordnet. Diese gelten auch für Reisende und müssen befolgt werden. Eine Rückreise ist während dieser Zeit in der Regel nicht möglich.

Muss ich einen Gutschein von meinem Reiseveranstalter annehmen?

Oft bieten Reiseveranstalter Gutscheine statt Erstattung des Reisepreises bei einer Stornierung an. Besteht bei der gebuchten Reise ein Recht auf Stornierung, muss der Gutschein nicht angenommen werden. Anders ist das, wenn der Veranstalter diesen aus Kulanz anbietet. Dann kann es sinnvoll sein anzunehmen. Dabei muss aber beachtet werden: Ein Gutschein schützt nicht vor Insolvenz des Veranstalters.

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