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Der Anteil an Coronavirus-Varianten steigt in Baden-Württemberg weiter an. Inzwischen gibt es bei den nachgewiesenen Fällen eine klare Dominanz gegenüber dem Wildtyp.

Die Coronavirus-Varianten breiten sich in Baden-Württemberg rasant aus. Nachdem in der letzten Januarwoche nur rund sieben Prozent aller positiven Tests auf die ansteckenderen Varianten entfielen, waren es vergangene Woche schon 82 Prozent. In der Woche davor lag der Wert bei 68 Prozent. Das geht aus den Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstag hervor. Anfang März war der Prozentsatz bereits über 50 Prozent gestiegen. Diese Werte stammen vom ALM, dem Verband der akkreditierten Labore in der Medizin.

Varianten des Coronavirus vor allem bei jüngeren Menschen

Seit dem ersten Nachweis einer Virusvariante in Baden-Württemberg am 24. Dezember 2020 sind bis heute insgesamt 20.451 Fälle aus allen 44 Stadt- und Landkreisen gemeldet worden. Die Zahl der übermittelten Fälle von Corona-Varianten waren in den mittleren Altersgruppen am höchsten. So haben die Verantwortlichen die meisten Variantennachweise in absoluten Zahlen in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren festgestellt. Auch auch die Anzahl der Variantennachweise bei Kindern bis 9 Jahren ist demnach höher als bei Menschen ab 70.

Bei 18.572 Fällen liegen dem Landesgesundheitsamt Informationen dazu vor, um welchen Variantentyp es sich handelt: Bei 18.175 Fällen wurde die Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) nachgewiesen. Auf die Mutante aus Südafrika (B1.351) entfallen 381 Fälle und bei 16 Fällen besteht Verdacht auf einen Nachweis der Variante aus Brasilien (B1.1.28 P1).

Weiter hohe Zahl an Neuinfektionen

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ist laut Landesgesundheitsamt am Dienstag (Stand: 16 Uhr) um weitere 1.985 Fälle (gesamt: 346.765) gestiegen. 18 weitere Menschen sind in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben (gesamt für Baden-Württemberg: 8.568). Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner wird aktuell mit 101,9 (Vortag: 103,0, vergangenen Dienstag 79,8) angegeben.

Kretschmann warnt vor "neuer Pandemie"

Erst am Dienstag warnte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Pressekonferenz zu den Bund-Länder-Beschlüssen: "Wir sind offenkundig in einer exponentiellen Situation, also einer dritten Welle." Es handle sich wegen der Mutante um eine neue Pandemie: "Das Virus ist ansteckender und gefährlicher." Es gebe keinen Spielraum für Öffnungen.

Es sei alarmierend, dass auch jüngere Menschen von den Corona-Mutanten stark betroffen seien, so der Grünen-Politiker. Die Wissenschaft sage, dass sich eine echte Bremswirkung durch das Impfen erst Ende Mai oder Anfang Juni einstellen werde.

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