SPD-Chefin Saskia Esken beim Neujahrsempfang des SPD-Kreisverbands Nagold. (Foto: SWR, Magdalena Ebertz)

Calwer Abgeordnete weiter an Spitze der SPD

Saskia Esken will Vorsitzende der Sozialdemokraten bleiben

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AUTOR/IN
Evi Seibert

Interesse hat die 60-jährige Abgeordnete aus dem Wahlkreis Calw schon seit einiger Zeit signalisiert. Nun ist klar: Esken will die SPD weiter führen. Eine Analyse von SWR-Hauptstadtkorrespondentin Evi Seibert.

Es gibt unangenehmere Entscheidungen als: Will ich lieber Parteichefin oder lieber Ministerin werden? Aber ganz einfach hat es sich Saskia Esken sicher auch nicht gemacht. Ein Ministeramt wäre eine neue Herausforderung gewesen, ein hohes Prestige, aber eben auch ein Wagnis. Denn in dem Moment, in dem Saskia Esken verkündet hätte, dass sie nicht mehr für den SPD-Vorsitz antritt, hätte sie voll und ganz auf den kommenden Bundeskanzler Olaf Scholz vertrauen müssen. Der hätte dann dafür Sorge tragen müssen, dass sie am Ende tatsächlich ein Ministeramt abbekommt. Niemand kann aber mit Sicherheit sagen, ob Olaf Scholz das tatsächlich will. Dazu kommt: Nicht Olaf Scholz allein kann letzten Endes frei über Ministerposten entscheiden. Da werden die beiden künftigen Koalitionspartner mitreden wollen. Wie die Ministerposten am Ende genau zugeschnitten und verteilt werden, ist noch lange nicht ausgemacht.

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Als SPD-Vorsitzende vor allem bei Parteilinken geschätzt

Als Parteichefin ist Saskia Esken dagegen mittlerweile angekommen. Sie weiß, wie das Willy-Brandt-Haus funktioniert, sie hat in Koalitionsrunden mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Positionen der SPD gekämpft - und hat sich dabei auch Respekt erworben. Nicht alle lieben und schätzen sie - aber die, die sie in der SPD schätzen, müssen auch eingebunden werden, nämlich Jusos und Parteilinke. Also genau die, die nicht unbedingt Fans von Olaf Scholz waren und ihn damals auch nicht als SPD-Parteichef haben wollten. Wenn Scholz nun also Bundeskanzler werden sollte, wäre es für ihn eigentlich ganz hilfreich, wenn eine Saskia Esken vermittelnd zwischen Regierung und Partei stünde. Fraglich ist, ob sie selbst ihre Rolle so sieht - oder ob sie eher die SPD-Fahne hoch halten und kritisieren wird, wenn der SPD-Kanzler sich nicht "SPD-konform" verhält.

Esken steht für Teamgeist und Gemeinsamkeit

Esken und Scholz haben gelernt, miteinander klarzukommen. Genauso wie Lars Klingbeil, der jetzige SPD-Generalsekretär, der vielleicht der neue Mann an ihrer Seite an der SPD-Spitze sein könnte. Gemeinsam haben sie viele Stunden in der Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus verbracht, gemeinsam haben sie die SPD befriedet und den Wahlkampf gewonnen. Klingbeil weiter vorn - Esken absichtlich im Hintergrund.

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, SPD-Vorsitzende (Foto: SWR)
Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, SPD-Vorsitzende

Das bisherige Duo Saskia Esken und Norbert Walter Borjans wurde von vielen von vornherein als Übergangs-Duo gesehen. Ein Teil dieses Duos geht jetzt tatsächlich. Saskia Esken will bleiben.

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Evi Seibert