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Wissenschaftler der Universitätsklinik Ulm untersuchen in einer neuen Studie weitere Missbrauchfälle in der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie hat das Projekt am Mittwoch zusammen mit der Landeskirche vorgestellt. Betroffen waren in 1950er und 60er Jahren mindestens 30 Jungen. Die Fälle sollen sich in den evangelischen Seminaren in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) und Maulbronn (Enzkreis), bei Zeltlagern des CVJM Esslingen und beim Stuttgarter Hymnus-Chor ereignet haben. Haupttäter soll ein inzwischen verstorbener Mäzen der Kirche gewesen sein. Die Ulmer Psychologen wollen nun erforschen, was damals tatsächlich passiert ist, inwiefern manche Strukturen den Missbrauch und die Vertuschung begünstigt haben und was man daraus für heutige Schutzkonzepte lernen kann. Dazu gehören auch ausführliche Gespräche mit den 30 Opfern, die sich bislang gemeldet haben.

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