Pflegekraft hält die Hand eines Menschen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Coronavirus in Baden-Württemberg

Diakonie ruft zu Covid-19-Impfungen auf - aus Solidarität mit Geschwächten

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Die Diakonie in Baden und Württemberg fordert alle Pflegekräfte auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - auch ein drittes Mal. Das verlange die Solidarität.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung berichtet die Vorstandsvorsitzende der württembergischen Diakonie, Oberkirchenrätin Annette Noller, sowohl Personal als auch Bewohnerinnen und Bewohner seien stark belastet: "In unseren Einrichtungen für pflegebedürftige, behinderte und wohnungslose Menschen erleben wir jetzt, dass Ansteckungen auch bei geimpften, aber geschwächten Menschen zu schweren Verläufen der Erkrankung führen können."

Annette Noller, Vorstandsvorsitzende der württembergischen Diakonie (Foto: Pressestelle, Diakonie Württemberg)
Die Vorstandsvorsitzende der württembergischen Diakonie, Annette Noller, berichtet von einer starken Belastung des Personals und der Bewohner in Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie kirchlichen Krankenhäusern Pressestelle Diakonie Württemberg

Der Vorsitzende der Diakonie in Baden, Oberkirchenrat Urs Keller, erklärt in der Mitteilung, die Zahl der nicht geimpften Personen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssten und dort stürben, spreche eine deutliche Sprache.

Diakonie: "Auch andere Berufsgruppen nicht vergessen!"

Die Diakonie möchte mit ihrer Bitte zwar insbesondere alle Pflegekräfte ansprechen und alle, die mit gefährdeten Personen zu tun haben. Bei der Diskussion über eine Impfpflicht für Pflegekräfte dürften aber auch die anderen Berufsgruppen nicht vergessen werden, die engen Kontakt zu anderen Menschen haben, wie Friseure, Physiotherapeutinnen und Kassierer im Supermarkt. Auch Besucherinnen und Besucher von Pflegeheimen, Reinigungs- und Küchenpersonal könnten das Virus übertragen.

Mössinger Pflegeeinrichtung schließt Ungeimpfte aus

Auch andere Pflegeeinrichtungen haben Personal und Nahestehende dringend aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Mössingen (Kreis Tübingen) zieht der Betreiber BeneVit jetzt Konsequenzen. Ab Dezember werden ungeimpfte Mitarbeitende freigestellt.

Mössingen

Nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Mössingen 2G-Regel in Pflegeeinrichtung - BeneVit stellt Beschäftigte frei

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Bund, Land und STIKO für Ausweitung der Booster-Impfungen

Wegen der stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen drängt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf eine rasche Impfauffrischung für alle Menschen ab 18 Jahren. Die Landesregierung Baden-Württemberg wies am Dienstag erneut auf die Bedeutung von Impfungen im Kampf gegen die Pandemie hin. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) appellierte dabei an die Menschen, sich ein drittes Mal impfen zu lassen. Lucha und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprachen sich außerdem deutlich für eine Impfpflicht in pflegenden Berufen aus.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) berät am Mittwoch erneut. Ihr Vorsitzender, der Ulmer Virologe Thomas Mertens, kündigte bereits am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" an, dass die Empfehlung von Booster-Impfungen bald auf alle Erwachsenen ab 18 Jahren ausgeweitet werden soll. "Das wird nicht lange dauern", so Mertens.

Baden-Württemberg

Schutz gegen das Coronavirus Ulmer STIKO-Chef Mertens will Booster-Impfungen ab 18 empfehlen

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