Eine Diesel-Lok der Deutschen Bahn (DB) fährt auf einem Gleis am Bahnhof. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Arne Dedert)

Klimafreundlicher Nahverkehr

Verkehrsministerium BW will Dieselloks durch Batterie-Züge ersetzen

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In Baden-Württemberg sollen Dieselloks bald der Vergangenheit angehören. Besonders für reaktivierte Strecken könnten batterieelektrische Züge eine Alternative sein.

Aus Sicht von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) müssen auch Züge künftig verstärkt klimafreundlich angetrieben werden. "Der Einsatz von Dieselloks sollte bald der Vergangenheit angehören", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Eine Alternative sind aus seiner Sicht batterieelektrische Züge, wie sie ab 2023 - vier Jahrzehnte, nachdem dort der letzte Personenzug verkehrte - bei der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt (Kreis Böblingen) und Calw sowie im regionalen Schienenverkehr in der Ortenau zum Einsatz kommen.


So berichtete SWR Aktuell im Fernsehen über die Elektrifizierung der Ammertalbahn bei Tübingen:

Batterie-Züge auch auf reaktivierten Strecken

"Batterieelektrische Züge sind überall dort eine Option, wo der Bau einer Oberleitung zu schwierig oder zu langwierig ist", so Hermann. Nach Überzeugung des Ministeriums wird das Batterie-Zug-Modell auch von Trägern von anderen, ehemals stillgelegten Strecken aufmerksam verfolgt werden.

Zwei Dutzend strecken in BW könnten wiederbelebt werden

Das Land unterstützt Vorhaben, mit denen auch im Schienenverkehr der CO2-Ausstoß gesenkt wird. Bundesweit hat die Deutsche Bahn Tausende Kilometer aufgegeben, weil sie sich nicht rechneten. Nun gibt sie die Devise aus: "Jeder Kilometer Gleis ist aktiver Klimaschutz." 20 Reaktivierungs-Projekte hat die Bahn aktuell, darunter in Baden-Württemberg die Strecken Ludwigsburg-Markgröningen und Breisach-Colmar (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Doch es geht mehr. Das Stuttgarter Verkehrsministerium listet gut zwei Dutzend Strecken auf, die wiederbelebt werden könnten.

Der Calwer Landrat Helmut Riegger (CDU) begrüßt es, dass Bahn und Bund alte Strecken wiederbeleben wollen. Doch vor Ort ist man schon weiter: "Mit dem Projekt Hermann-Hesse-Bahn will der Landkreis Calw zeigen, dass auch die kommunale Seite bereit ist, einen aktiven Beitrag zu leisten."

Taugt das Batterie-Zug-Modell auch für andere stillgelegte Strecken? "Der Einsatz batterieelektrischer Züge bei der Hermann-Hesse-Bahn und der Kinzigtalbahn wird sicher in anderen Regionen aufmerksam verfolgt werden", heißt es aus dem Verkehrsministerium. Erfahrungen, die hier und in anderen Bundesländern gesammelt werden, könnten andere Träger zum Ausstieg aus Dieselstrecken veranlassen. Dort, wo es geht. Denn die Batteriezüge müssen an ein elektrifiziertes Bahnnetz angebunden sein, damit die Batterien wieder aufgeladen werden können.

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