Coronavirus Liveblog für Baden-Württemberg (Foto: SWR, Getty Images)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Mittwoch, 19. August 2020

STAND

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Lockerungen zusammen.

Das war der Mittwoch in Baden-Württemberg

Frauenhäuser kämpfen um Finanzierung

20:32 Uhr

Wenn Frauen und Kinder zu Hause geprügelt werden, ist ein Frauenhaus oft der erste Unterschlupf. 42 Frauenhäuser gibt es in Baden-Württemberg. Viele davon kämpfen jeden Tag mit der Finanzierung und der Bürokratie. Die Gewalt gegen Frauen und Kinder ist angestiegen - auch schon vor dem Corona-Lockdown.

Mehr als 250 Neuinfektionen in Baden-Württemberg

18:50 Uhr

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Vortag weiter angestiegen. Für den Mittwoch (Stand: 16 Uhr) vermeldete das Landesgesundheitsamt 259 neue Fälle. Am Dienstag waren es 228 neue Infektionen. Damit steigt die Zahl der insgesamt Infizierten auf 39.230. Aktiv infiziert sind im Land geschätzt derzeit 1.737 Menschen. Etwa 35.700 Menschen sind wieder genesen. Seit Ausbruch des Virus in Baden-Württemberg sind 1.860 Menschen mit und an den Folgen von SARS-CoV-2 gestorben - heute kam kein weiterer Todesfall dazu.

Tourismus im Nordschwarzwald boomt

17:59 Uhr

Der Tourismus im Nordschwarzwald boomt wegen der Corona-Pandemie. In den Feriengebieten gebe es aktuell eine Auslastung von bis zu 100 Prozent, so ein Sprecher der Baiersbronn-Touristik. Wegen der Coronakrise kämen viele neue Besucher in den Schwarzwald, die sonst ins Ausland gereist wären, etwa nach Spanien. Die Rad- und Wanderwege um Baiersbronn (Kreis Freudenstadt), aber auch an der Schwarzwaldhochstraße oder am Karlsruher Grat seien in diesem Jahr extrem gut besucht. Auch eine Statistik bestätigt den Tourismus-Boom. Eine Auswertung von 35 Millionen Suchanfragen im Internet ergab für den Begriff "Schwarzwald" einen Zuwachs von 700 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Studie: Viele Jugendliche während Corona-Lockdown psychisch belastet

17:09 Uhr

Viele junge Menschen haben einer Mannheimer Studie zufolge während des Corona-Lockdowns im Frühjahr unter großen Sorgen, Ängsten oder
depressiver Stimmung gelitten. 57 Prozent von 666 befragten 16- bis 25-Jährigen waren belastet, 38 Prozent mittel bis schwer, wie das "Zentralinstitut für Seelische Gesundheit" (ZI) mitteilte. "Unsere Daten zeigen: Mit zunehmendem Grad der sozialen Isolation wurde das Risiko einer psychischen Belastung immer größer", erklärte Christian Rauschenberg, Autor der Studie. Zugleich habe sich gezeigt, dass von der Pandemie gestresste junge Menschen digitalen Hilfsanwendungen gegenüber offen seien. "Es ist wichtig zu wissen, dass junge Menschen bereit sind, sich digitale Unterstützung zu suchen, wenn es ihnen mental nicht gut geht." Meist seien die Wirkungsweise und die Sicherheit solcher Apps jedoch nie wissenschaftlich untersucht worden.

"Alarmstufe Rot": Veranstaltungsbranche demonstriert in Stuttgart

16:29 Uhr

Unter dem Motto "Alarmstufe Rot" waren etwa 250 Personen unterwegs durch die Stuttgarter Innenstadt. Die durch die Corona-Krise stark gebeutelten Kulturveranstalter, Eventagenturen, Caterer und Veranstaltungstechniker fordern Überbrückungshilfen ohne Einschränkungen, zusätzliche Kreditprogramme und flexiblere Kurzarbeitsregelungen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wollen im September mit Vertretern der Veranstaltungsbranche über Auswege aus der Corona-Krise beraten.

Entscheidung über Fastnachts-Veranstaltungen im Herbst

15:52 Uhr

Mit Sorge blicken viele Narren auf die fünfte Jahreszeit: Kann man trotz Corona feiern? Viele Zünfte wollen mit der Entscheidung noch warten - aus der Politik kommt aber bereits Kritik. Einige Narrenzünfte bereiten den kommenden Fastnacht trotz der Corona-Krise und Bedenken von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen Großveranstaltungen weiter vor - das sagten Zunft- und Vereinsvorstände aus Oberschwaben und Ostwürttemberg dem SWR.

Land sichert Veranstaltungsbranche Hilfe zu

14:42 Uhr

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will im September mit Vertretern der Veranstaltungsbranche über Auswege aus der Corona-Krise beraten. "Wir müssen gemeinsam Wege finden, wie Sie trotz Kontaktbeschränkungen Einnahmen und Umsätze erzielen können", sagte sie am Mittwoch laut Ministerium in einer an die Teilnehmer einer Demonstration in Stuttgart gerichteten Videobotschaft. Es gehe darum, über mögliche Kooperationen und neue Geschäftsmodelle, aber auch über die Möglichkeit weiterer Hilfsprogramme zu sprechen, sagte Hoffmeister-Kraut. Die Branche macht derzeit wöchentlich bundesweit mit Kundgebungen auf ihre Situation aufmerksam. Wie Hoffmeister-Kraut verwies auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Video-Grußbotschaft auf schon existierende Hilfen. "Dennoch: Alle Hilfsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass Sie nun mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Kretschmann laut Staatsministerium.

Corona-Fall bei Mainz 05 - Testspiel gegen VfB Stuttgart abgesagt

13:11 Uhr

Das für Dienstag geplante Freundschaftsspiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FSV Mainz 05 fällt ins Wasser, weil einer der Rheinhessen positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Alle übrigen Tests im Profikader des FSV Mainz 05 fielen negativ aus. Der infizierte Spieler wurde isoliert und befindet sich in Quarantäne, teilte der Verein mit. Der VfB Stuttgart musste bereits am Freitagabend auf ein geplantes Testspiel gegen Olympique Marseille wegen eines Corona-Verdachtfalls beim französischen Erstligisten verzichten.

Curevac will neue Stellen schaffen

12:58 Uhr

Der Tübinger Corona-Impfstoffentwickler Curevac hat bei seinem Einstieg an der US-Technologiebörse Nasdaq 363 Millionen Dollar eingenommen. Das Unternehmen will nach Angaben von Vorstand Franz-Werner Haas die Produktion ausbauen und bis zu 200 neue Stellen schaffen.

Neun Corona-Fälle am SLK Klinikum in Heilbronn

11:19 Uhr

Am Heilbronner SLK Klinikum gibt es aktuell neun Corona-Fälle, dabei handelt es sich um sieben Mitarbeiter und zwei Patienten. Die betroffene Station L7 wurde in eine Quarantänestation umgewandelt. Seit Montagnachmittag gelte für die Abteilung ein Besucherstopp. Am Freitag werden die betroffenen Personen erneut getestet. Damit soll die erste Diagnose bestätigt und weitere Infektionen gefunden werden. Derzeit werden die Kontakte der Covid-19-Infizierten ermittelt. Das Gesundheitsamt sei informiert, teilte das SLK Klinikum mit.

Erster Corona-Fall im Europa-Park Rust

11:10 Uhr

Für den Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) ist der erste Fall eines mit Corona infizierten Besuchers gemeldet worden. Eine erkrankte und wahrscheinlich ansteckende Person hat sich laut dem Gesundheitsamt des Ortenaukreises am 10. August dort aufgehalten. Von 9:30 bis 16 Uhr war die an Covid-19 erkrankte Person zusammen mit tausenden anderen Besuchern im Freizeitpark. Sie alle wurden vom Europa-Park per E-Mail über den Fall informiert und sollen ihren Gesundheitszustand in den kommenden Tagen genau beobachten. Von einem erhöhten Ansteckungsrisiko geht die Leiterin des Ortenauer Gesundheitsamtes, Evelyn Bressau, aber nur für die Besucher aus, die als Gruppe gemeinsam mit der infizierten Person in dem Park unterwegs waren. Der Europa-Park setze ein mit den Behörden abgestimmtes Infektionsschutzkonzept um.

Lucha skeptisch wegen Straßenfastnacht während Corona

11:04 Uhr

Eine Straßenfastnacht in Baden-Württemberg kann sich Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) angesichts von Corona nicht vorstellen. "Die Fasnet, die wir alle kennen, mit rumjucken, anbusserln, Glühwein trinken - die seh' ich aktuell nicht", sagte er. "Das funktioniert während einer globalen Pandemie und in Zeiten steigender Infektionszahlen leider nicht." Viele Treffen seien bereits abgesagt worden, obwohl niemand vorhersehen könne, wie sich die Lage weiter entwickle. "Das ist vernünftig, weil solche Zusammenkünfte nicht steuerbar sind", sagte Lucha. In einem vertretbaren Rahmen seien höchsten Sitzungen denkbar. Gundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval oder Fastnacht stattfinden könne.

Ursachenforschung: Woher kommen die Neuinfektionen?

10:40 Uhr

In Deutschland stecken sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Die gemeldeten Fallzahlen steigen mittlerweile die vierte Woche in Folge kontinuierlich an. Die Ursachen sind nicht einfach auszumachen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wagt im gestrigen Situationsbericht eine erste Auswertung der vorliegenden Daten. Demnach zeigen die aktuellen Fälle folgende Zusammenhänge:

  • Vermehrt infizieren sich Jüngere zwischen 15 und 35 Jahren.
  • Fast 3.000 Neuinfektionen in der vergangenen Woche wurden aus dem Ausland eingeschleppt. Das waren circa 39 Prozent.
  • Viele junge Reiserückkehrer tragen die Infektionen ins Land.
  • Ansteckungen im Kosovo, der Türkei und Kroatien bilden bislang die größte Gruppe infizierter Rückkehrer.

Kurzarbeit: Baden-Württemberg mit zweithöchstem Wert

10:23 Uhr

Im Juli waren in Deutschland nach einer Schätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo-Institut) 5,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Das wären deutlich weniger als vor einem Monat, aber immer noch fast vier Mal so viele wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Mai 2009. Zwar ging laut Ifo-Institut die Zahl der Kurzarbeiter im Juli bundesweit zurück, allerdings ist das Problem nach wie vor in manchen Bundesländern größer als in anderen. So hat Baden-Württemberg mit 19 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nach Bayern die zweithöchste Zahl an Kurzarbeitern in Deutschland. Der Grund dafür ist, dass es hier besonders viele stark von der Corona-Krise betroffene Betriebe aus der Metall- und Elektroindustrie sowie dem Fahrzeugbau gibt. In diesen Branchen könnte die Zahl der Kurzarbeiter im Juli entgegen Trend sogar leicht gestiegen sein - nach der Ifo-Umfrage hat hier jeder dritte Beschäftigte reduziert gearbeitet.

Diakonie: Zu wenige Ausbildungsplätze

10:14 Uhr

Caritas und Diakonie im Land schlagen Alarm, weil laut ihnen immer weniger Betriebe ausbilden. Es werde dadurch schwerer einen Ausbildungsplatz zu finden und gerade einkommensschwache Familien schickten ihre Familien seltener zum Studium, so Eva-Maria Armbruster von der Diakonie Württemberg im SWR. Sie ist überzeugt: "Corona verstärkt schwierige Lebensverhältnisse. Das heißt, Milieus, die weniger Chancen haben, sind auch stärker von den Corona-Auswirkungen betroffen." Deshalb müssten Familien aus diesen Milieus in dieser Phase unterstützt werden - auch finanziell.

Bundesweit höchster Wert an Neuinfektionen seit Mai

8:52 Uhr

Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter bundesweit 1.510 neue Corona-Infektionen gemeldet - insgesamt haben sich bisher 226.914 Menschen mit dem Virus infiziert. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Offenburg: Maskenverweigerer greift Fahrgast an

7:03 Uhr

Ein Maskenverweigerer hat einen 52-jährigen Mann in einem Zug zwischen Offenburg (Ortenaukreis) und Straßburg angegriffen. Der Vorfall spielte sich am Montagnachmittag ab, wie Bundespolizei mitteilte. Ein 52-jähriger Fahrgast hatte den Mann ohne Maske während der Zugfahrt auf die Maskenpflicht hingewiesen. Daraufhin beleidigte der Maskenverweigerer den Fahrgast und trat ihn. Der Tatverdächtige soll dann den Zug im Bahnhof Appenweier verlassen haben.

Drei-Länder-Marathon am Bodensee abgesagt

6:47 Uhr

Der Drei-Länder-Marathon Anfang Oktober findet wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Das Landratsamt Lindau verweigerte die notwendige Ausnahmegenehmigung, teilten die Organisatoren mit. Rund 2.200 Läuferinnen und Läufer waren bereits angemeldet. Der Marathon sollte unter strengen Auflagen in Lindau starten und über Bregenz (Österreich) und St. Margrethen (Schweiz) zurück nach Bregenz führen.

Restaurant-Gäste akzeptieren Corona-Regeln

6:23 Uhr

Die meisten Gäste akzeptieren Corona-Maßnahmen wie den Mindestabstand und die Erfassung der Kontaktdaten. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Baden-Württemberg hervor. Demnach gaben 90,5 Prozent der Befragten an, dass die Gäste großes oder überwiegendes Verständnis für die Maßnahmen hätten. An der Umfrage hatten sich in Baden-Württemberg fast 2.400 Betriebe beteiligt. Die Branche nehme den Infektionsschutz sehr ernst, nicht zuletzt, um einer zweiten Welle im Herbst oder Winter vorzubeugen, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. Der einzige Punkt, den die Gastronomen kritisch sehen, ist die Maskenpflicht für Servicekräfte in der Außengastronomie. "Hier leiden die Mitarbeiter wirklich - es ist heiß und sie können nicht gut atmen."

Mittwoch, 19. August 2020

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