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Bahnkunden, die in den vergangenen Monaten im Regionalverkehr von massiven Ausfällen und Verspätungen betroffen waren, können eine einmalige Entschädigung beantragen. Landesverkehrsminister Winfried Hermann sprach davon, Verantwortung übernehmen zu wollen.

Von Mittwoch, 17. Juni an, können Stammkunden einen entsprechenden Antrag auf eine einmalige Entschädigung für einen Monatsbeitrag stellen. Das baden-württembergische Verkehrsministerium spricht in diesem Zusammenhang von einem Dankesaktion an betroffene Pendler, die trotz besonders schlechter Leistungen der Bahn dem Verkehrsmittel treu geblieben seien.

"Das war keine Werbung für die Schiene und ich verstehe gut, dass viele sich gerade im letzten Jahr über verspätete und ausgefallene Züge geärgert haben", so Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Ihm selber sei es da nicht anders gegangen. Der Grünen-Politiker sprach davon, dass die Unternehmen mit dieser Aktion zeigen würden, die Verantwortung für Verspätungen und Ausfälle zu übernehmen.

Anhand objektiver Kriterien, insbesondere Pünktlichkeit und Zugausfallquoten, hatte das Verkehrsministerium vorab entschieden, auf welchen zehn Strecken außerhalb des Gebiets der Stuttgarter S-Bahn die Pendler entschädigt werden. Im Detail handelt es sich um diese Verbindungen:

  • Stuttgart – Pforzheim – Karlsruhe
  • Stuttgart – Mühlacker – Pforzheim/Bruchsal
  • Stuttgart – Heilbronn – Würzburg
  • Stuttgart – Ulm
  • Stuttgart – Tübingen
  • Stuttgart – Schwäbisch Gmünd – Aalen
  • Breisach/Endingen – Freiburg – Donaueschingen/Seebrugg
  • Metzingen – Bad Urach
  • Pforzheim – Horb
  • Sigmaringen – Aulendorf

Entschädigt werden Fahrgäste, die von den schlechten Leistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren. Anträge auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages, einer Zeitkarte oder eine Abo-Rate können auf der bwegt-Webseite gestellt werden. Hier werden zudem alle Fragen zur Entschädigung beantwortet, zudem steht eine telefonische Kundenhotline für Fragen Betroffener zur Verfügung.

Land tritt bei Entschädigungen in Vorleistung

Das Land tritt bei den Entschädigungszahlungen zunächst in Vorleistung und bezahlt diese aus Strafzahlungen der Eisenbahnunternehmen. Die Strafzahlungen sind das Ergebnis von Verspätungen und Zugausfällen und den damit zusammenhängenden Vertragsverletzungen zwischen Unternehmen und Land. Am Jahresende werde mit den betroffenen Bahnverkehrsunternehmen verhandelt, welchen Anteil an der Entschädigung sie übernehmen, erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Für die Erstattung gebe es keine Obergrenze, da bisher nicht absehbar sei, wie viele Bahnkunden ihre Anträge auf Erstattung einreichen werden.

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