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Seit Monaten ist CDU-Spitzenkandidatin Eisenmann immer wieder Thema in den sozialen Netzwerken. Meist ging es um ihre Forderung nach Schulöffnungen, nun erntet ihre Werbekampagne Hohn und Spott.

Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der baden-württembergischen CDU für die kommende Landtagswahl, nimmt an der Präsentation der Landtagwahlkampagne der baden-württembergische CDU teil (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)
Vor allem dieses Plakat mit der Aufschrift "Wollen wir nicht alle beschützt werden?" sorgte im Netz für Spott. picture alliance/dpa | Marijan Murat

Trotz Kritik und Spott über die CDU-Wahlplakate will Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann an den Motiven zur Inneren Sicherheit festhalten. "Ich freue mich, dass über mehrere unserer vorgestellten Plakatmotive gesprochen und auch intensiv diskutiert wird. Das ist Sinn einer Kampagne", teilte Eisenmann mit. "Dass eine Botschaft auf Plakaten im Netz bewusst missverstanden wird, sehen wir gelassen."

CDU-Plakat umgebaut: "Wir Verbrecher von heute"

Zuvor hatten sich zahlreiche User im Internet über die Motive lustig gemacht. Auf einem Plakat steht in Großbuchstaben: "CDU wählen, weil wir Verbrecher von heute mit der Ausrüstung von morgen jagen". Daraus machten viele Twitter-User "Wir Verbrecher von heute":

"Wir, Verbrecher von heute. CDU."

"Wollen wir nicht alle beschützt werden?" - Spott über Eisenmann-Motiv

Auch das zweite Motiv mit der Frage "Wollen wir nicht alle beschützt werden?" neben einem Foto von Eisenmann wurde spöttisch kommentiert - vor allem vor dem Hintergrund ihrer Forderungen als Kultusministerin von Baden-Württemberg nach einer schnellen Öffnung der Schulen und Kitas. Dieses Vorhaben war vergangene Woche knapp am Ausbruch einer Corona-Mutation in einem Freiburger Kindergarten gescheitert.

User montieren auch das Eisenmann-Plakat um.

Der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) fragte auf Twitter: "Liebe Frau Eisenmann, hat Eure Werbekampagne etwas gekostet?":

Auch Fritz Kuhn äußert sich spöttisch über die Wahlplakate.

Die baden-württembergische CDU will nach eigenen Angaben etwa 1.500 Großflächenplakate in drei Wellen mit jeweils sechs Motiven aufstellen. Eisenmann erklärte ihr Festhalten an den Plakaten so: "Die Innere Sicherheit ist eine Kernkompetenz der CDU und treibt viele Menschen um. Denn nur wer sich sicher fühlt, kann sich auch wohlfühlen." In den vergangenen fünf Jahren sei unter CDU-Innenminister Thomas Strobl schon viel Positives gelungen. "Und diesen Weg wollen wir fortsetzen, dafür mache ich mich auch ganz persönlich stark."

Experte rät CDU von Kampagne ab

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke erklärte dagegen, Eisenmann brauche sich über den Spott nicht zu wundern: "Es passt halt nicht zusammen, erst verbissen Schulöffnungen zu fordern und damit der Kanzlerin von der Fahne zu gehen, um dann urplötzlich im Wahlkampf zu entdecken, dass man mit 'safety first' und Merkels Sicherheitsdenken die Wahl gewinnen will."

Der Kommunikationsexperte Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim empfahl der CDU, die Plakate wegen "handwerklicher Fehler" lieber nicht zu kleben. In Baden-Württemberg wird in sechs Wochen ein neuer Landtag gewählt. Eisenmann fordert dabei den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann heraus.

CDU-Sozialflügel sieht Shitstorm als Glücksfall

Der CDU-Sozialflügel empfahl Eisenmann, sich von der Kritik an den Plakatmotiven nicht beirren zu lassen. "Der Shitstorm schadet uns nicht, er schärft unser Profil beim Thema Innere Sicherheit. Wir müssen die Plakate offensiv vertreten", sagte Christian Bäumler, Landeschef der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft. Schon der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler habe immer gesagt: "Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, muss man angreifen." Und das könne Susanne Eisenmann, sagte Bäumler.

Insofern sei der "Shitstorm" ein Glücksfall. Es sei besser, wenn über Innere Sicherheit als über die Öffnung von Schulen und Kitas diskutiert werde. Bäumler sieht das Drängen der Kultusministerin auf eine rasche Öffnung von Kitas und Schulen äußerst kritisch.

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