Volle Einkaufsstraßen wieder in den Innenstädten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Steigende Zahl von Covid-19-Patienten erwartet

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte vielleicht schon ab September

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Die baden-württembergische Landesregierung arbeitet aktuell an neuen Corona-Regeln. Diese könnten das Leben von Nicht-Geimpften weiter einschränken. Geplant ist ein Ampelsystem.

Steht die Ampel auf grün, sollen die üblichen 3G-Regeln in Baden-Württemberg gelten. Steht sie auf gelb, soll es für Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich geben. Wenn die Ampel auf rot umspringt, soll es eine sogenannte 2G-Regel beispielsweise in Restaurants oder für Konzerte geben. Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, hätten dort keinen Zutritt mehr - auch nicht mit negativem Test.

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Corona-Regeln abhängig von der Zahl der Intensivbetten

Welche Stufe im Ampelsystem wann gilt, soll laut Sozialministerium davon abhängen, wie viele Corona-Erkrankte auf den Intensivstationen liegen.

Übersteigt die Zahl der belegten Intensivbetten mit Corona-Erkrankten im Land die Marke 200, so soll die Ampel von grün auf gelb springen und damit die geltenden Regeln für ungeimpfte Personen im Land verschärfen. "Wenn 200 bis 250 Intensivbetten belegt sind, erwägen wir erste Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene zu erlassen", so der Amtschef des Ministeriums, Uwe Lahl. So sollen sich dann beispielsweise nur noch zwei Familien treffen dürfen. Nach Prognosen des Landesgesundheitsamtes könnten diese Grenzwerte schon Ende kommender Woche überschritten werden. Das Ministerium rechnet damit, dass ungefähr drei Millionen ungeimpfte Erwachsene im Land von diesen Einschränkungen betroffen wären.

Vor allem wegen der Reiserückkehrer aus dem Ausland rechnet das Land mit stark steigenden Inzidenzen und deutlich mehr Intensivpatienten bis Mitte September, wenn die Schulferien enden.

Die Farbe Rot und damit die 2G-Regel wäre dann erreicht, wenn 300 Intensivbetten oder mehr von Covid-19-Patienten belegt sind. Für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, wie zum Beispiel Schwangere, soll es Ausnahmen geben.

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Noch ist das Modell nicht endgültig beschlossen, daher könnten sich Details auch noch ändern. In der kommenden Woche möchte die Landesregierung darüber entscheiden. Die neuen Regeln könnten dann ab Mitte September gelten. Baden-Württembergs Sozialministerium hatte bereits gegenüber dem SWR für kommende Woche eine neue Verordnung angekündigt, die weitere Beschränkungen für Nicht-Geimpfte vorsieht

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Mit den neuen Regeln bereitet sich das Land auf die steigende Zahl der Covid-19-Patienten vor. Der Amtschef des Landessozialministeriums, Uwe Lahl, ist besorgt: "Die Lage wird ernst. Die Infektionszahlen nehmen zum Teil dramatisch zu." Das Ampelsystem sei nicht dazu da, den Nicht-Geimpften das Leben schwer zu machen. "Wir schützen die Nicht-Geimpften, damit sie überhaupt weiter einen Platz bekommen im Krankenhaus, wenn sie krank werden. Dafür müssten sie eben manche Freiheiten wieder aufgeben", so Lahl im SWR.

Seit dem 16. August bestimmt nicht mehr die Inzidenz den Alltag in Baden-Württemberg, sondern die 3G-Regel. Künftig soll zudem die sogenannte Hospitalisierungsrate eine wesentliche Rolle spielen - die Anzahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden:

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Inzidenz in Baden-Württemberg weiter gestiegen

In Baden-Württemberg ist die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts von Freitag liegt sie aktuell bei 71,8 (Vortag: 68,1). Weitere 1.396 Menschen haben sich neu mit Corona angesteckt. Das sind 552 mehr als vor einer Woche und 246 weniger als gestern. Den höchsten Inzidenzwert hat weiterhin der Stadtkreis Heilbronn mit 125,6, den niedrigsten der Kreis Emmendingen mit 36,7. Auf den Intensivstationen im Land werden derzeit 102 Covid-19-Fälle behandelt. Zwei weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben (Insgesamt: 10.467). Der Hospitalisierungsindex in Baden-Württemberg liegt jetzt bei 1,95 (Vortag 1,85). Das heißt, pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen 1,95 Personen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen.

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