Coronavirus Liveblog für Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Donnerstag, 15. Oktober 2020

Stand

Das war der Donnerstag in Baden-Württemberg

Kretschmann: "Alle müssen diszipliniert sein"

21:12 Uhr

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Strategie bekräftigt, Infektionsketten zurückzuverfolgen, um die Kontrolle über die Corona-Pandemie nicht zu verlieren.

Stuttgart hat höchste Sieben-Tage-Inzidenz

20:02 Uhr

Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenz-Werte in Baden-Württemberg: Stuttgart (82,9), Esslingen (82,4), Mannheim (56,7), Schwarzwald-Baar-Kreis (56), Landkreis Tübingen (63,4), Heilbronn (58,5), Baden-Baden (52,6), Schwäbisch Hall (51,3), Ludwigsburg (51,2).

Kreis Tübingen überschreitet kritische Marke

20:01 Uhr

Im Kreis Tübingen sind heute insgesamt 46 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit laut Landratsamt bei 63,4 - also deutlich über der kritischen 50er-Marke. Bei den genannten Fällen handelt es sich hauptsächlich um Infizierte, die sich bei Familienfeiern angesteckt haben, und um Kontaktpersonen von bereits bekannten Fällen. Das Landratsamt will am Freitag Corona- Beschränkungen bekanntgeben, die am Samstag in Kraft treten sollen.

RKI bringt Abriegelung von Risikogebieten ins Spiel

19:17 Uhr

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat eine Abriegelung von Gebieten mit hohen Corona-Zahlen ins Gespräch gebracht. Vor neun Monaten habe er noch gesagt, dass er sich das nicht vorstellen könne, sagte er dem Sender "Phoenix" am Donnerstag. "Inzwischen kann ich mir vorstellen, dass solche Maßnahmen durchgeführt würden", sagte Wieler in dem Interview. Würden die Maßnahmen nicht verschärft, würden die Infektionszahlen möglicherweise sogar auf bis zu 10.000 täglich steigen, sagte der RKI-Chef. Er sei nach wie vor der Ansicht, dass dies verhindert werden könne. Zu den in einigen Bundesländern inzwischen gekippten Beherbergungsverboten sagte Wieler, "Mobilität ist einer der Treiber dieser Pandemie". Die Regelung, dass Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen nicht in Hotels untergebracht werden dürfen, hatten zuvor zum Beispiel Gerichte in Baden-Württemberg gekippt.

Baden-Württemberg überschreitet 35er-Marke

18:55 Uhr

967 weitere Personen aus Baden-Württemberg (gesamt: 57.442) sind offiziell mit dem Coronavirus infiziert. Wie aus den Zahlen des Landesgesundheitsamts (Stand 16 Uhr) hervorgeht, ist zudem ein weiterer Mensch in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Damit liegt die Zahl der Todesfälle bei jetzt insgesamt 1.920. Inzwischen haben auch Tübingen, Mannheim und der Schwarzwald-Baar-Kreis die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten und gelten als Hotspots. Noch gilt in Baden-Württemberg Pandemiestufe 2, jedoch liegt seit heute (Donnerstag, 15. Oktober) die landesweite 7-Tage-Inzidenz bei über 35 Fällen pro 100.000 Einwohner. Entsprechend werde mit der Ausrufung der Pandemiestufe 3 voraussichtlich in den nächsten Tagen zu rechnen sein, teile das Landesgesundheitsamt mit. Für den Fall von Stufe 3 hat das Kultusministerium eine neue Verordnung für die Schulen erlassen. Schüler müssen dann ab der fünften Klasse auch im Unterricht eine Maske tragen - Maskenverweigerer müssen mit Sanktionen rechnen. Wenn Lehrer sich weigern, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, dürfen sie das Schulgelände nicht betreten.

Schäuble gegen Grenzschließungen

18:26 Uhr

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU, Wahlkreis Offenburg) hofft, dass es auch bei einer Verschärfung der Corona-Pandemie nicht zu Grenzschließungen in Europa kommt. "Heute wissen wir, dass Grenzschließungen der falsche Weg sind. Jetzt sind sich die Verantwortlichen einig, sich besser abzustimmen. Wenn man in Straßburg die Läden schließt, muss man sie auch in Kehl, Baden-Baden und Karlsruhe schließen", sagte Schäuble im Interview mit dem "Badischen Tagblatt" (Freitag). Der Bundestagspräsident sagte ferner, er hoffe Weihnachten trotz Corona mit seiner Familie feiern zu können.

Alle französischen Grenzregionen zu Baden-Württemberg Risikogebiet

17:30 Uhr

Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Maskenpflicht im Schulunterricht angekündigt

16:07 Uhr

Das baden-württembergische Kultusministerium hat angekündigt, dass Schüler bei steigenden Corona-Infektionszahlen auch im Unterricht eine Maske tragen müssen. Das gelte für Schüler ab Klasse 5, wenn in einem Landkreis innerhalb einer Woche mindestens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert wurden, heißt es aus dem Ministerium. Masken-Verweigerer müssten mit Sanktionen rechnen. Wenn Lehrer Mund und Nase nicht bedecken, sei das eine Verletzung der Dienstpflicht, so das Ministerium weiter. Sie dürften dann nicht aufs Schulgelände und seien dem Regierungspräsidium zu melden. Verweigernde Schüler könnten notfalls vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Erste Supermärkte berichten von Hamsterkäufen

15:57 Uhr

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen kaufen in Deutschland auch wieder mehr Menschen Toilettenpapier. "Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten, darunter auch Toilettenpapier", erklärte der Discounter Aldi Süd gegenüber der "Wirtschaftswoche". "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir vereinzelt eine leicht erhöhte Nachfrage in unserem Hygienesortiment", bestätigte demnach auch Lidl mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn). Handelsketten wie Rewe, dm und Kaufland konnten bislang allerdings noch keine Veränderungen im Kaufverhalten ihrer Kunden feststellen.

Kretschmann mahnt weiter Reiseverzicht an

15:53 Uhr

Auch nach dem Aus für das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg sollten die Menschen aus Corona-Risikogebieten nach Ansicht von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nur unbedingt notwendige Reisen machen. Der Regierungschef betonte, dass Hotels sicherlich nicht zu den Treibern der Infektion gehören würden. "Aber das Virus verbreitet sich nun mal auch durch Reisen. So kam es ja aus China in die ganze Welt und zum Beispiel im März aus Ischgl zu uns nach Baden-Württemberg." Touristische Reisen gehörten zum Angenehmen, nicht zum Notwendigen. "Deshalb hatten wir uns, wie viele andere Länder auch, zu einem Beherbergungsverbot entschieden - und wir hätten Geschäfts- und Dienstreisen als notwendige Reisen davon ausgenommen."

Telefonische Krankschreibung wieder möglich

15:48 Uhr

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab kommendem Montag wegen der Corona-Lage wieder bundesweit möglich. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen. Die Regelung soll zunächst bis zum Jahresende gelten. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden. Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen zuzulassen.

BW-Polizei-Gewerkschaft hält neue Vorschriften für nicht kontrollierbar

15:43 Uhr

Der baden-württembergische Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Hans-Jürgen Kirstein, hält die gestern von Bund und Ländern vereinbarten Corona-Regeln nicht für umsetzbar. Zum einen fehle das Personal, zum anderen könnten sich die Bestimmungen von Ort zu Ort ändern, so Kirstein im SWR. Die Polizisten müssten sich deshalb jedes Mal tagesaktuell informieren, was im Schichtdienst kaum leistbar sei. Vor allem die Kontrolle privater Feiern hält Kirstein für problematisch. Seiner Meinung nach sei es nicht ohne weiteres möglich "in eine Geburtstagsfeier hereinzuschneien und nach der Corona-Verordnung zu kontrollieren." Dafür brauche es konkrete Anlässe. Schon jetzt sei die baden-württembergische Polizei durch die Sonderkontrollen ausgelastet, so Kirstein weiter.

Gaststättenverband reagiert erleichtert auf gekipptes Beherbergungsverbot

15:40 Uhr

Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA in Baden-Württemberg hat mit Erleichterung auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim reagiert, der am Mittag das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg gekippt hat. "Wir sind erleichtert, dass diese Bestimmung aus der Welt ist", so DEHOGA-Sprecher Daniel Ohl im SWR. Die Wirkung des Beherbergungsverbotes sei verheerend gewesen, quasi ein Lockdown durch die Hintertür.

Baden-Baden prüft weitere Maßnahmen

15:31 Uhr

In Baden-Baden werden in den kommenden Tagen Maßnahmen eingeleitet, um die Pandemie einzudämmen. In der Kurstadt wurde die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Wie konkret die Maßnahmen aussehen, wird gerade vom zuständigen Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt erarbeitet. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist eine Ausweitung der Maskenpflicht, zum Beispiel auf Märkten, sowie eine Einschränkung privater Feierlichkeiten im Gespräch. Man werde prüfen, was für die Situation in der Stadt passgenau ist.

ARD Hörspieltage ausschließlich online

15:23 Uhr

Die ARD Hörspieltage 2020 können aufgrund der Corona-Pandemie nicht vor Ort in Karlsruhe ausgetragen werden. Online finden sie aber statt: Alle Wettbewerbsstücke stehen ab dem 19. Oktober zum Anhören und teilweise auch zum Download bereit. Videos und Live-Streams ergänzen das Angebot.

ARD Hörspieltage vom 4.- 8. November 2020 Die ARD Hörspieltage - ausschließlich online

Die ARD Hörspieltage, geplant für den 4. bis 8. November, konnten in diesem Jahr nicht in der vorgesehenen Form stattfinden. Online waren und sind die Hörspieltage aber präsent: Alle Wettbewerbsstücke standen und stehen zum Anhören bereit, zum großen Teil auch über den 8.11. hinaus. Viele Gespräche mit Hörspielmacherinnen und -machern, mit den Jurys und den Preisträger*innen ergänzen das Angebot.

Kretschmann treibt Pandemie mehr um als Umfragewerte

15:19 Uhr

Trotz der für seine Partei zufriedenstellenden Umfrageergebnisse aus dem BW-Trend von Infratest dimap für den SWR und die "Stuttgarter Zeitung" zeigt sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) besorgt. "Ehrlich gesagt, treibt mich die Pandemie grad deutlich mehr um als eine Umfrage", so Kretschmann. Die große Zustimmung zur Arbeit der Landesregierung sei enorm wichtig. "Denn ohne den Zuspruch, ohne das Vertrauen, dass wir in der Pandemie richtig handeln, würden die Menschen im Land die Maßnahmen, die wir ergreifen müssen, vielleicht nicht so konsequent und diszipliniert wie erforderlich einhalten." Er sei dankbar für diese Zustimmung.

Familie aus NRW fährt nach Gerichtserfolg in Urlaub

15:16 Uhr

Eine Familie, die per Eilantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg das dortige Beherbergungsverbot gekippt hat, tritt nun ihren Urlaub im Kreis Ravensburg an. Das sagte die Anwältin der Familie der Deutschen Presse-Agentur. Die Familie sei bei dem Urlaub in einer Ferienwohnung unter sich und in keinem Hotel, betonte die Anwältin.

1899 Hoffenheim plant mit rund 6.000 Zuschauern

15:12 Uhr

Für das Heimspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund plant der Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim mit 6.030 Zuschauern. Derzeit überschreite die Region den kritischen Wert an Corona-Infektionen nicht, so ein Sprecher. Stand jetzt spiele man mit Zuschauern. Angesichts steigender Corona-Zahlen drohen einigen Clubs an diesem Wochenende wieder Geisterspiele oder Partien mit stark reduziertem Zuschauerkontingent. Beim SC Freiburg wurde gestern bekannt, dass sein Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen nach aktuellem Stand vor 3.800 Zuschauern stattfinden kann.

Abstrichzentrum an Stuttgarter Messe erneut in Betrieb

15:08 Uhr

Seit dem Vormittag ist das Corona-Abstrichzentrum an der Messe Stuttgart wieder in Betrieb. Nachdem das Zentrum am 11. Juni zunächst geschlossen worden war, wurde es wegen der steigenden Anzahl an Verdachtsfällen und Kontaktpersonen nun wieder geöffnet. Einwohner aus dem Kreis Esslingen können dort mit einem Code ihres Hausarztes einen Abstrich vornehmen lassen. Die Probe wird den Menschen in einem "Drive-In-Verfahren" aus dem Auto heraus entnommen, so sollen in relativ kurzer Zeit viele Abstriche entnommen werden.

Verschärfung der Maskenpflicht in Ulm angekündigt

15:05 Uhr

Eine Verschärfung der Maskenpflicht in Ulm wird immer wahrscheinlicher. Das ist das Ergebnis der Beratungen des Coronavirus-Krisenstabs, der am Vormittag in Ulm tagte. Zum Wochenende hin sei mit einer Allgemeinverfügung zu rechnen, die eine Verschärfung der Maskenpflicht beinhaltet, sagte ein Mitglied des Krisenstabes direkt im Anschluss an die Sitzung dem SWR.

Tübingen will alle Fitnessstudios überprüfen

14:58 Uhr

Tübingen hat angekündigt, die Hygienekonzepte aller Fitnessstudios in der Stadt zu überprüfen. Kürzlich hatten sich in einem Fitnesskurs sieben Personen infiziert. Bei diesen sieben Infizierten haben sich nach Auskunft der Stadt inzwischen drei weitere Personen angesteckt. Wie genau es zu den Infektionen kam, ist nicht klar.

WHO besorgt über Lage in Europa

14:28 Uhr

Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa spricht sich die Weltgesundheitsorganisation WHO für eine zielgerichtete Ausweitung der Corona-Maßnahmen aus. Die Reaktionen auf die wachsenden Fallzahlen müssten an die nationalen und subnationalen Gegebenheiten angepasst werden, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. "Aber ganz allgemein ist es Zeit, um die restrikten Maßnahmen zu verstärken - mit Lockdowns als allerletztem Ausweg." Die Lage in Europa sei Anlass zu "großer Sorge", sagte Kluge. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steige ebenso wie die der Krankenhaus-Einweisungen.

Verschärfte Hotspot-Maßnahmen im Kreis Ludwigsburg

13:37 Uhr

Erst gestern hat der Landkreis Ludwigsburg (51,2) zusammen mit den Städten Heilbronn (51,3) und Baden-Baden (52,6) die kritische Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten, schon heute gelten strengere Maßnahmen:

Ifo: Immer noch viele Beschäftigte in Kurzarbeit

13:24 Uhr

In Baden-Württemberg sind immer noch viele Beschäftigte wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit. Laut Ifo-Institut waren es im September 610.000 Menschen. Nur in Bayern war die Zahl der Kurzarbeiter in dem Zeitraum höher. Grund dafür sei, dass in den beiden Bundesländern viele Beschäftigte in der Metall-, Maschinen- oder Autobranche arbeiteten, wo es viel Kurzarbeit gebe.

Grenzregion Grand Est: Elsass wird offenbar Risikogebiet

13:10 Uhr

Die Bundesregierung wird die französische Grenzregion Grand Est voraussichtlich noch am Donnerstag zum Corona-Risikogebiet erklären. Das hat das baden-württembergische Staatsministerium deutschen und französischen Regional-Politikern angekündigt.

Verwirrung um Infektionen im Kreis Schwäbisch Hall

12:47 Uhr

Im Kreis Schwäbisch-Hall hat es Verwirrung um die Sieben-Tage-Inzidenz gegeben. Das Landesgesundheitsamt (LGA) hatte den Wert am Mittwochabend mit 50,3 angegeben. Dies hätte normalerweise strengere Maßnahmen zur Folge. Doch das Landratsamt korrigierte die übermittelten Fallzahlen noch am selben Abend, da sich eine Infizierte aus dem Landkreis derzeit im Ausland befindet, wie ein Sprecher des Landratsamts sagte. Durch diese Änderung liege der Inzidenz-Wert bei 49,9. Am Donnerstag würden zudem 19 Infizierte aus der Berechnung des Inzidenz-Werts herausfallen, da ihre Infektion länger als sieben Tage her sei, so der Sprecher. Der Wert würde deshalb auch am Donnerstag nicht auf über 50 steigen.

Jeder Vierte für Verschärfung der Corona-Maßnahmen

12:33 Uhr

Eine repräsentative Umfrage des SWR zeigt: Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg sehen die Maßnahmen, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus in die Wege geleitet wurden, als ausreichend an. Aber auch jeder Vierte wünscht sich eine Verschärfung der Regeln:

Verwaltungsgerichtshof stoppt Beherbergungsverbot

12:01 Uhr

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hat das Beherbergungsverbot für Gäste aus deutschen Risikogebieten außer Kraft gesetzt. Das Verbot sei unverhältnismäßig, entschied das Gericht in einem Eilverfahren. Es gab den Antragstellern aus Nordrhein-Westfalen Recht, die einen Urlaubsaufenthalt im Landkreis Ravensburg gebucht hatten und diesen nur mit einem negativen Corona-Test hätten antreten dürfen. Dies sei unverhältnismäßig und nicht zumutbar, so der VGH. Das Beherbergungsverbot greife in das Grundrecht auf Freizügigkeit ein.

Kretschmann will Beherbergungsverbot für Geschäftsreisende aufheben

11:09 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will das Beherbergungsverbot lockern. Er sagte am Donnerstag im Stuttgarter Landtag, man werde grundsätzlich daran festhalten - mit einer Ausnahme. "Für Geschäfts- und Dienstreisende werden wir das Beherbergungsverbot aufheben", sagte Kretschmann. Die Ausnahmeregelung soll bis zum 8. November gelten. Bei ihrem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Berlin konnte sich die Runde der Regierungschefs auf Bundesebene auf keinen einheitlichen Kurs beim Thema Beherbergungsverbot einigen. Es soll nach den Herbstferien erneut diskutiert werden.

Bundesgesundheitsminister: "Haben es selbst in der Hand"

10:21 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an die Vernunft der Bürger appelliert. Im SWR-Interview sagte er: "Wir haben es selbst in der Hand, jetzt die Zahlen wieder runterzubringen. Wir können mit staatlichem Zwang am Ende gar nicht erreichen was notwendig ist - nämlich dass wir alle im Alltag die AHA-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmastken - einhalten und aufeinander aufpassen." Ob die gestern beschlossenen Maßnahmen ausreichen, könne man dagegen erst in 10 bis 14 Tagen beurteilen, so Spahn. Es müsse das Ziel sein, dass Schulen, Kitas und Wirtschaft im Regelbetrieb bleiben könnten. "Die Frage, ob und wie Weihnachten in der Familie stattfinden kann, das entscheiden wir jetzt", sagte er im SWR.

Deutschlandweiter Rekord bei Neuinfektionen

9:59 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen hat mit 6.638 gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Rekordwert in Deutschland erreicht. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurde der höchste Wert mit 6.294 Fällen bislang Ende März erfasst. Für die vielen Ansteckungen gibt es mehrere Gründe: Es wird mehr getestet als beispielsweise noch im April, damals die Zahlen zuletzt auf einem ähnlich hohen Niveau waren. Außerdem berichtet das RKI von überlasteten Laboren. Positive Ergebnisse kämen dadurch oft verzögert bei den Gesundheitsämtern an.

BW-Tourismusminister gegen Beherbergungsverbot

9:38 Uhr

Der baden-württembergische Tourismusminister Guido Wolf (CDU) äußerte seine Kritik am Beherbergungsverbot nach dem Treffen von Bund und Ländern. Er gab an, dass in Baden-Württemberg schließlich keine Infektionsgeschehen durch Beherbergung bekannt seien. Die Belastungen für Hoteliers und für Reisende seien nicht zu rechtfertigen. Ebenfalls zweifelt Wolf daran, ob das Beherbergungsverbot vor Gericht überhaupt bestand hätte. Er betont, dass diese Regelung abgeschafft werden soll und man sich stattdessen auf Maßnahmen konzentriert, die nachweislich ein Infektionsrisiko senken können.

18 Millionen Euro für weiteren Tübinger Impfstoff-Entwickler

8:07 Uhr

Ein Team des Tübinger Instituts für Zellbiologie bekommt vom Bundeswirtschaftsministerium 18 Millionen Euro, um die Entwicklung eines Impfstoff gegen das Coronavirus voranzutreiben. Studienleiter Ralf Amann hofft, dass sein Impfstoff künftig gegen verschiedene Arten des Coronavirus helfen kann, auch wenn es sich verändert. Mit ihrer Methode ahmen die Forscher im Körper eine Virusinfektion nach. Sie nutzen dafür virale Träger, die für den Menschen unschädlich sind. Die bringen Teile des Coronavirus in die menschlichen Zellen. Werden Menschen mit diesem "Virusübermittler" geimpft, sind sie vor einer schweren Erkrankung geschützt, denn der Körper löst unbemerkt eine Immunreaktion aus, so die Wissenschaftler. Bereits vor einem Jahr haben sie mit ersten Studien begonnen. Erste Tests könnten bereits im Frühjahr starten. Weil die Methode sehr aufwendig sei, sei man noch nicht so weit, wie die beiden anderen Tübinger Impfstoffentwickler. Der prominenteste, Curevac, erhielt vom Bund Forschungsgelder in Höhe von 252 Millionen Euro und rechnet Mitte 2021 bereits mit der Marktreife seines Impfstoffs.

Kultusminister beraten über Corona und vergleichbare Schulabschlüsse

7:48 Uhr

Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder beraten heute und morgen über die Lage der Schulen in der Corona-Pandemie und eine bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen. Konkrete Beschlüsse deuteten sich vorab aber nicht an. Sowohl die Kultusminister als auch die Bundesregierung hatten zuletzt immer wieder betont, dass flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr unbedingt vermieden werden sollten. Unklar bleibt, inwiefern das bei den steigenden Infektionszahlen gelingt. Diskutiert wird vor diesem Hintergrund auch viel über das Lüften an den Schulen. Vor dem Beginn der KMK-Beratungen will das Umweltbundesamt eine Handreichung für alle Schulen zum Thema Belüftung vorstellen. In den vergangenen Tagen hatte es eine Debatte über Kälte, Mützen und Schals im Klassenzimmer gegeben. Experten empfehlen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr alle 20 Minuten zu lüften.

BW-Wirtschaftsministerin will Beherbergungsverbot komplett aussetzen

7:29 Uhr

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will sich dafür einsetzen, das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg komplett auszuzusetzen. "Gerade für unsere Unternehmen ist Planungssicherheit entscheidend. Wir brauchen eine bundeseinheitliche Lösung." Das sagte sie der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Die meisten Bundesländer hatten sich darauf geeinigt, dass Bürger aus Corona-Hotspots bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Auch in Baden-Württemberg gilt seit Juli ein Beherbergungsverbot. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte es zuletzt als wichtiges Instrument gegen die Pandemie verteidigt. "Nach meiner Auffassung ist das Beherbergungsverbot gerade im touristischen Bereich nicht rechtssicher umsetzbar und aus Gründen des Infektionsschutzes nicht sinnvoll", argumentierte dagegen die CDU-Politikerin. Am Dienstag hatte Hoffmeister-Kraut sich dafür ausgesprochen, das Verbot auf jeden Fall für Geschäftsreisende aufzuheben.

Kretschmann wertet Berliner Beschlüsse als Erfolg

7:14 Uhr

Die Ministerpräsidenten haben am Mittwoch in Berlin mit Kanzlerin Merkel (CDU) eine Reihe von weiteren Corona-Einschränkungen beschlossen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) wertet das Treffen als Erfolg. Dem SWR sagte er nach dem Treffen, man habe sich "in ganz wichtigen Fragen" geeinigt, "wenigstens die allermeisten". Und das obwohl die Einschnitte sehr drastisch seien und "uns alle sehr treffen" würden, zum Beispiel wie man in der Pandemie mit Gaststätten und privaten Treffen umgehe.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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