Montage eines schematischen Bildes von Viren der Familie Corona mit der Grafik von SWR Aktuell Live-Blog zum Coronavirus

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Freitag, 3. Juli 2020

Stand

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Lockerungen zusammen.

Kirmesbuden dürfen auf öffentlichen Plätzen verkaufen

21:42 Uhr

Unter dem großen Corona-Lockdown haben Schausteller besonders gelitten. Das wochenlange Aus hat sie finanziell hart getroffen. Städte und Kommunen erlauben den Schaustellern deshalb nun auf öffentlichen Plätzen zu verkaufen. So zum Beispiel auch in Heidelberg.

Zirkusbetreiber kämpfen um Existenz

21:13 Uhr

Nicht alle, die vom Corona-Stillstand betroffen waren, können schon wieder neue Hoffnung fassen. So auch viel Zirkusbetreiber. Denn sie brauchen eine gewisse Publikumszahl, damit genug Geld reinkommt. SWR-Reporter Timo Leiss hat einen Zirkus besucht, dem auch die jetzigen Lockerungen überhaupt nicht weiterhelfen:

Kretschmann spricht im Bundesrat über Corona-Krise

19:30 Uhr

Am Freitag sprach die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundesrat - zum ersten mal seit 2007. Auch damals hatte Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte im Bundesrat die Bedeutung Europas und unterstützte damit die Kanzlerin. Er erinnerte daran, wie gerade in der Corona-Krise der europäische Zusammenhalt von besonderer Bedeutung gewesen sei. Im Land bereite man nun ein Abkommen mit dem französischen Nachbar Region Grand Est vor. Darin wolle man die gegenseitige wechselseitige Hilfe und Unterstützung bei Katastrophenfällen neu regeln.

Kretschmann: Krise ist nicht vorbei

18:51 Uhr

Sie sei noch nicht vorbei, die Krise, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im SWR Interview der Woche. Daher wolle er weiter vor zu großer Sorglosigkeit in der Corona-Krise warnen. "Wenn ich manche Szenen sehe, habe ich schon Sorge, dass je mehr die Zahlen sinken, desto mehr glauben die Menschen, jetzt ist es eigentlich vorbei. Aber es ist nicht vorbei", so Kretschmann. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken sehr viel geringer, aber die Gefahr sei genau die gleiche geblieben.

Zahl der Neuinfektionen leicht gestiegen

17:32 Uhr

Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist seit gestern um 37 gestiegen. Das sind 12 neue Infektionen mehr als am Vortag. Insgesamt steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 35.817. Seit Donnerstag sind außerdem zwei weitere Todesfälle bekannt geworden. Damit sind seit Ausbruch der Epidemie in Baden-Württemberg mindestens 1.837 Menschen mit einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion verstorben. Das Virus breitet sich in Baden-Württemberg laut Sozialministerium weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau aus. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,96 angegeben.

Auch Bistum Rottenburg-Stuttgart lockert Corona-Regeln

17:17 Uhr

Nach dem Erzbistum Freiburg hat auch das Bistum Rottenburg-Stuttgart die Corona-Auflagen für Gottesdienstbesucher gelockert. So wird der Mindestabstand von zwei auf eineinhalb Meter reduziert, wie Bischof Gebhard Fürst mitteilte. Auch eine Anmeldung zur Teilnahme an Gottesdiensten ist demnach grundsätzlich nicht mehr nötig. Verpflichtend bleibt die Anwesenheit von zwei Ordnern, die den Einlass, die maximale Personenzahl und die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

Nach positiven Tests: Schulen im Kreis Göppingen coronafrei

17:11 Uhr

Alle fünf vom Coronavirus betroffenen Schulen im Kreis Göppingen sind nach Angaben des Landkreises virusfrei. Nach 500 Abstrichen bei Schülern und Lehrern, die mit den angesteckten Schülern Kontakt hatten, sei keine weitere Infektion festgestellt worden, hieß es. In den fünf Schulen hatte sich jeweils ein Schüler oder eine Schülerin infiziert. Für Mitschüler und Lehrer wurde daraufhin eine Quarantäne angeordnet. Eine Grundschule wurde vorübergehend ganz geschlossen.

Corona-Testzentrum im EU-Parlament schließt wieder

17:02 Uhr

In Straßburg wird das Corona-Testzentrum im EU-Parlament nach knapp zwei Monaten wieder geschlossen. Es war dort nach dem Ende der französischen Ausgangssperre eingerichtet worden und auf 2.000 Corona-Tests pro Tag ausgelegt. Tatsächlich getestet wurden seit dem 11. Mai aber insgesamt nur 1.800 Menschen.

Kitaverband fordert "Heldenprämie" für Erzieher

16:39 Uhr

Für Erzieher, die während der Corona-Krise im Einsatz sind, fordert der Landesvorsitzende des Deutschen Kitaverbandes in Baden-Württemberg, Marko Kaldewey, eine sogenannte Heldenprämie: "In einer Zeit großer Unsicherheit haben Erzieher neben ihrer pädagogischen Arbeit unter sich ständig verändernden Rahmenbedingungen die Notbetreuung umgesetzt", teilte der Verband am Freitag mit. Damit hätten sie Großartiges geleistet. Wie die Corona-Krise gezeigt habe, seien Kitas systemrelevant. Frühpädagogen sollten daher die gleiche Wertschätzung erhalten wie beispielsweise Pflegekräfte. "Das würde uns auch helfen, den Erzieherberuf aufzuwerten, in dem es einen großen Fachkräftemangel gibt", heißt es in der Mitteilung.

Viele Anmeldungen für Reutlinger Antikörper-Studie

14:20 Uhr

Die bundesweite Corona-Antikörper-Studie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung findet im Kreis Reutlingen großen Anklang. Seit 1. Juli lassen sich im Testzentrum täglich etwa 130 Probanden Blut abnehmen.

Krise der Luftfahrtbranche trifft Bodensee-Oberschwaben

14:00 Uhr

Die Krise des europäischen Flugzeugherstellers Airbus bringt auch Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben in Bedrängnis. Airbus hat angekündigt, wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen abzubauen und die Produktionskapazitäten herunterzufahren. Luftfahrtunternehmen in der Region bangen nun vor den Konsequenzen.

Zehn Corona-Infizierte in Zentrum für Psychiatrie

13:50 Uhr

Im Kreis Biberach gibt es zehn Corona-Fälle, die alle im Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Bad Schussenried festgestellt wurden. Das bestätigte das ZfP gegenüber dem SWR. Betroffen seien sechs Patienten und vier Mitarbeiter einer Abteilung für psychisch kranke Straftäter. Dies sei das vorläufige Ergebnis einer Testung aller Patienten und Mitarbeiter der Abteilung, insgesamt 270 Menschen. Die Tests wurden durchgeführt, nachdem es vergangene Woche erste bestätigte Fälle gegeben hatte. Infizierte Patienten seien nun in einer Quarantänestation der Abteilung, infizierte Mitarbeiter im Homeoffice, so das Psychiatriezentrum. Ernsthaft krank sei bislang niemand.

Industrie und Handel machen weniger Umsatz

12:30 Uhr

In der baden-württembergischen Wirtschaft herrscht nach wie vor Alarmstimmung. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) gehen in nahezu allen Branchen die Aufträge zurück und brechen die Umsätze ein. Rund 40 Prozent der Betriebe bezeichnen demnach ihre Lage als schlecht, zwei Drittel klagen über sinkende Umsätze. Die Präsidentin der IHK Region Stuttgart, Marjoke Breuning, spricht von einer großen Verunsicherung. Viele Unternehmen würden rückmelden, dass die Geschäfte trotz der Corona-Lockerungen nicht schnell wieder anlaufen.

Kinder- und Jugendmediziner: bei Schulöffnung genau hinschauen

12:10 Uhr

Schulen und Kitas sind wieder geöffnet - auch auf Grundlage einer landesweiten Studie, an der Professor Klaus-Michael Debatin von der Uniklinik Ulm mitgearbeitet hat. Die Ergebnisse der Studie sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich das Coronavirus in Familien und damit auch im Umfeld ausbreiten kann. Der Kinder- und Jugendmediziner rät, in Schulen und Kitas weiterhin genau hinzuschauen, damit die Infektionsraten so gering bleiben wie zurzeit.

Maschinenbauer weiter im Tief

11:35 Uhr

Die baden-württembergischen Maschinenbauer spüren weiterhin die Folgen der Corona-Krise. Der kräftige Rückgang der Auftragseingänge setzte sich im Mai fort, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Stuttgart mit. Der Auftragseingang ging um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Im Inland betrug das Minus 41 Prozent, im Ausland 31 Prozent. Laut VDMA-Geschäftsführer Dietrich Birk bleibt die Situation damit "erst einmal sehr angespannt." Die Erwartungen in Bezug auf die Auftragslage in den nächsten drei Monaten seien bei vielen Betrieben eher pessimistisch. Der Maschinenbau ist eine der Schlüsselbranchen im Land.

Nachhilfe für Zehntausende in Sommerferien

11:25 Uhr

Das Kultusministerium hat Details eines freiwilligen Nachhilfeprogramms für Schüler in den Sommerferien vorgestellt. Die Kurse finden in der letzten und in der vorletzten Ferienwoche statt, drei Stunden pro Tag soll gelernt werden. Die Fächer Deutsch und Mathe stehen dabei im Fokus. Welche Schüler Förderunterricht nötig haben, entscheiden die Lehrer. Das Ministerium rechnet damit, dass bis zu 150.000 Schüler die "Lernbrücken" in Anspruch nehmen könnten. Lehrer erhalten für ihren freiwilligen Einsatz eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro je Stunde zusätzlich zum Gehalt.

Freilichtspiele am Konstanzer Münster starten trotz Corona

11:00 Uhr

Die Freilichtspiele am Konstanzer Münster finden trotz Corona-Pandemie statt - vor den geschichtsträchtigen Kirchenwänden und unter Abstandsregeln. Dem mittelalterlichen Universalgelehrten Hermann wird so ein Denkmal gesetzt. Am Samstag ist Uraufführung.

Südwestmetall drängt auf Digitalisierung der Schulen

10:45 Uhr

Die Metallarbeitgeber in Heilbronn-Franken sehen dringenden Handlungsbedarf bei der Digitalisierung der Schulen. Sie müsse verbessert und tragfähige Unterrichtskonzepte entwickelt werden. Dazu gehöre auch, die Lehrerfortbildung in diesem Bereich voranzutreiben, so der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken des Arbeitgeberverbands, Jörg Ernstberger. Dafür hätten Bund und Länder gemeinsam den "Digitalpakt Schule" vereinbart. Die bestehenden Defizite seien während der Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie deutlich geworden.

Studentische Aushilfskraft erhält nach Kündigung Abfindung

10:25 Uhr

Eine studentische Aushilfskraft erhält für ihre coronabedingte Kündigung durch den Freiburger Hochschulservice eine Abfindungszahlung in Höhe von 500 Euro. Das hat das Freiburger Arbeitsgericht am Donnerstag in einem Vergleich beschlossen. Der Student hatte seit mehr als zweieinhalb Jahren in der größten Uni-Mensa Freiburgs gearbeitet. Die Kündigung wird nicht zurückgenommen, auch eine Wiedereinstellung will der Hochschulservice wegen des coronabedingt geringeren Arbeitsbedarfs nicht garantieren. Studentische Aushilfskräfte, die mindestens ein halbes Jahr in einer der Uni-Mensen oder Cafeterien gearbeitet haben, können inzwischen wegen Ablaufs der Frist nicht mehr gegen die Kündigung klagen. Laut Kündigungsschutzgesetz haben sie jedoch ebenfalls das Anrecht auf eine individuelle Abfindung.

Freitag, 3.7.

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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