Eine Besuchern des Inselbades in Stuttgart (Baden-Württemberg) sitzt bei hochsommerlichen Temperaturen am Beckenrand (Symbolbild). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Wolfram Kastl)

Antrag der Jungen Liberalen

FDP-Parteitag befasst sich nicht mit "Free the Nipples"

STAND

Die Jungen Liberalen setzen sich beim Landesparteitag in Fellbach unter anderem für Oben-ohne-Schwimmen in Bädern ein. Fraktionschef Rülke sieht das skeptisch.

Die Jungen Liberalen sehen großen Nachholbedarf bei der FDP: Bei den neuen Mitgliedern sind nur 20 Prozent Frauen. Mit mehreren Anträgen beim Landesparteitag in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) am Donnerstag wollte die FDP-Jugend der Mutterpartei auf die Sprünge helfen. Einer davon: "Free the Nipples: Ungleichbehandlung von Frauen in Schwimmbädern beenden." Demnach sollen auch Frauen in Bädern auf ein Oberteil verzichten dürfen.

Rülke skeptisch gegenüber Nippelfreiheit

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke betrachtet den Antrag der Jungen Liberalen mit Skepsis: "Es gibt sicher Wichtigeres", sagte Rülke am Rande des Parteitags der Deutschen Presse-Agentur. Er sei jedoch froh, dass sich die Antragsteller auf Freiwilligkeit beschränkten und die Freizügigkeit im Freibad nicht zur Pflicht machten, sagte Rülke mit einem Augenzwinkern. Solange es freiwillig sei und niemanden störe, sei die Freizügigkeit für ihn in Ordnung. Aber: "Jedem würde ich es nicht empfehlen."

FDP-Landeschef Michael Theurer hatte der Deutschen Presse-Agentur bereits am Mittwoch gesagt, es sei zwar aktuell nicht das drängendste Thema. Aber Theurer machte auch klar, dass er sich nie daran gestört hätte: "Ich hätte nichts dagegen." Aus Zeitgründen stimmte der Landesparteitag letztlich nicht über den Antrag ab.

Kommunen sollen Kleiderordnung ändern

Max Kristmann, Landeschef der Jungen Liberalen, hatte darauf gedrängt, dass die Kommunen als Träger der Schwimmbäder die Kleiderordnung ändern. "Warum müssen Frauen ihre Brust bedecken und Männer nicht?", fragte Kristmann im Gespräch mit SWR-Redakteur Henning Otte am Rande des Parteitags. Frauen müssten sich dort genauso frei entfalten können wie Männer.

Kein Zwang zu Oben-ohne-Schwimmen

Wichtig sei aber auch, dass niemand dazu gezwungen werde, "oben ohne" ins Schwimmbad zu kommen. Kristmann räumte ein, dass es für viele am Anfang ungewohnt sein würde. Solche Veränderungen bräuchten Zeit. Aber: "Es ist wichtig, dass es Normalität wird", sagte der Junge Liberale.

Baden-Württemberg

Oberkörperfrei in Göttingen erlaubt Oben-ohne-Baden kommt vorerst nicht in BW

In Göttingen (Niedersachsen) dürfen in Schwimmbädern seit kurzem alle Menschen oberkörperfrei baden. Der SWR hat landesweit Bäderbetriebe angefragt: Was gilt für Baden-Württemberg?

Es gebe schon eine Reihe von Orten, an denen Frauen und Männer in Bädern gleichbehandelt würden, so Kristmann. "Wir sind frohen Mutes, dass es immer mehr werden." Wenn es eine "kritische Masse" gebe, würden auch die anderen nachziehen.

Mehr zur FDP in BW

Baden-Württemberg

Landesparteitag in Fellbach FDP in BW stimmt für längere Laufzeit bei Atomkraftwerken

Zeit für eine Abrechnung: Die FDP-Spitze geht bei ihrem Landesparteitag mit der BW-Regierung hart ins Gericht. Eine große Mehrheit spricht sich zudem für mehr Atomkraft aus.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Liberale hadern vor Dreikönig mit der Ampel FDP: Theurer und Rülke uneins über Regierungsarbeit

Politischer Start ins neue Jahr: Beim traditionellen Dreikönigstag in Stuttgart wird die FDP viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Stimmung ist aber alles andere als euphorisch.

Baden-Württemberg

Gesetzentwurf zu Landtagswahlen FDP will Wahlkreise in BW deutlich verringern

Die FDP will die Anzahl der Wahlkreise in Baden-Württemberg fast halbieren. Weil sie damit rechnet, dass ihr Gesetzentwurf scheitert, hat sie bereits einen Plan B.

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Baden-Württemberg

Tempolimit auf Autobahnen sei Symbolpolitik FDP-BW-Chef Rülke im SWR Aktuell Sommerinterview: Kernkraftwerke bis 2024 laufen lassen

Im SWR Aktuell Sommerinterview zeigt sich FDP-Fraktionschef Rülke offen für die Energiewende - aber noch nicht jetzt. Erneut fordert er den Rücktritt von Innenminister Strobl.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

STAND
AUTOR/IN
SWR