Eine Familie steht mit ihrem Gepäck am Flughafen in der Warteschlange für einen Corona-Test (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Jonas Güttler (Symbolbild)

Neue Variante in Großbritannien entdeckt

Corona-Mutation: Baden-Württemberg plant zunächst keine weiteren Maßnahmen

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Auch Deutschland schottet sich gegen Großbritannien ab. In Stuttgart landete ein vorerst letzter Flieger aus London. Ob die neue Corona-Mutation schon in Baden-Württemberg angekommen ist, ist unklar.

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Trotz der Entdeckung einer möglicherweise besonders ansteckenden Variante des Coronavirus in Großbritannien plant die baden-württembergische Landesregierung vorerst keine weiteren Maßnahmen. Das teilte ein Regierungssprecher mit. "Stand jetzt ist nichts geplant", sagte auch eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Man wisse ja noch gar nicht, ob das mutierte Virus wirklich im Land sei. Die bereits geltenden Kontaktbeschränkungen würden demnach hoffentlich auch die Ausbreitung eines mutierten Virus verhindern.

Nach Einschätzung des baden-württembergischen Landesgesundheitsamts (LGA) könnte die mutierte Variante des Coronavirus hierzulande bereits im Umlauf sein. "Wir haben bisher noch keine direkten Hinweise darauf, dass die Virusvariante bereits in Deutschland angekommen ist", heißt es in einer Einschätzung aus dem LGA, über die die Deutsche Presse-Agentur berichtet. "Da jedoch nur ein Bruchteil der Virenisolate sequenziert wird, könnte es sein, dass diese Variante bereits seinen Weg auch nach Deutschland gefunden hat." Damit sei die Analyse des kompletten Erbguts des Virus gemeint, die nur wenige Labore in Deutschland durchführen.

Zweifel an deutlich höherer Ansteckungsgefahr bei Corona-Mutation

Die neue Virusvariante sei bereits seit September bekannt, heißt es weiter. Es gebe Hinweise aus den Niederlanden, Belgien, Italien, Dänemark und Australien. Bisher gebe es keine gesicherten Erkenntnis, dass die neue Virusvariante tatsächlich deutlich leichter übertragbar sei als die bisherigen Virusvarianten, schreibt Brockmann. Es lägen in Großbritannien aber einige Hinweise vor, die das vermuten ließen. Bisher gebe es auch keinerlei Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger wirksam seien.

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Das bekräftigte auch Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). Man habe sich sehr umpfänglich dazu beraten lassen, so Lucha im SWR. "Wir denken, dass wir in der Lage sind - therapeutisch wie auch präventiv - damit umzugehen."

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag gesagt, dass die in Großbritannien entdeckte Corona-Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender sei als die bisher bekannte Form. Auch der Virologe Christian Drosten äußerte Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes.

Vorerst letzte Landung in Stuttgart - Corona-Tests negativ

Bis zum 31. Dezember dürfen Flugzeuge aus Großbritannien nicht mehr in Deutschland landen. Auch am Stuttgarter Flughafen mussten sich am Sonntagabend rund 150 Passagiere und Crew-Mitglieder eines vorerst letzten Fluges aus London testen lassen. Laut dem Landratsamt Esslingen waren alle Schnelltests negativ. Die Passagiere durften nach Hause fahren, mussten sich aber zunächst in Quarantäne begeben. Auch am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden wurden 134 Passagiere negativ getestet.

Bei einer Landung in Hamburg wurden sieben Menschen positiv auf Corona getestet, ein weiterer Fall wurde am Flughafen Hannover gefunden. Weitere Labortests sollten nun klären, ob die Passagiere sich mit der neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert haben, teilte die Region Hannover am Montag mit.

Weltweit haben zahlreiche Länder den Flugverkehr aus Großbritannien vorerst eingestellt. Dazu gehören Deutschland und die meisten anderen EU-Staaten, aber auch Norwegen, Indien, Hongkong und Kanada.

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