Ein Mauszeiger schwebt in der Software der E-Akte über dem Button "Aktenversand".  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Mehr als 700.000 Verfahren ohne Papier

Digitale Justiz: Immer mehr Gerichte in BW arbeiten mit E-Akte

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Weniger Papierstapel, überflüssige Drucker: Die baden-württembergische Justiz arbeitet immer öfter mit elektronischen Akten. Jetzt haben die Gerichte einen neuen Rekord erreicht.

Immer mehr Gerichte in Baden-Württemberg arbeiten mit elektronischen Akten. Nach Angaben des Justizministeriums von Montag haben mittlerweile 100 Gerichte und Staatsanwaltschaften die E-Akte eingeführt.

Wer zu einem Gericht gehe, in dem Verfahren elektronisch bearbeitet werden, bemerke den Wandel der Zeit, so Justizministerin Marion Gentges (CDU): "Richterinnen und Richter schleppen keine riesigen Aktenstapel in die Gerichtssäle, sondern nehmen ihr Notebook mit in die Verhandlung. Verhandelt wird dann immer öfter auch per Videokonferenz."

Marion Gentges gestikuliert im Gespräch mit ihren Händen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)
Justizministerin Marion Gentges (CDU) sagt, dass Gerichte immer öfter per Videokonferenz verhandelten. picture alliance/dpa | Marijan Murat

Auch Bayern nutzt die E-Akte

Mehr als 700.000 Verfahren seien seit Einführung der ersten elektronischen Akten vor sechs Jahren digital und damit ganz ohne Papier geführt worden, teilte das baden-württembergische Justizministerium mit. Gentges sieht die Justiz im Land bundesweit führend bei der Digitalisierung.

Auch in anderen Bundesländern wird die E-Akte genutzt. Zum Beispiel in Bayern: Als erstes Oberlandesgericht im Freistaat hat der Nürnberger Standort im März die E-Akte eingeführt. Einige Landgerichte im Freistaat arbeiten schon im Regelbetrieb digital.

Alle Fachgerichte in BW arbeiten mittlerweile digital

In Baden-Württemberg nutzen mittlerweile alle Fachgerichte die E-Akte. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart elektronische Akten eingeführt. Zu Fachgerichten gehören Arbeits-, Finanz-, Sozial- und Verwaltungsgerichte.

Bis zum Jahr 2026 sollen laut Ministerium alle 12.000 Beschäftigten der 171 Gerichte und Staatsanwaltschaften in Baden-Württemberg mit der E-Akte arbeiten. Um Verfahrensabläufe zu vereinfachen, startete Ende März in Ulm zudem das Projekt einer gemeinsamen elektronischen Strafakte zwischen Polizei und Justiz.

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