STAND

Wie geht es nach Ostern an den Schulen in Baden-Württemberg weiter? Dafür hat das Land jetzt einen Plan - für viele Schüler soll es demnach zunächst zurück in den Fernunterricht gehen.

Das Land Baden-Württemberg nimmt wegen der schnell steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Osterferien zunächst Öffnungsschritte an den Schulen zurück. Vom 12. bis 16. April werde es keinen Präsenz-, sondern nur Fernunterricht geben, teilte das Kultusministerium am Freitag in Stuttgart mit. Für Schülerinnen und Schüler bis zur Klasse 7 werde bei Bedarf eine Notbetreuung eingerichtet. Ab dem 19. April soll es wieder einen Wechselbetrieb für alle Klassenstufen geben, sofern es das Infektionsgeschehen zulasse. Hintergrund ist die Sorge, dass sich die Corona-Mutante verstärkt über Kinder und Jugendliche verbreitet.

Geöffnet im Wechselunterricht bleiben Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung. Auch die Abschlussklassen sollen teilweise in Präsenz unterrichtet werden. Wer in der Woche vom 12. April an in die Schulen zurückkehrt, muss sich noch nicht testen lassen, es bleibt auf freiwilliger Basis. In der Woche ab dem 19. April sollen alle Klassen im Wechsel in die Schulen zurückkehren, "sofern es das Infektionsgeschehen dann zulässt", schrieb Ministerialdirektor Michael Föll. Dann soll es auch eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler geben, die am Präsenzunterricht teilnehmen.

Ergebnis eines erneuten Spitzengesprächs

Die Maßnahmen sind auch das Ergebnis eines erneuten Spitzengesprächs mit Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden am Gründonnerstag unter Leitung von Staatsministerin Theresa Schopper (Grüne). Zunächst müssten sich die Infektionszahlen wieder auf niedrigerem Niveau stabilisieren. Zuletzt war die Zahl in Baden-Württemberg auf etwa 130 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche gestiegen.

Eine Schülerin sitzt in einem Arbeitszimmer und arbeitet für die Schule (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Symbolbild))
Viele Schülerinnen und Schüler waren schon wochenlang nicht in der Schule vor Ort picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Symbolbild)

Ministerialdirektor Föll bat die Schulen, zwei Wochen vor Beginn der Abschlussprüfungen zur Sicherheit auf Fernunterricht umzustellen. Für die Prüfungen gelte dann ein Mindestabstand von 1,5 Metern, zudem müssen die Schülerinnen und Schüler eine medizinische Maske tragen.

Rückkehr aller Kinder und Jugendlichen auf Eis gelegt

Beim ersten Gespräch am Montag hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) seine Pläne für eine Rückkehr aller Kinder und Jugendlichen an die Schulen nach den Osterferien zunächst auf Eis gelegt. Dabei waren sich alle Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrkräften einig, dass es Wechselunterricht nur geben kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen zwischen 50 und 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Liegt die Inzidenz drüber, müssten die Schulen geschlossen und Fernunterricht angeboten werden. Dies entspreche den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Die Regierung habe dagegen den Standpunkt vertreten, dass in Hotspots erst mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 die Schulen geschlossen werden müssten.

Grundschulen seit Mitte März im Regelbetrieb

In Baden-Württemberg sind viele Kinder und Jugendliche seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Die Grundschulen hatten Mitte Februar wieder mit Wechselunterricht begonnen, seitdem sind auch die Abschlussklassen teils wieder an den Schulen. Seit 15. März sind die Grundschulen im Regelbetrieb. Auch die fünften und sechsten Klassen sind zurückgekehrt, können aber im Wechsel unterrichtet werden.

Mehr zum Thema

Baden-Württemberg

Corona-Politik in Baden-Württemberg Weitere Schulöffnungen auf Eis - Verlängerung der Osterferien im Gespräch

Die Schulen in Baden-Württemberg sollen bis Mai rund 16 Millionen Schnelltests bekommen. Dennoch ist Präsenzunterricht für alle Schüler nach den Osterferien noch nicht sicher. Im Gespräch ist auch eine Verlängerung der Ferien.  mehr...

Baden-Württemberg

Vor Gespräch über Schulöffnungen Schüler und Eltern fordern mehr Tests an Schulen und Impfangebote

Wie lassen sich Sicherheit und Präsenzunterricht an den Schulen unter einen Hut bringen? Schüler- und Elternvertreter in Baden-Württemberg sind sich in dieser Frage einig.  mehr...

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Landesweite Inzidenz steigt auf 143,7

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN