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Sind 18 Monate praktische Ausbildung für künftige Lehrer zu wenig? Kultusministerin Eisenmann will eine Verlängerung des Referendariats prüfen lassen. Besonders eine Tatsache stelle Junglehrer vor Herausforderungen.

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe in Stuttgart hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) eine Verlängerung des Referendariats für Lehrer auf zwei Jahre ins Spiel gebracht. Schulleitungen, Lehrer und Referendare selber hätten ihr berichtet, dass die derzeit 18 Monate zu wenig seien, um für die vielfältigen Herausforderungen an den Schulen gewappnet zu sein, so Eisenmann am Mittwoch.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa)
Kultusministerin Susanne Eisenmann brachte die Idee ins Spiel (Archivbild). picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

Immer heterogener werdende Schülerschaft sorgt für Probleme

Eine Herausforderung sei zum Beispiel die immer heterogener werdende Schülerschaft. Sie wolle eine Verlängerung zusammen mit dem Wissenschaftsministerium prüfen.

"Viele fühlen sich nicht sicher genug und wären dankbar, wenn die Anleitung ein halbes Jahr länger ginge."

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU)

Junglehrer fühlten sich nicht sicher

In Baden-Württemberg absolvieren angehende Lehrer seit 2004 ein Referendariat von 18 Monaten. Es ist der Praxisteil in ihrer Ausbildung. Eisenmann sagte, sie könne das Gefühl nachempfinden, wenn Junglehrer sagten, sie fühlten sich einfach nicht sicher. Es gebe auch erfahrene Lehrer, die sich für eine stärkere Betonung des Praxisteils aussprächen. Sie werde auf das Wissenschaftsministerium zugehen, das für die Lehrerausbildung mit zuständig sei, sagte Eisenmann. Das Referendariat an sich liegt aber in der Hand des Kultusministeriums, wie eine Sprecherin erklärte.

Die Veranstaltungsreihe "Elternabend", in der es um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ging, endete am Mittwoch. Dem Fachtag gingen drei Abende in Ulm, Karlsruhe und Stuttgart voraus, bei denen insgesamt rund 2.000 Eltern und Lehrer ihre Gedanken zu dem Thema äußern konnten.

Nicht nur Junglehrer sind unzufrieden, auch der Philologenverband meldete sich am Mittwoch mit Kritik zu Wort. Gymnasiallehrer an Gemeinschaftsschulen seien sehr unzufrieden. Viele glauben, dass diese Schulen "finanziell ein Fass ohne Boden" sind.

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