Energiekosten steigen, immer mehr Verbraucher können Strom und Gas nicht mehr bezahlen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Folgen des Ukraine-Kriegs

Energie wird in Baden-Württemberg um rund ein Drittel teurer

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Die Preise steigen auch in Baden-Württemberg immer weiter an - für Energie und Lebensmittel gleichermaßen. Doch die Teuerungen selbst fallen ganz unterschiedlich aus.

Verbraucherinnen und Verbraucher in Baden-Württemberg mussten im Juni 34,4 Prozent mehr für Energie bezahlen als im Vorjahresmonat. Die Inflationsrate insgesamt betrug 7,1 Prozent, teilte das Statistische Landesamt mit. Sie erreichte damit in Baden-Württemberg zum vierten Mal in Folge eine Höhe, wie seit der Ölkrise 1973 nicht mehr.

Energiepreise steigen teilweise um 80 Prozent

Spitzenreiter bei der Teuerung war Heizöl (plus 80,4 Prozent), gefolgt von festen Brennstoffen (plus 64 Prozent) und Erdgas (plus 53,9 Prozent). Die Stromkosten stiegen um 21,8 Prozent an, Kraftstoffe um 30,1 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel betrug die Gesamtteuerungsrate laut Statistischem Landesamt nur 3,2 Prozent. Sie war damit nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate. Daran zeige sich, wie stark aktuell Energie- und Nahrungsmittelpreise die Gesamtteuerungsrate beeinflussen, so das Landesamt.

Ursache für Kostensteigerung: Krieg und Krise

Als Ursache nennt das Landesamt kriegs- und krisenbedingte Effekte sowie die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2.

Das von der Bundesregierung beschlossene Entlastungspaket zur Abfederung der hohen Energiepreise mildere die Teuerungsrate etwas ab, so das Landesamt. Denn der Bereich Verkehr zeigt gegenüber Mai 2022 ein Minus von 6,0 Prozent, während gegenüber Juni 2021 ein Plus von 7,1 Prozent zu verzeichnen war. Seit dem 1. Juni 2022 gibt es das 9-Euro-Ticket sowie den Tankrabatt, die hier ihre Wirkung zeigten, folgern die Statistikerinnen und Statistiker.

Lebensmittelkosten steigen insgesamt

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im Juni 2022 für die privaten Haushalte spürbar um 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hat sich der Preisauftrieb weiter verstärkt. Im Mai 2022 betrug das Plus noch 9,3 Prozent. Preiserhöhungen wurden laut Statistischem Landesamt bei allen Nahrungsmittelgruppen ermittelt.

Speisefette und -öle verzeichneten mit einer Preissteigerung um 42,3 Prozent die stärkste Verteuerung. Fleischwaren kosteten 16,8 Prozent und Molkereiprodukte und Eier 13,3 Prozent mehr. Obst wurde dagegen nur um 2,1 Prozent teurer.

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