Coronavirus unter dem Mikroskop  (Foto: Getty Images, Montage: SWR)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Dienstag, 17. November 2020

STAND

Das war der Dienstag in Baden-Württemberg

Daimler-Reisebus-Produktion in Neu-Ulm steht wegen Corona still

21:48 Uhr

Von Dezember an werden beim Bushersteller Evobus in Neu-Ulm vorübergehend keine Reisebusse der Marke Setra mehr gebaut - zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte. Die Beschäftigten können vorübergehend an anderen Standorten des Mutterkonzerns Daimler arbeiten, an denen Verstärkung gebraucht wird. Das sagte ein Sprecher dem SWR. Evobus stellt die Produktion von Reisebussen zunächst bis Mitte Februar ein, weil die Nachfrage wegen der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist.

Weihnachtsmarkt-Ersatz für Schausteller in Karlsruhe

21:08 Uhr

Weil der Christkindlesmarkt in Karlsruhe coronabedingt abgesagt wurde, dürfen Schausteller und Festwirte bis Ende März ohne Gebühren in der Innenstadt Stände aufstellen. Bei Gastronomen soll es dabei Essen und Trinken nur zum Mitnehmen geben. Insgesamt sollen rund 30 Stände gleichzeitig erlaubt sein, die sich über das Zentrum verteilen. Beim traditionellen Christkindlesmarkt waren zuletzt mehr als 120 Schausteller vertreten.

Kein Strafverfahren nach Anne-Frank-Vergleich bei "Querdenken"-Demo in Karlsruhe

20:55 Uhr

Nach dem Vergleich einer Elfjährigen ihres Geburtstags unter coronabedingten Einschränkungen mit der Lage des jüdischen Mädchens Anne Frank im Zweiten Weltkrieg, sieht die Staatsanwaltschaft von einem Ermittlungsverfahren ab. Die Prüfung des Falls habe keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten ergeben, so ein Sprecher. Abgesehen davon, dass das Kind selbst strafunmündig sei, werde auch nicht gegen die Eltern ermittelt, hieß es weiter. Am Samstag hatte das Mädchen bei einer Kundgebung der Initiative "Querdenken 721" vor rund 1.000 Menschen in Karlsruhe gesprochen.

Schnelltests: So werden sie im Seniorenheim eingesetzt

20:44 Uhr

Der Besuch alter Menschen ist durch Corona zum Risiko geworden. Für Heime können Schnelltests Abhilfe schaffen: Nach einer halben Stunde weiß der Besucher, ob er ansteckend ist. Das St. Anna-Seniorenheim in Stuttgart ist froh über diese Möglichkeit.

Krankenhäuser verschieben Operationen

19:35 Uhr

In Krankenhäusern in Baden-Württemberg werden wegen der Corona-Pandemie aktuell über 1.000 nicht dringend notwendige Operationen verschoben. Das hat eine Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.

Mehr als 2.100 Neuinfektionen in Baden-Württemberg

19:10 Uhr

In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Landesgesundheitsamts (Stand 16 Uhr) 2.135 neue Coronavirus-Infektionen registriert worden. Damit ist die Zahl der nachweislich Infizierten auf 120.861 gestiegen, wie die Behörde mitteilte. Im Zusammenhang mit dem Virus starben weitere 36 Menschen - insgesamt sind es landesweit damit 2.332 Tote. Als genesen gelten 76.246 Menschen. Der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) ist landesweit mit 131,6 leicht gesunken (Vortag: 134,3). 405 schwer Covid-19-Erkrankte befanden sich zuletzt in intensivmedizinischer Behandlung, 221 von ihnen wurden invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2.321 Intensivbetten von insgesamt 3.011 Betten belegt - das entspricht 77 Prozent.

Curevac will Impfstoff-Produktion ankurbeln

17:15 Uhr

Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac will die Produktion des möglichen Corona-Impfstoffs ausweiten. Durch den Aufbau eines europäischen Netzwerks sollen im Jahr 2021 bis zu 300 Millionen Dosen und 2022 bis zu 600 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten hergestellt werden können.

US-Studie: geringere Infektionszahlen ohne Lockdown?

16:55 Uhr

Der deutsche Teil-Lockdown wird voraussichtlich noch mindestens zwei Wochen dauern. Über schärfere Maßnahmen wird bereits diskutiert. Laut einer US-amerikanischen Studie könnte es vielleicht einen anderen Weg geben.

Corona-Pandemie US-Studie: Geringere Infektionszahlen ohne Lockdown möglich?

Der deutsche „Lockdown Light“ wird noch mindestens zwei Wochen dauern. Über schärfere Maßnahmen wird bereits diskutiert. Laut einer US-amerikanischen Studie könnte es vielleicht einen anderen Weg geben.  mehr...

Handballer aus Konstanz starten Spendenkampagne

15:50 Uhr

Der Handball-Zweitligist HSG Konstanz ist durch die Corona-Krise in finanzielle Not geraten. Wegen der Geisterspiele fehlt es an Einnahmen. Jetzt startet der Verein eine Spendensammlung im Internet.

Weihnachtsbäume könnten teurer werden

15:40 Uhr

Aufgrund der Coronapandemie könnten die Preise für Weihnachtsbäume in diesem Jahr stärker als üblich steigen. Als Grund nannte das Stuttgarter Agrar-Portal Proplanta gestiegene Kosten für die Anbieter der Bäume. "Fehlende Arbeitskräfte aus Osteuropa, Hygienekonzepte, größere Verkaufsflächen und zusätzliches Personal fordern ihren Tribut", heißt es in einer Mitteilung des Portals. Hinzu komme, dass die Nadelbäume 2020 in einigen Regionen unter Trockenheit gelitten hätten. Auch habe der Spätfrost im Mai bei vielen Plantagen für Schäden gesorgt.

Betrüger nutzen Corona für "Schock-Anrufe"

15:15 Uhr

In den vergangenen Tagen kam es laut Polizei in Bötzingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Freiamt, Rheinhausen (beide Kreis Emmendingen) und Bad Bellingen (Kreis Lörrach) zu mehreren "Schock-Anrufen". Das Vorgehen der unbekannten Täter am Telefon ist perfide: Die Anrufer geben sich am Telefon als Ärzte eines Krankenhauses aus. Sie teilen beispielsweise mit, dass ein naher Angehöriger (Sohn, Tochter, Enkelkind etc.) schwer an Corona erkrankt sei und dringend teure Medikamente benötige. Eine weitere kostspielige Betrugsvariante ist auch die Verlegung eines angeblich erkrankten Angehörigen per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik.

Kretschmann: Anzeichen für rechte Unterwanderung der "Querdenker"

14:00 Uhr

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor einer zunehmenden Radikalisierung der "Querdenken"-Bewegung gewarnt. Es gebe Anzeichen dafür, dass die Bewegung immer stärker von rechtsradikalen Kräften unterwandert werde, sagte Kretschmann. Die Ansichten, die die "Querdenker" vertreten, seien nicht faktenorientiert, zum großen Teil abwegig und schwer nachvollziehbar. Es sei beunruhigend, dass immer mehr Verbindungen zum Rechtsextremismus und zum Rechtsradikalismus wahrnehmbar seien.

Oberstdorf und Kleinwalsertal: Bergbahnen verschieben Saisonstart

12:50 Uhr

Die Bergbahnen in Oberstdorf und Kleinwalsertal verschieben ihren Saisonauftakt auf den 18. Dezember. Ursprünglich hätte die Ski-Saison bereits am 4. Dezember losgehen sollen. Die aktuelle Corona-Lage lasse diesen Termin jedoch nicht zu, weil Änderungen der Corona-Bestimmungen sehr kurzfristig an den Tourismus weitergegeben werden, so der Vorstand der Bergbahnen. Die Bahnen bräuchten aber einen gewissen Vorlauf, um die Saison vorbereiten zu können.

Kanzlerin Merkel gehen Absprachen zu langsam

11:55 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist unzufrieden mit dem Ergebnis der gestrigen Bund-Länder-Schalte. Bei dem virtuellen Treffen hatten die Ministerpräsidenten schärfere Corona-Regeln vorerst abgelehnt und konkrete Beschlüsse zur weiteren Bekämpfung der Pandemie auf nächste Woche vertagt. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte die Kanzlerin, sie hätte sich mehr vorstellen können. Jeder Tag zähle, ein Zögern koste im Zweifel immer mehr Geld. Allerdings sei auch schwer einzuschätzen, wie sich das Infektionsgeschehen in den kommenden Tagen entwickeln werde. Merkel warb zudem um Verständnis für die geltenden Einschränkungen: Sie seien eine demokratische Zumutung, aber unvermeidbar.

Gastronomen und Hoteliers bangen um Existenz

11:15 Uhr

Nach dem Beschluss des Teil-Lockdowns im November und der damit verbundenen Schließungen der Gastronomiebetriebe und Hotels machen sich viele Betriebe Sorgen um ihre Zukunft. Im Schwarzwald beispielsweise hoffen Gastronomen und Hoteliers weiterhin auf ein Erstarken des Weihnachtsgeschäfts. Dennoch herrscht weiter große Unsicherheit.

Behörden prüfen Anne-Frank-Vergleich auf "Querdenken"-Demo

10:45 Uhr

Dass eine Elfjährige ihren Geburtstag mit Corona-Einschränkungen auf einer "Querdenken"-Demonstration mit der Lage des jüdischen Mädchens Anne Frank im Zweiten Weltkrieg verglichen hat, ist nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Die Polizei habe den Sachverhalt und die Dokumentation am Dienstagmorgen zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, sagte ein Sprecher. Diese müsse klären, ob ein Straftatbestand vorliegt. Die Elfjährige hatte am Samstag in Karlsruhe auf der Bühne eine Rede vorgelesen, in der sie sagte, die Geburtstagsfeier mit ihren Freunden sei ganz anders gewesen als in den Jahren davor: "Wir mussten die ganze Zeit leise sein, weil wir sonst vielleicht von unseren Nachbarn verpetzt worden wären. Ich fühlte mich wie bei Anne Frank im Hinterhaus, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden."

38 Personen in Pflegeeinrichtung positiv getestet

10:22 Uhr

Im katholischen St. Josefshaus für Menschen mit Behinderungen in Rheinfelden-Herten sind 38 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hierbei handelt es sich um 18 Mitarbeiter und 20 Bewohner der Einrichtung. Laut Angaben des St. Josefshauses zeigten alle erkrankten Bewohner bisher milde Krankheitsverläufe. Alle infizierten Mitarbeiter befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Nach dem ersten Verdachtsfall am vergangenen Donnerstag hatte das Heim für Menschen mit Behinderungen alle Bewohner und Mitarbeiter zunächst einem Schnelltest und dann einem gründlicheren sogenannten PCR-Test unterzogen. Die Einrichtung erklärt die hohen Infektionszahlen damit, dass die Bewohner aufgrund ihrer Behinderung keine Maske tragen müssen und die Mitarbeiter bei deren Begleitung die Abstandsregeln kaum einhalten können.

Luftfahrt-Zulieferer Diehl plant Stellenabbau

9:15 Uhr

Der Luftfahrt-Zulieferer Diehl Aviation mit Sitz in Laupheim (Kreis Biberach) will sich wegen der Corona-Krise neu aufstellen. Das neue Konzept sieht einen Stellenabbau in den nächsten zwei Jahren vor. Betroffen seien alle Bereiche und alle Standorte, heißt es in einer Mitteilung. In Laupheim sollen über 600 der insgesamt 1.800 Arbeitsplätze wegfallen, sagte ein Sprecher dem SWR. Bei Diehl Aerospace sollen an drei Standorten 200 Stellen abgebaut werden, unter anderem auch in Überlingen (Bodenseekreis).

Kurzarbeit im Gesundheitsamt?

9:10 Uhr

Der Tuttlinger Oberbürgermeister Michael Beck (CDU) schlägt vor, im Kampf gegen das Coronavirus Kurzarbeiter in Gesundheitsämtern einzusetzen. Einen entsprechenden Brief hat er an Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) geschickt. Aus Becks Sicht sei es unerlässlich, dass die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung handlungsfähig bleiben. Auch eine Verpflichtung zur ehrenamtlichen Tätigkeit bringt er ins Spiel.

GEW unzufrieden mit Schulpolitik der Länder

9:00 Uhr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesländer kritisiert, die sich gegen einen Wechselunterricht an Schulen wehren. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe bezeichnete das im "Redaktionsnetzwerk Deutschland" als verantwortungslos und politisches Abenteurertum. Es gebe schon rund 200.000 Schüler in Quarantäne und mehr als 3.000 infizierte Lehrkräfte. Daher sei das weitere Abwarten unverständlich.

Montgomery kritisiert Bund-Länder-Gespräch scharf

8:23 Uhr

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Pandemie scharf kritisiert. Im Radioprogramm SWR Aktuell sagte Montgomery: "Wir brauchen eine Einigkeit aller Demokraten und aller Menschen, die wirklich an der Gesundheit der Bevölkerung interessiert sind. Was wir dort erleben, als Showdown von Eitelkeiten, hilft niemandem." Jetzt sei es wichtig zu handeln: "Wir müssen vor allem Kontakte einschränken. Und das geht nur, wenn die Bevölkerung das selbst macht. Wir können nicht überall einen Polizisten hinstellen." Es bedürfe jetzt eines nationalen Ansatzes, um die Menschen zu überzeugen. Das gelinge aber nur, wenn sich die Politik einig sei.

Baden-Württemberg plant automatische Quarantäne

8:00 Uhr

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, soll sich in Baden-Württemberg künftig selbst in Quarantäne schicken können. Dadurch sollen die Gesundheitsämter entlastet werden. Die Landesregierung will dieses neue Verfahren heute beschließen:

SPD will Lucha Corona-Koordination entziehen

7:35 Uhr

SPD und FDP im Stuttgarter Landtag werfen Gesundheitsminister Lucha Fehler bei der Beschaffung von Schnelltests vor. Die SPD fordert, ihm die Koordination in der Corona-Krise zu entziehen.

Land schnürt Millionenpaket für Tourismusbranche

7:30 Uhr

Mit einem weiteren millionenschweren Finanzierungspaket soll der angeschlagenen baden-württembergischen Tourismusbranche nach dem Ende des befristeten Teil-Lockdowns so schnell wie möglich auf die Beine geholfen werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur plant das Tourismusministerium unter anderem Programme für die Thermen und für eine Werbekampagne. Auch das Wissenschaftsministerium ist mit einem Projekt eingebunden. Darin sollen Studenten nach ihrem Abschluss für eine Übergangszeit ein Beschäftigungsverhältnis an den Hochschulen erhalten, um von dort aus Unternehmen der Tourismusbranche bei Projekten zu unterstützen. Für die Programme sollen demnach insgesamt Mittel in höherer zweistelliger Millionenhöhe investiert werden. Details zum Programm will die Landesregierung heute in Stuttgart vorstellen.

BW-Politiker begrüßen Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz

6:40 Uhr

Die Opposition im baden-württembergischen Landtag ist mit dem Ergebnis der Bund-Länder-Konferenz vorerst zufrieden. Der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch sagte, er halte es für richtig, noch eine Woche abzuwarten. Dann brauche man jedoch einen längerfristigen Plan, so Stoch. Der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte dem SWR, es sei erfreulich, dass sich die Kanzlerin mit ihren Plänen nicht durchgesetzt habe. Es sei richtig, weitere Maßnahmen erst in der kommenden Woche zu diskutieren. Auch der Fraktionsvorsitzende der AfD, Bernd Gögel, begrüßte, dass eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen vorerst ausgeblieben ist.

Dienstag, 17. November 2020

Weitere Infos finden Sie hier:

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