Brand auf dem SSB-Gelände in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Rosar)

Debatte im Landtag

Innenministerium: Feuer in Stuttgarter Busdepot begann wohl bei E-Bus

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Eine Woche ist das Feuer im Stuttgarter Busdepot der SSB her, bei dem 25 Busse ausbrannten. Der baden-württembergische Landtag debattierte über die Gefahr von E-Fahrzeugen.

25 Busse brannten bei dem Feuer im Stuttgarter SSB-Busdepot in der vergangenen Woche vollständig aus, darunter auch E-Busse. Die Brandursache ist derzeit noch nicht vollständig geklärt. Wie Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) in der Landtagssitzung am Mittwoch mitteilte, habe das Feuer - nach jetzigen Kenntnisstand - bei einem E-Bus begonnen. Man gehe von einem "technischen Defekt" aus, sagte Strobl. Welcher Art, das blieb offen. Das lässt wohl auch keine Rückschlüsse auf die Brandursache zu. Wie ein Sprecher erklärte, könnte das Feuer aus unterschiedlichen Gründen auch in der Nähe der Fahrzeuge ausgebrochen sein. Genauere Untersuchungen soll es frühestens am Donnerstag geben.

Die ausgebrannte Abstellhalle im Stuttgarter Osten sei weiter einsturzgefährdet. Die Sicherungsmaßnahmen dauern an, betonte eine Polizeisprecherin. Noch hätten die Brandermittler den Brandort aus Sicherheitsgründen nicht betreten - somit könne man auch nicht sagen, ob es sich bei der Brandursache um einen technischen Defekt oder Brandstiftung handle, so die Polizei. Der Fahrzeugshersteller Daimler, der zwei neue E-Busse zu Beginn des Jahres an die SSB geliefert hatte, unterstützt das Verkehrsunternehmen bei der Suche nach der Brandursache. Der Konzern bestätigte dem SWR, dass einer dieser E-Busse verbrannt ist.

Landtag zeigt Dankbarkeit gegenüber den Feuerwehrleuten

In der Landtagssitzung nach dem Großbrand debattierten die Abgeordneten auch über brennende E-Fahrzeuge - und die damit verbundenen Herausforderungen für die Feuerwehr. Einigkeit herrschte in der Dankbarkeit gegenüber den über 200 Feuerwehrleuten und Rettungskräften, die am vergangenen Donnerstag im Einsatz waren und Schlimmeres verhinderten.

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Nico Weinmann (FDP) unterstrich, wie wichtig eine gut ausgestattete Feuerwehr sei, um auf solche Brände effizient reagieren zu können. Von E-Fahrzeugen gehe zwar keine erhöhte Brandgefahr aus. Viel mehr seien dafür die verbauten Kunststoffe verantwortlich. Dennoch sei klar, dass der Brand eines E-Fahrzeugs eine andere Herausforderung darstelle, da er mit einer "wesentlich höheren Wärmestrahlung" verbunden sei. Deshalb müssten den Feuerwehren sowohl die nötige technische Ausrüstung bereitgestellt als auch Fortbildungen ermöglicht werden, so Weinmann.

Brände bei E-Fahrzeugen: AfD fordert statistische Erfassung

Kritik gab es von der AfD. Der sicherheitspolitische Sprecher Hans-Jürgen Goßner sagte: "Manche Zeitgenossen glauben auch, dass dies die typischen Übergangsprobleme mit neuen Technologien seien. Das mag so sein. Doch üblicherweise löst man Probleme, bevor ein Produkt mit aller Staatsmacht dem Bürger aufgezwungen wird." Brände mit E-Fahrzeugen müssten statistisch erfasst werden.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) verwies darauf, dass das Land Forschungsaufträge an die Brandforschungsstelle am Karlsruher Institut für Technologie vergeben habe, speziell für die Löschung von E-Fahrzeugen. Zudem wolle man diese Erkenntnis mit den Daten der Berliner Feuerwehr ergänzen, die derzeit bundesweit bei den Feuerwehren Zahlen zu Bränden in E-Fahrzeugen erhebe. "Diese Umfrage unterstützen wir, um belastbare Aussagen zu erhalten", so Strobl.

CDU: Brände bei E-Fahrzeugen sind nicht gefährlicher

Fest stehe: Wenngleich sich der Löschvorgang bei Akkus aufwendiger gestalte, seien E-Autos nicht gefährlich als Verbrenner, so Strobl. Auch der Deutsche Feuerwehrverband hat dazu einen entsprechenden Bericht veröffentlicht. E-Fahrzeuge würden nicht häufiger brennen als andere, pflichtete CDU-Parteikollege Matthias Miller bei. Auch bei Zusammenstößen gebe es keine erhöhte Gefahr, solange die Akkus nicht deformiert würden. Miller zitierte dazu aus einigen Studien.

Wichtig sei, so Andrea Schwarz von den Grünen, dass die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal das Thema Brände mit E-Fahrzeugen fest im Blick habe. Es gehe nun darum, das Wissen für Brände mit alternativen Antriebsformen in die breite Masse der Feuerwehr zu kriegen, also auch in die Gemeindefeuerwehren.

Klaus Ranger (SPD) wies zudem darauf hin, dass die Landesregierung aus solchen Bränden die richtigen Schlüsse ziehen müsse. Er sprach von "baulichen Vorgaben für Depots mit zahlreichen Fahrzeugen", um bei Bränden ein schnelles Übergreifen des Feuers zu vermeiden.

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