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Bald stehen die Herbstferien vor der Tür - doch in Baden-Württemberg gilt ein Beherbergungsverbot. Für wen es gilt und wie Reisende trotzdem in den Urlaub fahren können.

Ende des Monats beginnen in Baden-Württemberg die Herbstferien - viele Urlaube sind bereits gebucht. Doch gerade jetzt spitzt sich die Corona-Lage im Land weiter zu. Am Mittwoch hat der Landkreis Esslingen als erste Region in Baden-Württemberg die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tage überschritten, am Samstag traf es auch die Stadt Stuttgart - es gilt ein sogenanntes Beherbergungsverbot. Doch was bedeutet das genau und für wen gilt es? Und wie lässt sich der gebuchte Urlaub vielleicht doch noch retten?

Was bedeutet Beherbergungsverbot und für wen gilt es?

Ein Beherbergungsverbot gilt für Gaststätten, Hotels, Ferienwohnungen, Herbergen, Campingplätze, Wohnmobilsstellplätze oder vereinfacht gesagt: für Unternehmen, "die in der Regel gegen Entgelt Personen eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen". So steht es in einer Verordnung des baden-württembergischen Wirtschaft- und Sozialministeriums. Ihnen ist es untersagt, Gäste zu beherbergen, die sich in einem Landkreis aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, der die "Sieben-Tage-Inzidenz" von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten hat. Ob es Touristen sind oder Geschäftsreisende, ist egal. Der kritische 50er-Wert ist in Baden-Württemberg im Landkreis Esslingen und in der Stadt Stuttgart überschritten. Übernachtungen bei Freunden oder der Familie sind aber weiter erlaubt. Das Land Baden-Württemberg hatte sich am Mittwoch auch gegen Einreiseverbote und Quarantäneauflagen für Inlandsreisende ausgesprochen. "Bislang ziehen wir das nicht in Betracht", sagte ein Regierungssprecher.

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Welche Regeln gelten in anderen Bundesländern?

Während das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg bereits Mitte Juli in Kraft getreten ist, haben sich die Mehrheit der Bundesländer erst am vergangenen Mittwoch auf eine entsprechende Regelung geeinigt. Sie gilt nun in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, dem Saarland, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Dagegen wollen Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Berlin momentan kein Beherbergungsverbot erlassen, Bremen habe nach eigenen Angaben noch Beratungsbedarf. In Mecklenburg-Vorpommern gelten zusätzlich zum Beherbergungsverbot auch strenge Einreisebestimmungen und eine Quarantäne-Verpflichtung.

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Lässt sich die Regelung "umgehen"?

Wer aus einem innerdeutschen Risikogebiet kommt und dennoch Verreisen möchte, kann einen Corona-Test machen. Wenn der Test negativ ausfällt und nicht älter als 48-Stunden ist, greift das Beherbergungsverbot nicht. Einem Urlaub oder einer Geschäftsreise steht dann also nichts mehr im Weg. Einziger Haken: Der Test ist nicht kostenlos und muss in der Regel selbst bezahlt werden.

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