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Die Zahl der Infizierten am neuartigen Coronavirus steigt immer weiter. Das Virus stellt die Baden-Württemberger vor völlig neue Herausforderungen. Lesen Sie die neuesten Entwicklungen in unserem Live-Blog.

Das ist am Sonntag im Land passiert:

Labor wertet Coronavirus-Proben nicht aus - Nachtestungen nötig

22:03 Uhr

In einem Labor in Baden-Württemberg sind rund 2.000 Proben auf eine Infektion mit dem Coronavirus liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Großteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und seien nun zum Teil nicht mehr verwertbar. Das teilte das baden-württembergische Gesundheitsministerium und mehrere Landkreise am Sonntagabend mit. Sie waren zuvor selbst von dem Labor informiert worden. Etwa die Hälfte der Proben stamme allein aus dem Kreis Tübingen, der Rest aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis. Wer zwischen dem 14. und dem 18. März in den genannten Landkreisen eine Probe abgegeben und noch kein Ergebnis bekommen hat und zudem jetzt noch grippeähnliche Symptome zeige und Fieber habe, soll sich nun bei seinem jeweiligen Gesundheitsamt melden, um einen weiteren Test zu veranlassen.

Experten: Nur durch Kontaktverbot lässt sich Virus eindämmen

21:58 Uhr

Ab Montag gelten bundesweit einheitliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Doch was bedeutet dieses Kontaktverbot konkret. SWR-Korrespondentin Dagmar Seitzer in Berlin klärt auf:

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19:45 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Stuttgart beteiligt sich an deutschem "Flashmob sonoro"

20:57 Uhr

Singen und musizieren gegen die Krise: Drei Stuttgarter Orchester hatten in Stuttgart zu der Aktion #stuttgartmusiziertdaheim aufgerufen: Ab 18 Uhr sollten sich Musiker und Bürger auf ihren Balkonen und Terrassen einfinden oder am Fenster Beethovens "Ode an die Freude" spielen. Damit beteiligte sich Stuttgart an einer bundesweiten Initiative für mehr Zusammenhalt.

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19:45 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Mittlerweile 27 Todesfälle in Baden-Württemberg

20:20 Uhr

Das Sozialministerium in Baden-Württemberg hat am Sonntagabend vier Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf 27 an (Landkreise Emmendingen (4), Esslingen (3), Göppingen, Heilbronn (3), Hohenlohekreis (2), Ortenaukreis (4), Rems-Murr-Kreis, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen (2), Waldshut und Calw sowie die Städte Freiburg (2) und Stuttgart). Ein über 80-jähriger Mann aus dem Ortenaukreis verstarb am Samstag. Er hatte sich zuvor in stationärer Behandlung befunden. Eine ebenfalls aus dem Ortenaukreis stammende über 80-jährige Frau verstarb am Freitag. Zudem verstarben am Samstag ein über 70-jähriger Mann aus dem Landkreis Esslingen und eine über 90-jährige Frau aus Freiburg.

482 Neu-Infizierte in Baden-Württemberg

18:15 Uhr

Nach Angaben der baden-württembergischen Gesundheitsbehörde ist die Zahl der Coronainfizierten erneut gestiegen. Nach aktuellem Stand sind im Land 4.300 Personen nachgewiesen mit dem Virus infiziert. Die Zahl ist damit um 482 Fälle gegenüber dem Vortag gestiegen.

Kretschmann: Wir machen Baden-Württemberg nicht komplett dicht

17:37 Uhr

In Baden-Württemberg werden sich die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus kaum ändern. Das sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einem Pressestatement am Sonntagnachmittag. Zuvor hatte er sich mit den Ministerpräsidenten der anderen Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videokonferenz besprochen. Bundesweit konnte man sich auf eine gemeinsame Linie einigen, die keine totale Ausgangssperre vorsieht. Weiterhin gilt auch in Baden-Württemberg, dass die Wohnung für wichtige Erledigungen verlassen werden darf. Zu anderen sollen 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Statt zu dritt darf man sich nun allerdings nur noch zu zweit treffen. Ausgenommen sind Familien. Die Polizei wird die Regeln weiterhin kontrollieren.

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17:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Bund und Länder sind für ein Kontaktverbot und Restaurantschließungen

15:55 Uhr

Bund und Länder wollen eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten von 12 der 16 Länder einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Außerdem sollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich geschlossen werden. Das sei bisher noch nicht überall der Fall. Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Gerichte seien von dem Beschluss ausgenommen.

Freiburger Betretungsverbot wurde weitestgehend eingehalten

15:45 Uhr

Das Betretungsverbot in Freiburg, nachdem größere Gruppen keine öffentlichen Plätze mehr betreten dürfen, wurde am Wochenende im Großen und Ganzen eingehalten. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Es gab allerdings auch einige Ausnahmen. Insgesamt konnten zwischen Samstagmorgen und Sonntagmorgen rund 50 Verstöße gegen das Verbot festgestellt werden. Außerdem musste die Polizei mindestens zehn Geschäfte schließen. Die Menschen hätten sich aber weitestgehend einsichtig gezeigt, wie der Polizeisprecher erklärte.

Auch Rheinland-Pfalz hilft Corona-Patienten aus Frankreich

15:30 Uhr

Nachdem baden-württembergische und saarländische Kliniken bereits schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufgenommen haben, hat sich nun auch Rheinland-Pfalz zur Aufnahme von französischen Patienten bereit erklärt. Die Krankenhäuser in der Grenzregion werden nach ihren Möglichkeiten französische Intensivpatienten übernehmen. Das gab das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie bekannt.

Reutlingen: Förderung für Forschung gegen das Coronavirus

13:05 Uhr

Das Wirtschaftsministerium fördert die Forschung zum Coronavirus am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) in Reutlingen mit 210.000 Euro. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) teilte am Sonntag mit: "Wir müssen jetzt alles dafür tun, um schnellstmöglich einen geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden." Die wirtschaftsnahe Forschung im Land könne dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Das Institut in Reutlingen forscht den Angaben zufolge dazu, wie das Immunsystem auf eine Infektion mit dem Coronavirus reagiert. Die spezifischen Antigene sollen für die Entwicklung eines Impfstoffes identifiziert werden. Das Institut gehört zur Universität Tübingen, hat seinen Sitz aber in Reutlingen.

CDU: Finanzhilfen sollen demnächst fließen

12:10 Uhr

Die Finanzhilfen für Unternehmen in der Corona-Krise sollen nach den Worten von CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart in Baden-Württemberg zügig fließen. Ziel sei es, dass das Programm des Landes an diesem Mittwoch stehe und die Hilfen beantragt werden könnten, sagte Reinhart. Insgesamt stünden kurzfristig 12,7 Milliarden Euro bereit. Davon kämen 6,2 Milliarden vom Land und voraussichtlich 6,5 Milliarden vom Bund. Zusätzlich zu dem baden-württembergischen Rettungsschirm, also den geplanten Direkthilfen für kleine und mittelgroße Unternehmen, kämen weitere Instrumente wie Bürgschaften und Liquiditätshilfe-Kredite.

Erntehelfer werden weiterhin benötigt

11:35 Uhr

Der Einsatz von Erntehelfern ist laut Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) dringend notwendig, um die Versorgung der Menschen mit heimischen Lebensmitteln sicherzustellen. "Die aktuelle Krise darf nicht dazu führen, dass aufgrund zu großer Bürokratie die Landwirte auf der Strecke bleiben, weil Arbeitskräfte nicht einreisen können", sagte Hauk. Da die Arbeit auf den Feldern unmittelbar vor der Tür stehe, brauche es jetzt kein Zögern, sondern Entscheidungen. "Das heißt, dass es keine Denkverbote geben darf. So könnten auch anerkannte Asylbewerber, die derzeit aufgrund der Krise ihrer Arbeit nicht nachkommen können, ebenso wie Flüchtlinge oder auch Hartz-IV-Empfänger die Chance erhalten, den Landwirten und damit der Gesellschaft zu helfen." Gleiches gelte für Empfänger von Kurzarbeitergeld.

"Dahäm bleibe!" - Video-Appell von Bülent Ceylan

10:05 Uhr

"Uffbasse, Monnem! Soll erscht de Mompfred kumme unn Eisch uff die Gosch haue!?" - Mit deutlichen Worten hat sich der Mannheimer Comedian Bülent Ceylan auf Facebook zu Wort gemeldet und eine "ernschte Message" veröffentlicht. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) habe ihn angerufen und ihn gebeten, Worte an die Bürger zu richten, da einige die amtlichen Maßnahmen wie das Versammlungsverbot von größeren Gruppen ignorierten. In seinem Video-Appell fordert Ceylan die Mannheimer auf, daheim zu bleiben, "sonst wird es schlimmer!".

Lebenshilfe Karlsruhe startet Näh-Aktion

9:55 Uhr

Die Lebenshilfe Karlsruhe hat jetzt am Wochenende die Aktion #KarlsruheNaeht ins Leben gerufen. Weil der Organisation Mundschutzmasken fehlen, sollen Menschen, die Zeit haben und nähen können, einfache Masken nach einer Nähanleitung produzieren. Die Atemschutzmasken sollten aus Baumwollstoff und bei mindestens bei 60 Grad waschbar sein, heißt es in einer Mitteilung. Tragen sollen die selbstgenähten Masken die pädagogischen Fachkräfte, die Menschen mit Behinderung betreuen, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den CAP-Lebensmittelmärkten. Die Nähanleitung und weitere Informationen zur Aktion gibt es hier.

Andrang aus Bayern in baden-württembergischen Baumärkten

8:33 Uhr

Während die Baumärkte in Bayern wegen der Corona-Verbote geschlossen sind, haben sich am Samstag vor den grenznahen baden-württembergischen Filialen der Händler lange Schlangen gebildet. "Die Leute kaufen alles, was es bei uns gibt. Balkonpflanzen ebenso wie Laminat und Gasflaschen", sagte eine Mitarbeiterin der Baumarkt-Kette Bauhaus. "Ich schätze, sie kaufen, um das Haus oder den Garten in den kommenden Wochen auf Vordermann zu bringen." Viele Kunden deckten sich aber auch überdurchschnittlich mit Vorrat an, kritisierte sie. "Würde jeder Verständnis haben und nur kaufen, was er in diesen Zeiten auch wirklich braucht, wäre die Lage entspannter." Baumärkte dürfen bislang trotz der starken Einschränkungen für den Handel in Baden-Württemberg geöffnet bleiben. Ketten wie Bauhaus und Hornbach haben wegen der Ansteckungsgefahr strenge Reglementierungen eingeführt wie Sicherheitsabstände und teilweise Spuckschutz an den Kassen. Außerdem darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Kundinnen und Kunden gleichzeitig in den Markt.

Katholiken wählen neue Kirchengemeinderäte - per Briefwahl

7:10 Uhr

Rund 1,6 Millionen Katholiken im Bistum Rottenburg-Stuttgart wählen heute neue Kirchengemeinderäte. Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben die Wahllokale in den mehr als 1.000 Gemeinden aber geschlossen. Stattdessen war im Vorfeld nur Briefwahl möglich. In denjenigen Gemeinden, in denen die Unterlagen nicht an alle Wahlberechtigten verschickt wurden, sondern nur auf Antrag, endet die Abgabefrist erst am 5. April. Das Wahlergebnis werde daher erst am 6. April bekanntgegeben.

Daimler-Betriebsratschef: Corona-Krise nicht in zwei Wochen erledigt

6:55 Uhr

Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Coronavirus-Probleme für die Autoindustrie. "Es soll jetzt niemand glauben, dass das in zwei Wochen erledigt ist", sagte Brecht der Deutschen Presse-Agentur. "Woher sollte ich im Moment den Glauben nehmen, dass die Leute in einigen Wochen wieder massenhaft Autos kaufen?" Daimler hat die Produktion in Europa für zunächst zwei Wochen weitgehend gestoppt - Verlängerung je nach Entwicklung der Lage nicht ausgeschlossen. Die Beschäftigten federn das vorerst mit Urlaub oder dem Abbau von Zeitkonten ab. Brecht geht aber davon aus, dass danach Kurzarbeit notwendig sein wird. "Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir ab der dritten Woche in Kurzarbeit gehen können." sagte er. "Das wird passieren."

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