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Aerosole gelten als einer der wesentlichen Übertragungswege für das Coronavirus. Wie sich Bürgerinnen und Bürger in ihrem Alltag am besten vor ihnen schützen können, zeigen neueste Empfehlungen eines Expertenkreises der Landesregierung in Baden-Württemberg.

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Der beim baden-württembergischen Wissenschaftsministerium verankerte elfköpfige "Expertenkreis Aerosole" hat mehrere Studien zu Aerosolbelastungen und Infektionsrisiken in Innenräumen ausgewertet. Nun hat er seine Empfehlungen ausgesprochen:

ÖPNV: Lautes Sprechen vermeiden

Generell gelten in Fahrzeuginnenräumen dieselben AHA-L-Regeln wie auch in anderen Innenräumen. Das heißt - wie bisher auch - Abstand halten, Hygiene beachten und Maske tragen, am besten eine medizinische oder eine FFP2-Maske. Darüber hinaus sollte auf eine geringe Aufenthaltsdauer geachtet und regelmäßig gelüftet werden.

Fahrgäste sollten lautes Sprechen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vermeiden, um sich und die Mitfahrenden nicht unnötig einer erhöhten Belastung von Aerosolen auszusetzen. Studien zeigen, dass die Menge an virenhaltigen Tröpfchen vom Verhalten der Fahrgäste abhängt.

Um die Aerosolbelastung in Bussen und Bahnen zu senken, sollte der Umluftanteil in den Fahrzeugen minimiert werden. Das bedeutet, dass in den Innenraum lediglich Luft von außen zugeführt werden soll. Dies ist zwar aus energetischer Sicht und mit Blick auf den Komfort nicht die ideale Lösung, senkt aber die Konzentration potenziell virenbelastender Aerosolpartikel wirkungsvoll.

Fahrgemeinschaften: Diagonal Lüften

Im PKW lässt sich über die Klimaanlage kein effektiver Luftaustausch erzielen. Deshalb sollte mit den Fenstern gelüftet werden. Das ist dann wirkungsvoll, wenn die Fahrtgeschwindigkeit mindestens 30 km/h beträgt und idealerweise alle Fenster geöffnet werden. Besonders wirksam ist es, wenn diagonal gelüftet wird. Dazu sollten zum Beispiel das Fenster vorne rechts und das hinten links geöffnet werden. Die Umluftschaltung sollte dabei deaktiviert sein.

Kultureinrichtungen: Lüftungsanlagen entscheidend

Werden die Kultureinrichtungen wieder geöffnet, muss die Abstandsregel von 1,5 Meter nicht generell gelten, um genügend Schutz vor einer Corona-Infektion zu bieten. Viel entscheidender sind die Lüftungsanlagen vor Ort.

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Sofern eine Lüftung von unten gewährleistet ist und die Aerosolströme der Personen im Zuschauerraum nach oben abgeleitet werden, kann sich der Mindestabstand zwischen den Gästen verringern. Dann kann sogar jeder zweite Platz in einer Zuschauerreihe besetzt werden. Das Tragen einer FFP2-Maske ist durchgängig notwendig.

Für Freiluftveranstaltungen gelten die AHA-Regeln. Wo Abstände nicht eingehalten werden können, sollte eine möglichst wirksamen Maske korrekt getragen werden.

Virusvarianten erfordern strikte Einhaltung der Maßnahmen

Infolge der höheren Infektiosität der auftretenden Virusvarianten reicht bereits eine geringere Menge an Virus für eine Infektion aus. Deshalb ist nun eine noch stringentere Einhaltung der Schutzmaßnahmen notwendig.

Der Expertenkreis Aerosole berät seit Oktober 2020 die baden-württembergische Landesregierung in Fragen des Infektionsschutzes und bringt Empfehlungen aerosolbezogener Schutzmaßnahmen auf den Weg.

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