Menschen in Stuttgart zeigen Solidarität mit der Ukraine: Menschentraube vor dem Podium der Kundgebung auf dem Schlossplatz (Foto: SWR)

Solidarität mit Bevölkerung im Kriegsgebiet

Menschen in Baden-Württemberg demonstrieren gegen Krieg in der Ukraine - auch am Sonntag wieder

STAND

Die Empörung ist groß über den russischen Angriff auf die Ukraine - auch in Baden-Württemberg. Deshalb gibt es überall am Wochenende Protestkundgebungen und Demonstrationen.

Auch am Sonntag gingen die Aktionen in vielen Städten in Baden-Württemberg weiter. Tausende Menschen im Land wollten ihr Entsetzen, ihre Wut und ihre Trauer über den Krieg in der Ukraine zum Ausdruck bringen und gingen deshalb auf die Straße.

In Stuttgart versammelten sich am Mittag erneut viele Menschen mit Spruchbändern und Plakaten, um gegen den russischen Angriff auf die Ukraine zu demonstrieren. Nach Angaben der Stadt fanden sich rund 3.000 Menschen auf dem Schlossplatz ein. Viele der Demonstrierenden trugen ukrainische Flaggen oder waren in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb gekleidet.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) wandte sich in einer Rede an die Menschen und drückte seine Solidarität mit der Bevölkerung der Ukraine aus. "Unsere Herzen sind in dieser schweren Zeit in den ukrainischen Nationalfarben blau-gelb gefärbt", sagte Nopper. "Wir stehen ganz fest an der Seite der Ukraine, auch an der Seite derjenigen, die wegen des Kriegs aus der Ukraine flüchten müssen", so der Stuttgarter OB.

Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) sagte dem SWR am Rande der Demonstration, sie denke auch an die junge Generation. "Ich hatte das Glück, bisher in Frieden zu leben. Wir haben über 70 Jahre Frieden gehabt. Die junge Generation, die jetzt dran ist oder dran kommt, die hatte jetzt zwei, drei Jahre Pandemie, jetzt der Krieg. Es macht einfach unfassbar traurig."

Ein Demonstrant hebt ein Schild über dem Kopf mit der Aufschrift "Protect Civilans in Ukraine" (Foto: SWR)
Hunderte Menschen demonstrieren am Sonntag in Stuttgart gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine

In Freiburg trafen sich am Sonntagnachmittag auf dem Platz der alten Synagoge nach Angaben der Polizei rund 1.000 Menschen - ebenfalls zu einer Friedens-Demo. Hauptveranstalter war die jüdische Gemeinde in Freiburg. Der Platz war in ein Meer gelb-blauer Flaggen getaucht und Menschen allen Alters waren vor Ort: Familien mit Kindern, ältere Menschen ebenso wie Studenten. Die Demonstrierenden sangen die ukrainische Nationalhymne, ein Rabbi stimmte ein Lied auf hebräisch an. Bei der mehrstündigen Veranstaltung kamen vor allem Menschen aus der Ukraine zu Wort, die von ihren persönlichen Schicksalen berichteten. In Freiburg sollen außerdem um 18 Uhr die Kirchenglocken läuten und zum Frieden in der Ukraine aufrufen.

Freiburg

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Ebenfalls um 18 Uhr laden der Landesbischof Frank Otfried July und Bischof Gebhard Fürst zum ökumenischen Gebet für die Ukraine in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart ein. In Biberach und Bruchsal waren Mahnwachen für den Abend geplant.

Auch in Ulm kamen die Menschen am Sonntag wieder auf dem Münsterplatz zusammen. Das Anliegen der rund 500 Teilnehmenden ließ sich mit den wenigen Worten zusammenfassen, die auf einem Pappkarton zu lesen waren: "Stop Putin, Free Ukraine, Stop War". Die Grüne Jugend, die Junge Union und die Jusos sowie die politische Bewegung "Seebrücke Ulm" hatten die Kundgebung am Nachmittag organisiert. Auch hier das gleiche Bild wie in den anderen Städten: die vorherrschenden Farben waren Blau und Gelb - viele Menschen trugen selbst geschriebene Plakate. Die Rednerinnen und Redner äußerten scharfe Kritik an Russlands Präsident Wladimir Putin und erinnerten gleichzeitig an das Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer. Sie forderten außerdem, dass auch in Ulm Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen werden.

Ulm

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In Tettnang (Bodenseekreis) hat bereits am Sonntagvormittag auf dem Montfortplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Stoppt den Krieg" stattgefunden.

Die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine im Liveblog der Tagesschau:

Demonstrationen im ganzen Land schon am Samstag - auch in Stuttgart

Schon am Samstagmittag hatte der Verein "Ukrainer in Stuttgart" eine Demonstration in der Stadtmitte in Stuttgart initiiert. Unter dem Motto "Frieden für die Ukraine - Stand with Ukraine" versammelten sich laut Polizei mehr als tausend Menschen und zogen mit Fahnen und Spruchbändern vom Wilhelmsplatz zum Berliner Platz. Viele trugen ukrainische Flaggen. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern herrschten Wut, Trauer und Bestürzung. Viele der Demonstrierenden waren Ukrainerinnen und Ukrainer, deren Verwandte im Kriegsgebiet in Bunkern ausharren.

Unter den Demonstranten in Stuttgart waren auch viele Menschen aus der Ukraine, die Angst um ihre Angehörigen im Kriegsgebiet haben:

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Am Samstagnachmittag hatten Belarussen, Kasachen, Ukrainer und Russen aus ganz Baden-Württemberg zu einer weiteren Kundgebung - ebenfalls in der Landeshauptstadt - aufgerufen. In dem Appell hieß es, man wolle zeigen, dass die Aktionen Russlands "nicht von den Bürgern unterstützt werden". Und auch in Esslingen zeigten sich die Menschen solidarisch zeigen. Hier hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für Samstagabend zu einer Kundgebung am Hafenmarkt unter dem Motto "Kein Krieg in Europa" aufgerufen.

Stuttgart

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Demo des deutsch-ukrainischen Vereins in Karlsruhe

Etwa 800 Menschen folgten ebenfalls am Samstag dem Aufruf des deutsch-ukrainischen Vereins und versammelten sich zu einer Kundgebung auf dem Karlsruher Schlossplatz. Sie hielten ukrainische Flaggen und Schilder in die Luft mit Botschaften wie "Kein Krieg in Europa" oder "Stop Putin. Stop War".

Karlsruhe

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Bodensee-Oberschwaben: Demos und Kundgebungen in Singen und Konstanz

Am Samstagabend haben in Konstanz viele Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bis zu 2.000 Teilnehmende auf dem Münsterplatz. Auch Bundestagesabgeordnete wie Ann-Veruschka Jurisch (FDP) und Andreas Jung (CDU) zählten zu den Zuhörern. Organisiert wurde die Kundgebung von insgesamt sechs politischen Jugendorganisationen. Mehrere junge Konstanzerinnen und Konstanzer mit Wurzeln in der Ukraine beschrieben in emotionalen Reden die Situation ihrer Familien und Freunde im Kriegsgebiet und forderten die Zuhörerinnen und Zuhörer auf, gemeinsam für den Frieden einzustehen. Anschließend wurden viele Kerzen auf dem Münsterplatz entzündet.

Singen

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Ukrainische Gemeinde Heilbronn organisiert Kundgebung

In Heilbronn organisierte die ukrainische Gemeinde für den Samstagnachmittag eine Protestkundgebung gegen den russischen Angriff auf die Ukraine. Am Wollhaus trafen sich mehrere Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die Initiatorin, Anastasia Kosak, zu unterstützen. Sie hält den Protest für eine innere Verpflichtung. "Das heißt: Ich kriege hier keine Bombe auf den Kopf, also nimm die Füße und mach was", sagte Kosak dem SWR. Sie selbst hat Verwandte und Freunde in der Ukraine.

Heilbronn

Solidaritätsaktion in der Innenstadt Heilbronner zeigen Flagge für die Ukraine

In der Heilbronner Innenstadt hat die Ukrainische Gemeinde Heilbronn am Samstag zu einer Kundgebung gegen den russischen Angriff auf die Ukraine aufgerufen.  mehr...

Tübingen: Sanktionen gegen Russland gefordert

In Tübingen haben am Samstagnachmittag nach Schätzung der Polizei rund 1.000 Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet. Zu der Kundgebung unter dem Motto "StandWithUkraine" hatten unter anderem die Grüne Jugend, die Jusos, die CDU und die FDP aufgerufen. Die Rednerinnen und Redner ernteten viel Zustimmung, als sie davon sprachen, dass Solidarität auch bedeute, wegen Sanktionen gegen Russland wirtschaftliche Folgen in Kauf zu nehmen und Schutzsuchende aus der Ukraine in Deutschland aufzunehmen. Unter den Anwesenden waren viele Familien mit Kindern.

Tübingen

Solidarität mit der Ukraine Friedenskundgebungen in Reutlingen und Tübingen: Gegen Krieg und für Flüchtlingshilfe

Mehrere tausend Menschen haben am Wochenende auf Kundgebungen gegen den Krieg in der Ukraine protestiert, unter anderem in Reutlingen, Tübingen und Rottenburg.  mehr...

In Rottenburg haben sich am Samstagvormittag rund 300 Menschen an einer Friedenskundgebung beteiligt. Darunter auch viele Mitglieder der Narrenzünfte. In Villingen nahmen laut Polizei rund 250 Menschen an einer Friedenskundgebung auf dem Münsterplatz teil.

Kommunen und Kirchen in Südbaden zeigen sich solidarisch

Entsetzen über den völkerrechtswidrigen Angriff durch Russland und Solidarität mit der Ukraine und den dort lebenden Menschen: Das haben etwa 430 Menschen einer überparteilichen Kundgebung am Samstagmittag auf auf dem Alten Marktplatz in Lörrach zum Ausdruck gebracht. Redner waren der Lörracher OB Jörg Lutz (parteilos) und seine Vorgängerin, die Städtetags-Geschäftsführerin Gudrun Heute-Bluhm (CDU).

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