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Im Kampf gegen das Coronavirus nimmt die Zahl der potentiellen Impfstoffe weiter zu. Das Tübinger Unternehmen Curevac gilt als Hoffnungsträger. Für die schnelle Impfstoff-Produktion könnte ein spezieller Impfdrucker helfen.

Der deutsche Impfstoffhersteller Curevac aus Tübingen rechnet mit einer EU-Zulassung seines Impfstoffs gegen das Coronavirus nach eigenen Angaben bis Ende Mai oder Anfang Juni. Dies teilte Curevac-Chef Franz-Werner Haas in einer Anhörung des Europaparlaments mit. Die entscheidenden Daten der klinischen Tests seien für Mitte April zu erwarten.

Gleichzeitig erklärte Haas, dass der Impfstoff offenbar auch gegen die mutierten Varianten des Coronavirus hilft. Demnach hätten erste Studien gezeigt, dass das Mittel auch gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Varianten helfe. Die Studienergebnisse sollen bald veröffentlicht werden. Nach SWR-Informationen vom Dienstag lässt Curevac derzeit schon auf Vorrat produzieren.

Weltweit erster Impfdrucker kann große Fabriken ersetzen

Auch in anderen Bereichen entwickelt das Unternehmen weiter, wie jüngst beim weltweit ersten Impfdrucker. Er kann unkompliziert mRNA-Impfstoff produzieren. Dafür werden wie bei einem Druckauftrag genetische Informationen eines Virus in den Drucker eingespeist, der dann automatisch den passenden Impfstoff produziert.

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Mit wenig Aufwand könne man so auch schnell auf Mutationen von Viren reagieren, so Curevac-Vorstandsmitglied Florian von der Mülbe. Pro Woche könnten rund 100.000 Impfdosen gegen Covid-19 produziert werden. Der Drucker, rund vier Meter lang und zwei Meter hoch, kann große Impfstoff-Fabriken ersetzen und überall auf der Welt eingesetzt werden.

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