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In Baden-Württemberg haben sich 2019 so viele Menschen einbürgern lassen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die meisten kamen aus der Türkei, gefolgt vom Kosovo und Rumänien.

Die Zahl der Einbürgerungen stieg in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr auf 19.109. Das war eine Steigerung um 17 Prozent gegenüber 2018 und der höchste Wert seit 2003, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mit. Demnach wurden Menschen aus insgesamt 149 Nationen eingebürgert.

Die meisten kamen aus der Türkei

An der Spitze mit knapp 20 Prozent lagen türkische Staatsangehörige (3.791). Hierbei wurden die Anträge von vielen jungen, bereits in Deutschland lebenden Türken, genehmigt, so das Statistische Landesamt.

Darauf folgen Menschen, die aus dem Kosovo nach Baden-Württemberg gekommen sind (1.515). Der Einschätzung des Landesamts zufolge sei besonders die Zahl der kosovarischen Neubürger deshalb so hoch, weil sie sich in Baden-Württemberg einen besseren Lebensstandard und mehr Vorteile, was ihre persönlichen Rechte betrifft, versprechen würden. Der Kosovo ist nicht Mitglied der Europäischen Union. Zudem würden sich nun vermehrt Kinder von Flüchtlingen aus dem Kosovo-Krieg dafür entscheiden, sich einbürgern zu lassen, so das Landesamt. Auf Platz drei in der Statistik stehen rumänische Staatsangehörige (940).

Folgen des Brexit-Referendums spürbar

Auch 2019 waren wieder viele Briten unter den neu Eingebürgerten - mit 594 jedoch etwas weniger als noch 2018 (665) und 2017 (773), den beiden Jahren direkt nach dem Brexit-Referendum. Vor dem britischen Volksentscheid zum Austritt aus der EU hatte es jedoch innerhalb von zehn Jahren nur insgesamt 404 Einbürgerungen von Briten in Baden-Württemberg gegeben.

Die Briten in Baden-Württemberg hatten 2019 mit 5,7 Prozent die höchste Einbürgerungsquote (EU-Durchschnittsquote 1,1 Prozent) aller EU-Mitgliedsstaaten. Demnach war die Zahl der britischen Neubürger, die 2019 hinzu kamen, im Verhältnis zu den bereits vorhandenen britischen Staatsangehörigen in Deutschland besonders hoch.

Bundesweit jeder dritte Neubürger aus EU-Mitgliedsstaat

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr rund 129.000 Migranten eingebürgert - damit sei die Zahl der Einbürgerungen um fast 16.600 Personen (15 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Ausschlaggebend für den Anstieg waren die vermehrten Einbürgerungen von britischen Staatsangehörigen. Sie machten fast die Hälfte des Anstiegs aus. Seit 2016, dem Jahr des Brexit-Referendums, lassen sich immer mehr Briten einbürgern.

Die größte Gruppe der Eingebürgerten bilden nach wie vor Staatsangehörige aus der Türkei, gefolgt von Menschen aus Großbritannien, Polen, Rumänien und dem Irak. Insgesamt komme jede dritte eingebürgerte Person aus einem EU-Mitgliedstaat, so das Statistische Bundesamt.

Voraussetzungen für eine Einbürgerung

Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen etwa ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache oder Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland.

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