Coronavirus unter dem Mikroskop  (Foto: Getty Images, Montage: SWR)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Donnerstag, 13. August 2020

STAND

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Lockerungen zusammen.

Das war der Donnerstag in Baden-Württemberg

108 Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg

18:35 Uhr

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 38.273 gestiegen. Das sind 108 Infektionen mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium mitteilte (Stand 16 Uhr). Ungefähr 35.221 Erkrankte sind mittlerweile wieder genesen. Derzeit sind geschätzt 1.193 Menschen im Land infiziert. Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach liegt die Zahl der Todesfälle weiterhin bei 1.859. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

US-Studie: Aerosole könnten Coronavirus übertragen

15:42 Uhr

Aerosol-Tröpfchen könnten laut einer US-Studie das Coronavirus übertragen, allerdings hat die Beweiskette noch Lücken. Im Mai fanden US-Forscher heraus, dass beim Sprechen Tausende Aerosol-Tröpfchen unterschiedlichster Größe entstehen. In einem Experiment schwebten sie im Durchschnitt für acht Minuten in einem Raum mit unbewegter Luft. Nun ist es Forscher der Universität von Florida erstmals gelungen, komplette Sars-Cov-2 Viren auf Aerosol-Tröpfchen nachzuweisen. Allerdings wurden Aerosole von nur zwei Personen untersucht. Statistisch ist die Untersuchung demnach nicht aussagekräftig, nun ist ein Gegencheck der Studie durch andere Forschungsgruppen notwendig. Zudem gelte es, weitere Fragen zu klären.

Corona-Pandemie US-Forscher: Aerosole können komplette Viren übertragen

Aerosole spielen bei der Übertragung von Coronaviren eine wohl wichtigere Rolle als gedacht. US-Forscher haben nun gezeigt:: Komplette Viren schweben auf Aerosolen durch die Luft.  mehr...

Wirtschaftsministerium fördert digitale Qualifizierung im Gastgewerbe

15:22 Uhr

Mit rund 623.000 Euro will das Land digitale Kompetenzen im Gastgewerbe unterstützen. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) übergab am Donnerstag dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Baden-Württemberg den Zuwendungsbescheid. Mit dem Geld soll das Bildungsprogramm der "Dehoga-Akademie" unterstützt werden, beispielsweise das Online-Weiterbildungsangebot. "Wir wollen mit dem Projekt das Online-Qualifizierungsangebot im Gastgewerbe in Zeiten von Corona ausbauen und den Zugang zu Weiterbildungen erleichtern“, so Hoffmeister-Kraut. Das Projekt wird mit Mitteln der Digitalisierungsstrategie des Landes finanziert.

Corona-Infizierter in Freibädern unterwegs

14:50 Uhr

Eine mit dem Coronavirus infizierte Person hat in den vergangenen Tagen drei Schwimmbäder und einen See im Ortenaukreis besucht. Am vergangenen Donnerstag war sie am Waldsee in Willstätt, am Sonntag im Freizeitbad Oppenau und am Dienstag im Bad in Ottenhöfen. Das Gesundheitsamt bittet deshalb alle, die sich zu den Zeitpunkten dort aufgehalten haben, ihren Gesundheitszustand gut zu beobachten.

Südbadische Zünfte stellen "abgespeckte Fasnet" in Aussicht

14:35 Uhr

Im Gegensatz zu den Narrenzünften in Friedrichshafen oder Mannheim halten die südbadischen Narrenzünfte aktuell noch an der kommenden Fasnet-Saison fest. In abgespeckter Form könnte das närrische Treiben stattfinden, bestätigt Roland Wehrle aus Furtwangen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Der Präsident der Vereinigung der schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte hält komplette Absagen für unangemessen. Große Narrentreffen und andere Großveranstaltungen seien zwar derzeit nicht denkbar, dennoch müssten Häs und Maske 2021 nicht im Schrank bleiben.

Weiter keine zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntage in BW

13:59 Uhr

Der durch die Corona-Pandemie arg gebeutelte Einzelhandel kann in Baden-Württemberg weiter nicht mit zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntagen planen. Bei einem Spitzengespräch im Landeswirtschaftsministerium am Donnerstag zwischen Vertretern von Kirchen, Handel, Gewerkschaften sowie Städten und Gemeinden habe kein Konsens erzielt werden können, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Der baden-württembergische Handel fordert angesichts der Corona-Schäden für die Geschäfte seit Monaten, in diesem Jahr ausnahmsweise drei zusätzliche verkaufsoffene Sonntage zu erlauben - und diese nicht an spezielle Anlässe wie etwa Stadtfeste zu binden, wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. Vor allem die Gewerkschaften sind dagegen.

Fußball-Pokalspiel wegen Corona-Fall verschoben

13:52 Uhr

Wegen eines positiven Corona-Falls ist das erste Mal ein Pflichtspiel im Württembergischen Fußballverband verschoben worden. Das Pokalspiel zwischen der zweiten Mannschaft von Croatia Reutlingen und Lautertal findet wegen eines positiven Corona-Falls nicht statt. Ein Spieler von Croatia Reutlingen habe sich angesteckt. Er habe vergangene Woche zweimal in einer kleinen Gruppe trainiert, sagte Vereinschef Nikola Solic dem SWR. Der Angesteckte und die kleine Trainingsgruppe sind inzwischen in Quarantäne. Sie werden erneut getestet. Das Training ist eingestellt. Das Spiel wird auf den 26. August verschoben.

Tourismus im Land eingebrochen

13:20 Uhr

Die Corona-Pandemie hat in Baden-Württemberg für einen massiven Einbruch im Tourismus gesorgt. Das hat das Statistische Landesamt in Stuttgart mitgeteilt. Während im Januar und Februar eine Erfolgsserie von 2019 für die Tourismuswirtschaft noch anhielt, brach sie mit Beginn der Einschränkungen im März ein. Die Unterbrechung sorgte in noch geöffneten Herbergen im ersten Halbjahr für insgesamt 5,7 Millionen (54 Prozent) weniger ankommende Gäste als im Vorjahreszeitraum. Die Branche zählte außerdem zwischen Januar und Juni 12,4 Millionen weniger Übernachtungen. Das sind rund 48 Prozent weniger als im Jahr davor für den entsprechenen Zeitraum. Prekär war die Lage besonders für Jugendherbergen und Hütten, Erholungs- und Ferienheime sowie Schulungsheime. Am härtesten traf es die Reiseregionen Stuttgart, Mittlerer Schwarzwald und den Norden des Landes mit teils 51 Prozent weniger Übernachtungen.

SPD: Private Krankenkassen sollen sich an Kosten beteiligen

13:00 Uhr

Der Heilbronner SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Hinderer fordert, dass sich auch die privaten Krankenkassen an den Corona-Kosten beteiligen. Bislang würden die Rettungsschirme im Gesundheitssystem nur von den gesetzlichen Kassen finanziert. Das sei ungerecht, so Hinderer. Er mahnte eine solidarische Verantwortung aller an.

Karlsruhe stellt Meldeformular offline

12:50 Uhr

Die Stadt Karlsruhe hat ihr "Corona-Meldeformular" schon nach etwa einer Woche wieder offline genommen. Bürger konnten dort zum Beispiel Gastronomie- Betriebe melden, die nicht auf Einhaltung der Corona-Regeln achteten. Am vergangenen Wochenende wurden etwa 1.000 Meldungen eingesendet - aber nur knapp 20 davon waren überhaupt relevant. Viele nutzten das Formular, um ihren Unmut zu äußern. Deshalb hat die Stadt das Formular wieder offline gestellt. Gerade in sozialen Medien hatte die Stadt viel Kritik einstecken müssen, das Formular fördere Denunziantentum.

Spahn: Nicht die Zeit für Egoismus und Partys

10:08 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen vor Egoismus gewarnt. Das Virus sei nur im Team zu besiegen, so Spahn im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Dinge wie Partys oder Großveranstaltungen müssten in der aktuellen Situation zurückstehen. Wichtig sei, dass Schulen und Kitas wieder geöffnet seien und dass Wirtschaft und Handel weitermachen könnten.

Prozess in Heidelberg nach Verstößen gegen Corona-Regeln

08:08 Uhr

Sieben verschiedene Fälle zu Verstößen gegen die Corona-Verordnung werden am Vormittag vor dem Amtsgericht Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis) verhandelt. Mehrere Menschen hatten sich offenbar in nicht an die Abstandsregel gehalten, so eine Sprecherin des Gerichts. Teilweise sei der Polizei bei Straßenkontrollen aufgefallen, dass die Menschen zu nah beieinanderstanden. In anderen Fällen hätten Nachbarn bei sogenannten Corona-Parties die Polizei alarmiert. Die Beschuldigten müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Sipplinger Parkplatz am Bodensee wieder offen

07:45 Uhr

In Sipplingen (Bodenseekreis) ist der Parkplatz am Seeufer wieder offen für Besucher. Das entschied die Stadt Überlingen als zuständige Straßenverkehrsbehörde. Diese beurteilte die Sperrung damals kritisch. Teile der schmalen Uferanlage waren vor knapp zwei Wochen von der Gemeinde Sipplingen gesperrt worden. Nach Verstößen gegen Parkverbote auf öffentlichen Parkplätzen und die Corona-Abstandsregeln war der Naturbadestrand für Badegäste nicht mehr zugänglich. Kritik an der Sperrung kam auch vom Landratsamt, dass die Ufersperrung wieder aufgehob. Geprüft werde jetzt, ob der Besucherandrang eine zeitweise Sperrung schmaler Straßen erforderlich macht.

Neue Teststation am Stuttgarter Hauptbahnhof

7:02 Uhr

Urlaubsrückkehrer können sich ab dem Vormittag auch am Stuttgarter Hauptbahnhof auf das Coronavirus testen lassen. Um 8:30 Uhr soll die Teststation im Schlossgarten unter anderem mit Gesundheitsminister Manfred Lucha und Verkehrsminister Winfried Hermann (beide Grüne) eröffnet werden. Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zurzeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - müssen sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Dafür gibt es bereits Teststationen an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet zurückkehren, können sich ebenfalls kostenlos testen lassen.

Minister zu Tourismusbranche: "Zahlen sind erschütternd"

6:55 Uhr

Im von der Corona-Krise stark gebeutelten Tourismus ist nach Ansicht von Minister Guido Wolf (CDU) inzwischen eine vorsichtige Trendwende zu erkennen. "Die Tourismuswirtschaft in Baden-Württemberg ist im März drastisch eingebrochen und lag im April und Mai am Boden. Damit war leider zu rechnen, die Zahlen sind dennoch erschütternd", sagte Wolf. Seit Juni zeichne sich eine vorsichtige Trendwende ab. Vor allem der Inlandstourismus und die Naherholung trügen zur Entspannung der Lage bei. Rückblickend habe es sich als richtig erwiesen, im Mai auf eine Öffnung zu dringen und intensiv für Reisen, Kurzurlaub und Wochenendausflüge in Baden-Württemberg zu werben, so Wolf. Im günstigsten Fall stelle sich nun eine anhaltende Regeneration ohne weitere Einbrüche ein - von saisonalen Schwankungen einmal abgesehen. "Es ist deshalb absolut wichtig, dass wir bei der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln jetzt nicht nachlässig werden", mahnte Wolf.

Heute legt das Statistische Landesamt die Halbjahresbilanz mit den Gäste- und Übernachtungszahlen der ersten sechs Monate vor.

Bosch in Abstatt reduziert Arbeitszeit

6:32 Uhr

Für die Mehrheit der rund 6.000 Mitarbeiter bei Bosch Engineering in Abstatt (Kreis Heilbronn) wird die Arbeitszeit ab dem kommenden Monat um zehn Prozent verkürzt. Diese Regelung soll bis Ende des Jahres gelten und ist im bestehenden Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung vereinbart. Das Unternehmen reagiert damit auf Corona-bedingte Einbußen und will so Kosten sparen und Arbeitsplätze sichern.

Donnerstag, 13. August 2020

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