Grundschülerinnen der Gerhart-Hauptmann-Schule sind am 29.02.2012 in Mannheim in einem Kinderhort der Stadt mit Malarbeiten beschäftigt (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa (Symbolbild))

Bildung in Baden-Württemberg Noch keine Einigung über Eisenmanns Ganztagsschul-Konzept

Kultusministerin Eisenmann will für Ganztagsschulen weniger Bürokratie - und streitet sich mit den Grünen nach wie vor, wie Ganztagsschule und Kinderbetreuung organisiert werden sollen.

In der grün-schwarzen Landesregierung gibt es nach wie vor keine Einigung über Ganztagsschulen und die künftige Organisation der ganztägigen Kinderbetreuung. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will, dass das Land im Schuljahr 2020/2021 kommunale Betreuungsangebote bezuschusst, auch wenn es an einem Standort bereits ein offizielles Ganztagsangebot einer Grundschule gibt. Nach Eisenmanns Vorstellung sollen sich diese beiden Angebote ergänzen. Darüber gibt es aber noch keinen Konsens mit den Grünen. "Das vorliegende Konzept wird noch zwischen den Regierungsfraktionen abgestimmt", teilte Eisenmanns Sprecherin am Dienstag in Stuttgart mit.

Opposition fordert konkrete Ergebnisse

SPD-Bildungsexperte Daniel Born mahnte, Grün-Schwarz müsse endlich ein schlüssiges Konzept zur Stärkung der Ganztagsschule vorlegen und dieses umsetzen. "Bislang geht Frau Eisenmann mit der eierlegenden Wollmilchsau hausieren und verspricht allen beste Qualität, den Eltern mehr Flexibilität, den Kommunen viel Geld und den Schulleitungen echte Entlastung - bislang ist das alles nicht mehr als heiße Luft." FDP-Bildungsexperte Timm Kern sagte: "Die markigen Worte der Kultusministerin stehen in auffälligem Gegensatz zu den mauen Ergebnissen ihrer bisherigen Bemühungen um ein Ganztagskonzept."

Grüne fordern Entlastung von Schulleitungen

Eine Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion verwies auf die anstehenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt Baden-Württembergs. Dann stehe eine Gesamtbewertung der vom Kultusministerium angemeldeten Vorhaben an. Für die Grünen-Fraktion hätten die Themen Entlastung von Schulleitungen und mehr Qualität an den Schulen Priorität.

Entlastung von Bürokratie

In diesem Zusammenhang teilte Eisenmann am Dienstag mit, dass die Ganztagsschulen zum neuen Schuljahr von Bürokratie entlastet werden sollen. Sie müssten dann nicht mehr an fünf Terminen im Jahr ihre nicht verwendeten Zuschüsse zurückzahlen, sondern nur noch ein Mal. Schulleiter müssten auch keine Einzelnachweise mehr darüber erbringen, wie die Ganztags-Schulmittel verwendet würden. Eisenmann will damit erreichen, dass sich die Schulen auf pädagogische Qualität konzentrieren können.

500 Ganztagsschulen in Baden-Württemberg

Die Ganztagsschule war in Baden-Württemberg jahrzehntelang nur ein Modellversuch. 2014 stimmte der Landtag mit grün-roter Mehrheit dafür, sie für die Grundschulen und die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren regulär im Schulgesetz zu verankern.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit rund 500 Ganztagsschulen - das sind weitaus weniger, als die damalige grün-rote Landesregierung geplant hatte. Laut Eisenmann wünschen sich die Eltern eine flexible Betreuung und die Schulleitungen einen geringen Organisationsaufwand. Bislang können die Grundschulen entweder Ganztagsunterricht in verbindlicher Form anbieten oder in Wahlform. Bei der Wahlform haben die Eltern die Option, ihre Kinder halbtags oder ganztags beschulen zu lassen. Sie müssen sich dabei für ein ganzes Schuljahr festlegen.

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