Mietendemo am Samstag, 6.4.2019 in Stuttgart (Foto: SWR, Cengiz Tarhan)

"Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" Baden-Württemberger demonstrieren gegen steigende Mietpreise

In Baden-Württemberg haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen steigende Mieten und Wohnungsleerstand demonstriert - unter anderem in Freiburg, Mannheim, Heidelberg und Stuttgart.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

"Mieten runter!" - so lautete das Motto der Stuttgarter Demonstration gegen die steigenden Mietpreise. Ein Bündnis aus 30 Parteien, Organisationen, Vereinen und Verbänden demonstrierte am Samstag in Stuttgart. Gemeinsam protestierten die Teilnehmer gegen die rasant steigenden Mieten.

Demonstration gegen hohe Mietpreise in Stuttgart, Plakate mit der Aufschrift "Ich wollte eh aufhören zu wohnen" (Foto: SWR)
Kreativer Protest gegen hohe Mietpreise in Stuttgart

Problem für die gesamte Gesellschaft

Steigende Mietpreise und fehlender Wohnraum hätten sich zu einem Problem mit Sprengkraft für die gesamte Gesellschaft entwickelt, erklärte eine Sprecherin des Mietervereins Stuttgart.

Allein in der Landeshauptstadt Stuttgart beteiligten sich laut Organisatoren 4.000 Menschen. Auch andere Städte in Baden-Württemberg zogen mit. So gingen auch in Mannheim, Freiburg und Heidelberg hunderte Menschen auf die Straße. Die Teilnehmer forderten außerdem den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus.

Circa 150 Aktivisten machten bei dem internationalen Aktionstag aufmerksam auf zu hohe Mieten, Leerstand und Privatisierung. (Foto: SWR, Jacqueline Grundig)
Etwa 150 Aktivisten machten in Freiburg beim internationalen Aktionstag aufmerksam auf zu hohe Mieten, Leerstand und Privatisierung. Es gab Infostände, Reden und einen Spaziergang zu leerstehenden und privatisierten Häusern. Jacqueline Grundig

Proteste in ganz Europa

Die größte Veranstaltung fand in der Hauptstadt statt: Die Polizei in Berlin wollte keine konkrete Teilnehmerzahl nennen, sprach aber von einer Größenordnung "weit über 10.000". Die Veranstalter nannten die Zahl von 40.000 Demonstranten, Beobachter zählten 20.000. Das Motto dort: "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn". Hier begannen die Teilnehmer außerdem damit, Unterschriften für ein Volksbegehren zu sammeln. Die Initiatoren fordern, dass Firmen mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet werden. Das Land Berlin soll diese Wohnungen dem Eigentümer zwangsweise abkaufen. Auch in europäischen Metropolen wie Paris, Barcelona und Lissabon gab es Protestaktionen.

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