Eine rote Tafel in Herzform steht auf dem Boden vor einem Blumenladen. Als Erinnerung auf ihr geschrieben steht: Valentinstag, 14. Februar (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Julian Stratenschulte)

Ein Stückchen Normalität

Valentinstag in Zeiten der Corona-Pandemie

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Der 14. Februar: ausgebuchte Restaurants, schlendernde Pärchen und rote Herzchen in Schaufenstern und Prospekten. Auch in Pandemie-Zeiten ruht das Geschäft mit der Liebe nicht.

Das Image als konsumorientierter, künstlich erzeugter Feiertag kann der 14. Februar nicht so recht ablegen. Denn es ist vor allem der Handel, der jährlich daran erinnert, dass es nicht schaden kann, seine Liebsten mit Geschenken zu verwöhnen. Doch gerade in Pandemie-Zeiten kann der Valentinstag ein Stück Normalität, vielleicht sogar einen Lichtblick bedeuten.

Passanten in Stuttgarts Innenstadt zum Valentinstag

Viele junge Menschen auf Stuttgarts Straßen empfinden den Valentinstag als schönen Brauch. Er sei für die Beziehung das, was Weihnachten für die Familie ist, heißt es da. Eine junge Frau sagte, sie freue sich, wenn ihr Mann mit einer kreativen Geschenkidee aufwarte. Und auch wenn manch einer oder eine das Datum 14. Februar an sich nicht für wichtig hält, so sei es doch schön, wenn die Partnerin oder der Partner sich schlicht Zeit für die Beziehung nehme. Dies gelte gerade für die Zeit der Pandemie:

"Zusammen was unternehmen.. weil das weniger geworden ist, würd' ich schon sagen, dass der Valentinstag vielleicht ein bisschen wichtiger geworden ist."

Valentinstag als Lichtblick für die Gastronomie

Vor allem Baden-Württembergs Gastronomie hat nach wie vor mit der 2G-Regel zu kämpfen. Der Valentinstag zählt für gewöhnlich zu den umsatzstärksten Tagen der Gastronomie-Szene. Weil der 14. Februar 2021 in den Lockdown fiel, mussten Restaurants letztes Jahr kreativ werden: To-Go-Boxen brachten das romantische Dinner zu den Liebenden nach Hause.

Dieses Jahr ist der Restaurant-Besuch wieder möglich. Waren im Gourmetrestaurant 5 in Stuttgart 2021 die To-Go-Boxen schon sehr beliebt, so sind die Tische für den diesjährigen Valentinstag bereits seit letzter Woche ausgebucht. "Die Leute lechzen nach Normalität", so Küchenchef Alexander Dinter gegenüber der "Stuttgarter Zeitung". Andererseits sei gerade unter der Woche in den Restaurants kaum etwas los. Mit riesigem Andrang rechnen daher trotz Valentinstag nur wenige Betreiber. "Die Situation ist sehr zermürbend", sagte Daniel Stübler, Geschäftsführer und Küchenchef von Meister Lampe in Weilimdorf der "Stuttgarter Zeitung". Die Angst vor einer Infektion sei noch weitverbreitet und die Nachfrage sehr verhalten.

Aktion "Küss mich! im Schloss" zum Valentinstag

Nichtsdestotrotz gibt es zur Feier des Tages viele verschiedene Bräuche. Auch dieses Jahr starten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) wieder die Aktion "Küss mich! im Schloss". Der Deal ist einfach: Kuss gegen Eintrittskarte. Vom 10. bis zum 17. Februar 2022 haben bis zu 25.000 Verliebte die Chance, aus 28 Monumenten ihren ganz persönlichen Lieblingsort auszuwählen.

Mit Corona kam die Idee, den Vor-Ort-Kuss in eine virtuelle Gutscheinaktion umzuwandeln, was der SSG im Februar 2021 einen regelrechten Boom bescherte. Ganze 23.000 Paare konnten sich so über einen romantischen Schlossbesuch freuen. „Wir wurden fast überrollt von einer Woge von Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, sagte Frank Krawczyk, der Leiter des Bereichs Kommunikation bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg, dem "lokalmatador".

Heilbronn: Valentinstag an der frischen Luft

In Heilbronn ist der Tag der Liebenden eng verknüpft mit der Götzenturmbrücke über den Neckar. Hier liegt der so genannte Heilbronner Liebespunkt, wo rund 20.000 Pärchen, Freunde und Familienmitglieder in den vergangenen zwölf Jahren ihrer Liebe zueinander mit einem Schloss am Brückengeländer Ausdruck verliehen haben. Auch am kommenden Valentinstag werden wieder zahlreiche Schlösser dazu kommen. Wie im vergangenen Jahr, erwartet die Verliebten dort eine kleine Überraschung, mit der die Liebe noch weiterwachsen soll.

Wo der Valentinstag seinen Ursprung hat

Worauf der Valentinstag zurückzuführen ist, ist nicht so eindeutig. Um die Position des heiligen Valentin buhlen im Heiligenverzeichnis am 14. Februar gleich drei Namensvettern, die als religiöse Märtyrer in die Geschichte eingingen. Die wohl bekannteste Legende rankt sich um den heiligen Valentin aus Rom, der während der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Claudius II. Paare nach christlichem Ritus getraut und Liebende mit Blumen aus seinem Garten beschenkt haben soll. Dafür soll er am 14. Februar 269 vor unserer Zeitrechnung hingerichtet worden sein. Aus dem offiziellen Heiligenkalender wurde dieser Valentin 1970 zwar gestrichen, weil er als "unhistorisch" galt. Dafür erlebte sein Gedenktag wenig später einen regelrechten "Neustart", sagte der Regensburger Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder der Katholischen Nachrichten-Agentur. In Deutschland kam der Valentinstag mit Blumen und Pralinen in den Wirtschaftwunderjahren der jungen Bundesrepublik auf (ab 1950).

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SWR